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Radwegverlegung kommt in den Gemeinderat

Kreuzlingen – Die Bauverwaltung will Velos am Yachthafen über die Werft- statt über die Promenadenstrasse leiten. Gleichzeitig soll die Strasse saniert und aufgewertet werden (wir berichteten). Auf Wunsch des Gemeinderats hat der Stadtrat nun eine Botschaft für das Projekt vorgelegt. Am Donnerstag wird diese im Stadtparlament behandelt.

(Bild: fotolia©Kara)

Wer den Seeradweg befährt, wird eigentlich durch die Werftstrasse geleitet. Das sind in den Sommermonaten durchschnittlich 600 Personen pro Tag. Viele weitere fahren durch die Promenadenstrasse, trotz Verbot. «Auch darum wollen wir die Situation hier verbessern», erklärt Stadtrat Ernst Zülle einen der Gründe, die Radführung zu verlegen. Hauptmotivation ist aber der Gestaltungsplan «Promenade Mitte». Wenn einst gebaut wird, wie es dieser vorsieht, entstehen bis zu 40 neue Wohneinheiten in dem sehr attraktiven Gebiet zwischen Werft- und Promenadenstrasse, welches im Osten von der Heinrichhalle abgeschlossen wird.

«Die Erschliessung zu den Häusern erfolgt über die Werftstrasse. Geparkt wird ebenerdig, weil der Baugrund schwierig ist», sagt Tiefbauleiter Sandro Nöthiger. Das würde bedeuten: Zahlreiche Aus- und Einfahrten würden zu unübersichtlichen Situationen führen.

Weil heute schon zahlreiche Fussgänger über die Promenadenstrasse laufen, will der Stadtrat diese baulich verbessern. Der erste Abschnitt sieht Mischverkehr auf einem mindestens dreieinhalb Meter breiten Weg vor. Die Fussgänger bekommen drei Meter, ein mindestens eineinhalb Meter breiter Gehweg soll vor den Liegenschaften gepflastert werden. Im Bereich Promenadenstrassse 28 bis Heinrichhalle ist sogar eine zwei Meter breite Rabatte geplant, um Velos und Fussgänger zu trennen. Entlang der Heinrichhalle sind viereinhalb Meter für Mischverkehr und zwei Meter für Fussgänger angedacht.

«Einen Teil der Strecke müssen wir sowieso sanieren», sagt Stadtrat Zülle. Auch der Knoten Werft-/Promenadenstrasse ist den Stadtplanern schon länger ein Dorn im Auge. Diese Schwachstelle würde durch die neue Radweg-
führung verbessert.

Reine Baukosten sind gemäss Botschaft 812’000 Franken. Die Sanierung schlägt mit 245’000 Franken zu Buche. Um den Knoten umzubauen, veranschlagt der Stadtrat 343’000 Franken. 140’000 Franken Subventionen sind aus dem Agglomerationsprogramm zu erwarten. Die Gesamtkosten belaufen sich so auf 1,26 Millionen Franken. Viel Geld für einen Radweg, aber die Stadt würde schliesslich am Ende davon profitieren.

Das Gebiet Promenade ist im Jahr 2000 im Zuge der Ortsplanungsrevision einer Gestaltungsplanpflicht unterstellt worden – dies auch, um bei der Art der Bebauung mitbestimmen zu können. «Wir wollen, dass das Gebiet endlich baureif wird», verdeutlicht Zülle die Dringlichkeit. Dann kann es an Investoren im Baurecht abgegeben werden. Mit der detaillierten Botschaft hofft Stadtrat Zülle, die Kritiker auf seine Seite zu ziehen und bezüglich Baureife im Gebiet Promenade einen Schritt vorwärts zu machen. Durch den Umweg über den Gemeinderat habe man ein Jahr verloren. Bei einem Ja ist mit einer Auflage von Gestaltungsplan und Radwegverlegung noch in diesem Jahr zu rechnen. «Wenn der Gemeinderat die Radwegverlegung ablehnt, müssen wir den GP überarbeiten und alles verzögert sich noch länger», so Zülle.

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