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So nicht Herr Klevenz

Leserbrief – Erwin Imhof aus Kreuzlingen ist für ein Nein am 19. Mai und somit gegen die Umsetzung neuer Waffenrichtlinien.

(Bild: pixelio)

Leserbrief Thurgauer Zeitung vom 8. März 2019;
Der Gemeinderats Kandidat der CVP Kreuzlingen, Herr Klevenz, bezeichnet die Schützen als Schiesswütige und der Schiesssport ist für ihn Folklore. Dies ist respektlos und eines Eingebürgerten unwürdig. Ich hoffe, dass das Kreuzlinger Stimmvolk solche Verhaltensweisen nicht goutiert.

Alle Schützenvereine in der ganzen Schweiz haben zusammen immerhin gegen 300’000 Mitglieder. Die Schützenvereine gehören zu den ältesten und tragenden Vereinen in unserer Gesellschaft. Wir lassen uns den Schiesssport nicht durch ein EU-Diktat kaputt machen. Die Bezeichnung «Jagd auf die Bilateralen» ist auch nicht korrekt. Es wären die Abkommen Schengen-Dublin betroffen, welche der Staatspräsident von Frankreich, Herr Macron, letzte Woche als gescheitert bezeichnet hat. Verschiedene EU-Staaten in Osteuropa weigern sich ebenfalls diese Waffenrichtlinien umzusetzen. Ein Nein am 19. Mai gegen die Waffenrichtlinien ist ein Zeichen nach Brüssel diese Vorgaben zu überarbeiten.

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2 Gedanken zu „So nicht Herr Klevenz

  1. Bruno Neidhart

    Man kann die Wortwahl, die Herr Klevenz zum Thema anscheinend verwendet hat („Schiesswütige“) als etwas übertieben bezeichnen, doch mit „Folklore“ liegt der Angesprochene nicht unbedingt daneben. Und wenn Herr Imhof meint, mitteilen zu müssen, was in der Schweiz als „unwürdig“ zu bezeichnen ist, so meint er, die freie Meinungsbildung gelte bei eingebürgerten Schweizern geringer. Voll daneben gezielt! Zudem: Wenn die Schweiz in der Causa „Waffenrichtlinien“ mit osteuropäischen Staaten im gleichen Boot sitze, so mag sich CH in dieser Allianz wohl fühlen. Wobei nicht zuletzt mit „EU-Diktat“ beschrieben ist, woher der Wind weht. Es geht hier jedoch um eine ernste, wichtige Sache, wie gerade diese Tage wieder beschreiben. Dass sie auch kontrovers diskutiert wird, gehört zu einem breiten, freien Europa.

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  2. Georg Klevenz

    Registrierte Waffen für geübte Schützen oder unregistrierte Waffen für Ungeübte?

    Die zur Abstimmung stehende Anpassung des Waffenrechts fordert eine Registrierung halbautomatischer Waffen und einen Fähigkeitsausweis. Eine gute Entwicklung, die auch die Schützenverbände begrüßen sollten. Dort sind geübte Schützen zusammen und man geht verantwortungsbewusst mit Waffen um. Und es gibt sicherlich auch eine soziale Kontrolle gegenüber einzelnen, die sich radikalisieren könnten. Mit den Jägern ist es genau so, die wissen, was sie tun. All die Genannten sind von der Anpassung des Waffenrechts nicht ernsthaft betroffen und waren auch nicht das Ziel meines Artikels.

    Aber es gibt darüber hinaus einfach noch zu viele unregistrierte Waffen ohne die Kontrolle über Vereine in den Händen Ungeübter oder potentiell Gefährlicher. Ein Rechtsradikaler hat gerade in Neuseeland 50 Personen erschossen. Mit 2 halbautomatischen Waffen.

    Als die Thurgauer Regierungspräsidentin und Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch vor einigen Tagen auf der Delegiertenversammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbandes sagte „…als Sicherheitsdirektorin des Kantons Thurgau wäre ich dankbar, wenn das Stimmvolk ein klares Ja in die Urne legen würde» (Thurgauer Zeitung, 12. März 2019, Seite 23) war das Attentat noch nicht passiert. Aber mit der großen Verbreitung und leichten Verfügbarkeit unregistrierter halbautomatischer Waffen ist auch hier das Risiko hoch, dass es früher oder später zu vergleichbaren Anschlägen kommt. Jetzt verschärft Neuseeland sein bisher liberales Waffenrecht. Die Schweiz handelt vorausschauend und will mit der Teilrevision des Waffenrechts Solcherlei verhindern bevor etwas Ähnliches passiert.

    Gefährliche halbautomatischer Waffen nur noch registriert und für erfahrene Schützen. Das ist doch keine radikale Forderung, sondern ein Gebot der Stunde. Da habe ich die gleiche Meinung wie Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch. Es erfüllt mich mit Unverständnis, dass von Seiten der Schützenverbände diese angemessene Forderung so entschieden bekämpft wird.

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