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Mit den Gebrüdern Grimm in die Märchenwelt

Kreuzlingen – Jeder hat schon einmal von den Gebrüdern Grimm und ihren gesammelten Märchen gehört. Aber für was stehen die Raben oder der Hase und der Igel? Vom 15. März bis 11. August können Gäste im Museum Rosenegg mit der Wanderausstellung «Grimms Tierleben – Tiere in Märchen und Forschung» in eine interaktive Welt eintauchen und der Neugierde freien Lauf lassen.

Museumsleiterin Yvonne Istas bringt mit dem Zauberstab einen Hirsch zum Reden. (Bild: Sandro Zoller)

Im Museum Rosenegg sind wechselnde Ausstellungen häufig hängend an den Wänden vorzufinden. Die vom Naturmuseum Winterthur und Professor Hans-Konrad Schmutz konzipierte Wanderausstellung geht da andere Wege und spricht durch ihre Art Erwachsene und Kinder gleichermas- sen an. Nach Winterthur, Frauenfeld und St. Gallen kann Grimms Tierleben nun auch in Kreuzlingen bestaunt werden. Schulklassen aus der Region hätten dadurch einen kürzeren Anfahrtsweg mit weniger Planung, meint Museumsleiterin Doktor Yvonne Istas.

Am Eingang wird der Besucher von einer riesigen Maus begrüsst. Um von ihr und dessen Verwandtschaft mehr zu erfahren, muss jeder zuerst zum Magier werden. Mit einem Zauberstab in der Hand fangen die Tiere an in der Sprache der Menschen zu sprechen. «Gerade solche Erzählungen gefallen mir persönlich sehr gut, da sie die verschiedenen Tiere aus weniger bekannten und positiven Perspektiven beleuchten», sagt Istas. Im Laufe des Rundgangs begegnet der Museumsgast ausserdem einem Hase, Igel, Wolf, Fuchs, Rabe, Waldkauz, Rothirsch, Bär und Spatz. Da diese ausgestopften und lebensechten Exemplare sehr empfindlich sind, dürfen sie nicht berührt werden. Damit die haptische Erfahrung nicht zu kurz kommt, gibt es einen Stand mit Fellen und Gefieder zum Anfassen. Während des Wandelns durch die Räumlichkeiten und an abstrakt dargestellten Bäumen vorbei wird mit Vogelgezwitscher die Geräuschkulisse eines Waldes nachgeahmt. Spätestens ab da bleibt die Wirklichkeit ausserhalb der Museumsmauern. Wer nicht so bewandert ist mit Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, kann in kleinen Höhlen Kopfhörer aufsetzen und von bekannten und weniger bekannten Tiermärchen berieselt werden.

Im oberen Stockwerk befindet sich eine andere Art des Herantastens an die Tiere. In der «Forscher und Beobachter»-Ecke laufen kurzweilige Videos, welche spannenden Fragen nachgehen, wie zum Beispiel ob Raben sieben Sinne haben. Beim Anschauen der Clips kann schnell einmal das Umfeld aussen vor gelassen werden. Die auf den ersten Blick unscheinbare Fotofalle knippst Bilder von allem, das sich bewegt, und gibt sie auf einem Bildschirm wieder. Die Aufnahmen werden laufend überschrieben, um datenschutzkonform zu bleiben.

Ein Ereignis wird sicher der Museumstag sein, an dem eine diplomierte Märchenerzählerin zu Gast ist und junge sowie junggebliebene Menschen in ihren Bann zieht.

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