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Bärenstarker Auftritt beim Leader

Handball – Die Frauen des HSC Kreuzlingen haben in der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2 (NLA/NLB) ihren 3. Sieg in Serie gefeiert. Der 32:20 (16:11)-Überraschungscoup beim zuvor verlustpunktlosen Tabellenführer Herzogenbuchsee ist hochverdient.

Die Kreuzlinger Abwehrchefin Katharina Winger wurde als beste Spielerin der Partie ausgezeichnet. (Foto Mario Gaccioli)

Dem Team von Cheftrainerin Kristina Ertl Hug bietet sich am nächsten Samstag vor heimischen Publikum die Chance, mit einem Derbysieg über Yellow Winterthur die Tabellenspitze zu übernehmen. Der Anpfiff in der Sporthalle Egelsee erfolgt um 20 Uhr.

Der Kreuzlinger Express nimmt in der Auf-/Abstiegsrunde Fahrt auf. Der HSCK fügte Herzogenbuchsee im Duell zweier junger Teams die erste Niederlage bei und verteidigten damit seinen zweiten Tabellenplatz. Neben den beiden wichtigen Punkten bewiesen die HSCK-Frauen, die von Assistenztrainer Valon Dedaj und Torhütertrainer Holger Hug gecoacht wurden, dass sie das Potenzial zum sofortigen Wiederaufstieg besitzen. Insbesondere die Abwehr mit den beiden Torfrauen Adriane Hajduk und Anezka Zuzankova als Rückhalt hinterliess einen äusserst stabilen Eindruck. Dazu ist auch der Kreuzlinger Angriff breit aufgestellt. War es in der ersten Halbzeit in erster Linie die Mobiliar-Topscorerin Katja Sivka, welche mit sechs Treffern aus sieben Versuchen die markanteste Duftnote setzte, schoss sich nach der Pause die Linkshändern Petra Skoricova mit acht Treffern warm. Dass am Ende aber nicht einer der Goalgetterinnen zur besten HSCK-Spielerin der Partie gewählt wurde, sondern Abwehrchefin Katharina Winger, unterstreicht die Balance innerhalb der Mannschaft. Die HSCK-Truppe machte ihrer Cheftrainerin Kristina Ertl Hug, die in einem Trainerlehrgang weilte, wohl das schönste Geschenk am letzten Wochenende.

Leader überrascht
Die Kreuzlingerinnen begannen stark. Nach dem 3:3 trafen sie dreimal in Serie. Die Führung wäre sogar noch deutlicher ausgefallen, hätte der HSCK nicht einen Gegenstoss zu unpräzise abgeschlossen. Statt 7:3 hiess es deshalb wenig später nur noch 6:5. In der Folge glich sich das Spielgeschehen aus. Der Tabellenführer schien nun ebenfalls erwacht zu sein. Der HSCK geriet aber nur nach zwei Gegentreffern in Unterzahl kurz in Rücklage. Die Reaktion folgte umgehend. Mit vier erfolgreichen Abschlüssen schafften sich die Thurgauerinnen bis zur 26. Minute wieder einen 12:9-Vorteil. Dem überraschten Leader schienen in dieser Phase die Ideen auszugehen, wie er die körperlich überlegene Kreuzlinger Abwehr überwinden kann. Auch während der dritten Überzahl gelang Herzogenbuchsee nicht wirklich viel. Im Gegenteil: Der HSCK traf in dieser Phase sogar einmal mehr. Nichtzuletzt dank der treffsicheren Mobiliar-Topscorerin Katja Sivka (6 Tore aus 7 Versuchen) gingen die Ostschweizerinnen schliesslich mit einer leistungsgerechten 16:11-Führung in die Pause.

Nicht nachgelassen
Wer nun eine Aufholjagd des Leaders erwartete, wurde enttäuscht. Im Gegenteil: Die Kreuzlingerinnen liessen nicht nach und hielten Herzogenbuchsee auf Distanz. Weil sein Team den Rückstand nicht entscheidend abtragen konnte, entschied sich HVH-Trainer Beat Flury beim Stand von 16:23 (42.) zu einer offenen Deckung in der gesamten eigenen Spielfeldhälfte. Aber auch diese ungewöhnliche Taktik verpuffte wirkungslos. Rund vier Minuten später führte Kreuzlingen erstmals mit zehn Treffern (27:17). Als dann wenig später HVH-Topscorerin Laura Bieri ihren Penalty auch noch an den Pfosten setzte, war die Entscheidung gefallen. Der HSCK gab sich in der Schlussviertelstunde keine Blösse mehr, obschon nun alle Feldspielerinnen und ab der 50. Minute auch Torfrau Zuzankova zu wichtiger Einsatzzeit kamen. Der Kreuzlinger 30:20-Erfolg war am Ende auch in dieser Höhe verdient. Für Herzogenbuchsee, das immerhin zwei A- und vier U20-Nationalspielerinnen in seinen Reihen weiss, war es die erste Niederlage im fünften Spiel der Auf-/Abstiegsrunde.

Jetzt folgt Derby gegen Winterthur
Am nächsten Samstag geht es für den HSC Kreuzlingen zum Abschluss der Hinrunde mit dem Heimspiel gegen Yellow Winterthur weiter. In der Form vom Auswärtsspiel gegen Herzogenbuchsee werden die Thurgauerinnen auch gegen die im Vorfeld höher eingestuften und routinierten Eulachstädterinnen durchaus eine Chance haben. Die Partie in der Egelseehalle wird um 20 Uhr angepfiffen.

HV Herzogenbuchsee – HSC Kreuzlingen 20:32 (11:16)
SH Mittelholz. – 80 Zuschauer. – Sr. Anthamatten/Wapp.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Herzogenbuchsee: L. Lüthi (4 Paraden), Witschi (3 Paraden); Ingold, V. Lüthi (1), Schneider (1), Frutiger, Bieri (6/1), Roth, Baumgartner (2), Rohde (3), Hofer, Steiner (5).
Kreuzlingen: Hajduk (1.-50./6 Paraden), Zuzankova (50.-60/5 Paraden), Stein; Singer-Duhanaj (1), Skoricova (9/3), Klein (1), Weidmann (4), Winger (4), Rothacker, Espinosa (2), Neacsu, Sivka (9), Fix, Plüss (2).
Penaltystatistik: Herzogenbuchsee 1/2, Kreuzlingen 3/3.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Scherrer und Behrendt (beide überzählig).

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