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Die Erfolgsgeschichte des vom Aussterben bedrohten Kiebitzes

Kreuzlingen – Am 8. März lädt der Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung zu einem öffentlichen Vortrag über den Kiebitz ein.

Ein Kiebitz mit Küken ist ein seltenes Bild in der Schweiz. (Bild: Thorsten Krüger)

Die schillernden, agilen Kiebitze sind auch am Bodensee selten geworden. Besiedelten sie früher die für sie idealen Feuchtwiesen am Seerhein, so sind die Bestandeszahlen durch die Intensivierung der Landwirtschaft und andere Störfaktoren eingebrochen. Die regionalen Vogelschützer vermuten, dass es in unserer Region heute keine einzige Brut mehr gibt und der Bestand erloschen ist. Gibt es eine Chance, den schönen Vogel wieder anzusiedeln?

BirdLife Schweiz hat den Kiebitz zum Vogel des Jahres 2019 gewählt. Die vom Aussterben bedrohte Art lebte einst in Feuchtwiesen, von denen ein Grossteil bis Mitte des 20. Jahrhunderts drainiert wurden. Die rund 1000 Brutpaare, die man noch in den Siebzigerjahren zählte, wichen zum Brüten ins Ackerland aus. Damit kamen sie vom Regen in die Traufe. Zunehmend wurde die Landbewirtschaftung intensiviert und immer mehr Pestizide gespritzt. Dies führte dazu, dass man 2005 nur noch 83 Brutpaare in der gesamten Schweiz fand. Vor 15 Jahren starteten BirdLife Schweiz und die Vogelwarte Sempach verschiedene Schutzprojekte zusammen mit Landwirten und Ehrenamtlichen von BirdLife Schweiz. In enger Zusammenarbeit mit den Landwirten begleiten Naturschützer alle landwirtschaftlichen Arbeiten, damit weder Eier noch Jungvögel zerstört werden. Diese Schutzbemühungen leiteten eine Trendwende ein: 2018 gab es in der Schweiz wieder 206 Brutpaare, doch ist der Bestand noch zu klein, als dass er sich ohne Massnahmen erhalten könnte. Die Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützenden muss weiter ausgebaut und verbessert werden, damit wir die spektakulären Balzflüge des Kiebitzes auch zukünftig in der Schweiz erleben können.

Martin Schuck arbeitet als Projektleiter Artenförderung bei BirdLife Schweiz und ist mit der Leitung und Koordination zahlreicher Naturschutzprojekte in der Schweiz betraut. Er ist im Vorstand der Ala, der Schweizerischen Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz tätig und ist Reservatsbetreuer des Neeracherrieds im Zürcher Unterland.

Im Anschluss an den Vortrag findet die Jahresversammlung des Vogelschutzvereins statt.

Ort: Torggel Kreuzlingen, Bärenstrasse 6, Bushaltestelle Bärenstrasse
Uhrzeit: 19 Uhr

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