/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Einer für alle

Kreuzlingen – Das Kreuzlinger Unikat Christian Forster tritt zum letzten Mal als Gemeinderat an. An Ideen und Meinungen hat es bei ihm nie gefehlt. Doch steht er durch seine Wohnwahl in der Kritik.

Christian Forster von der Partei Rägebogä-Krüzlinge-Egelshofä nimmt sich meist das letzte Wort an den Gemeinderatssitzungen.  (Bild: av)

Der 64-jährige Christian Forster verriet, falls er nochmals gewählt wird, sei dies seine letzte Legislaturperiode. «Mich musste man jetzt schon zweimal fragen, ob ich mich nochmals stellen möchte und nicht nur einmal, wie die letzten Male», sagt Forster und schmunzelt. Er gründete vor 24 Jahren die Partei Rägebogä–Krüzlinge–Egelshofä und ist bis heute der Einzige. Die Idee für eine Partei sei am Stammtisch im ehemaligen Restaurant Schlüssel in Kreuzlingen entstanden, so Forster. «Über die Politik zu jammern, aber selbst nichts zu unternehmen, bringt nichts», sagt Forster und machte Nägel mit Köpfen. Fortan brachte er Ideen und Gehörtes aus der Bevölkerung in den Gemeinderat. «Ich gehe immer noch gerne an Stammtische und habe den Fuss im Volk», sagt Forster stolz. Damit hat er keine spezifische Zielgruppe, sondern hat ein offenes Ohr für Anliegen jeder Altersklasse. Obschon ihn vermutlich die alt eingesessenen Kreuzlinger eher kennen und wählen, als die jüngere Generation. Für ihn sei es nicht möglich im Gemeinderat zu sitzen und nur eine bestimmte Gruppe aus der Bevölkerung anzusprechen. Mit dieser Einstellung, seiner Art und Hilfsbereitschaft ist er bei den Kreuzlingern sehr beliebt und bekannt, wie ein bunter Hund.

Als Einziger ist es nicht leicht

Spezifische Ziele für seine mögliche nächste Amtsdauer hat er nicht. Er wird sich ansehen was kommt und sich darum kümmern. Für seine Einmannpartei sei es jedoch nie einfach, etwas im Gemeinderat zu bewegen, denn er hat nun einmal nur eine Stimme. Er würde sich jedoch wünschen, dass Kreuzlingen mit Konstanz enger zusammen spannen würde, politisch und veranstaltungstechnisch gesehen.

Er bleibt Kreuzlinger

Er lebt nicht mehr in Kreuzlingen. Zu diesem Kritikpunkt wollte er sich zunächst nicht äussern, aber dann doch: «Mein Kopf und Herz ist und schlägt für Kreuzlingen.» Er habe sich sogar in Kreuzlingen einbürgern lassen. Bedeutet, dass er seinen Heimatort Neuwilen aufgegeben hat und jetzt der Bürgergemeinde Kreuzlingen angehört. Ausserdem sei er noch angemeldet und zahle hier Steuern.

Bunt und rund

An guten Ideen hat es ihm nie gefehlt, so auch für seinen Wahlkampf nicht, obschon man es bei ihm nicht so nennen kann. Er organisiert keine Wahl-Anlässe, wie die grossen Parteien es tun, sondern er stellt wie immer sein Piaggio mit drei neu gestalteten bunten und runden Plakaten darauf, an drei oder vier Orten auf. Eckig könne jeder, so Forster. Zudem hat er passende Flyer kreiert, welche den Wahlunterlagen beigelegt werden. Trotz alledem würde für ihn keine Welt zusammenbrechen, wenn er nicht wiedergewählt würde. Aber für ihn sei es eine Bestätigung, so lange im Gemeinderat zu sein, doch etwas richtig gemacht zu haben. Wenn er jedoch aufhört, wird es auch die Partei nicht mehr geben. «Sie ist mein Ding und dies soll so bleiben. Mit jemand anderen wäre es nicht mehr dasselbe», sagt Forster.

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