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Sprung an die Tabellenspitze verpasst

Handball – Nach zuletzt drei Siegen in Serie mussten die SPL-Frauen des HSC Kreuzlinger beim 28:29 gegen Yellow Winterthur erstmals wieder als Verliererinnen vom Feld.

Nach drei Siegen in Serie mussten die SPL-Frauen erstmals wieder als Verliererinnen vom Feld. (Foto Gaccioli)

Die Schlussphase des hart umkämpften Derbys war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Auf der einen Seite die Winterthurerinnen, die mit allen Mitteln und viel Härte ihre Führung zu verteidigen versuchten. Auf der anderen Seite die Kreuzlingerinnen, die bis zuletzt an einen Punktgewinn glaubten und nie aufgaben. Vom 24:28 (56. Minute) kämpfte sich das Team von Kristina Ertl-Hug tatsächlich nochmals bis auf einen Treffer heran. Schlussendlich brachte Winterthur den knappen Vorsprung aber über die Zeit – auch mit der gütigen Unterstützung der Unparteiischen, die in den letzten zehn Sekunden nach einem Zeitspiel eigentlich die Zeit anhalten hätten müssen, dies aber nicht taten und so den HSCK um eine letzte Ausgleichschance brachten. So jubelten am Ende die Zürcherinnen über zwei wichtige Punkte, mit denen sie in der Tabelle mit dem HSCK gleichzogen. Der Spielplan der Auf-/Abstiegsrunde sieht es vor, dass sich die beiden Teams zum Auftakt der Rückrunde am 30. März bereits wieder gegenüberstehen. Das Spiel in der Eulachhalle 2B beginnt um 19.15 Uhr.

Ärgerliche, weil nicht zwingende Niederlage
Die zweite Niederlage im fünften Einsatz in der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL1 war für die Kreuzlingerinnen eine ärgerliche. Und alles andere denn zwingend. Trotz eines in mehreren Phasen zwiespältigen Auftritts wäre ein Sieg gegen Winterthur absolut im Bereich des Machbaren gelegen. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der sich die Zürcherinnen für ihre Härte bereits vier Zweiminutenstrafen einhandelten, lag der HSCK noch mit 17:15 vorne. Petra Skoricova war mit acht Treffern die überragende Offensivkraft, bis sie bei einem Abschluss einen Schlag auf die Hand bekam und für rund einer halben Stunde ausfiel. Zwar spielte die 19-jährige Linkshändern in der Schlussphase nochmals, war aber offensichtlich gehandicapt.

Kreuzlingen ging durch Katharina Winger gleich nach dem Wiederanpfiff zwar mit 18:15 in Führung, danach passte aber nicht mehr viel zusammen. Die routinierten Eulachstädterinnen wendeten die Partie innert gut acht Minuten zum 19:22. In der Folge lag Yellow bis auf eine Ausnahme (22:22/47.) immer vorne. Der HSCK muss sich auch an die eigene Nase fassen, gelang ihm doch während der siebten Strafe gegen Winterthur erneut kein Tor. Eine latente Schwäche der Kreuzlingerinnen ist und bleibt das Überzahlspiel. Stattdessen kassierten die Gastgeberinnen nach einem weiteren umstrittenen Entscheid der Unparteiischen eine Strafe wegen Reklamierens. Und wenige Sekunden vor Ablauf dieser Unterzahl gleich nochmals einen Ausschluss. Als Stéphanie Lüscher knapp fünf Minuten vor Schluss das 24:28 für Yellow gelang, schien die Entscheidung rund viereinhalb Minuten vor der Schlusssirene gefallen zu sein, zumal beim HSCK nach einem weiteren harten Foul in der Schlussphase mit Selina Weidmann eine Leistungsträgerin ausfiel.

Yellow zeigte zwar nochmals Nerven und musste den HSCK nach zwei Gegentoren innert 43 Sekunden nochmals bis auf einen Treffern herankommen lassen, doch das Team von Trainer Fabian Schäfli brachte den knappen Vorsprung schliesslich über die Zeit. Erfolgreichste Werferinnen waren Petra Skoricova bei Kreuzlingen mit acht Toren (alle in der 1. Halbzeit vor ihrer Handverletzung) und Ex-Nationalspielerin Ria Jugovic mit sieben Toren bei Winterthur. Die Kreuzlinger Cheftrainerin Kristina Ertl Hug analysierte die Leistung ihrer Mannschaft durchaus kritisch: «Das war keine gute Leistung von uns. Wir konnten die Taktik, mit der wir ins Spiel gingen, viel zu selten umsetzen. Auch in den Überzahlphasen nahmen wir zu oft die falsche Entscheidung. Da müssen wir über die Bücher, um es dann in zwei Wochen im Rückspiel besser zu machen!»

Zusammenschluss
In der Rangliste der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2 ist es bei Halbzeit hinter Leader Herzogenbuchsee (8:2 Punkte) zu einem Zusammenschluss gekommen. Kreuzlingen, GC Amicitia Zürich und Winterthur haben je 6:4 Punkte vorzuweisen. Auf den beiden SPL2-Plätzen liegen derzeit Leimental (4:6 Punkte) und das wohl bereits vorentscheidend distanzierte Stans (0:10).

Für den HSC Kreuzlingen geht es am 30. März mit dem Rückspiel in Winterthur und am Sonntag, 7. April, 20 Uhr, mit dem Heimspiel gegen GC Amicitia Zürich weiter.

HSC Kreuzlingen – Yellow Winterthur 29:30 (17:15)
Egelsee. – 150 Zuschauer. – Sr. Eberhard/Lanz.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 7-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Kreuzlingen: Hajduk (1.-13./39.-60./8 Paraden), Zuzankova (13.-39./2 Paraden); Singer-Duhanaj (2/1), Skoricova (8/2), Klein (2/1), Weidmann (3), Winger (6), Rothacker, Espinosa, Neacsu, Sivka (3), Eblen, Fix (2), Plüss (2).
Winterthur: Fischbacher (1.-30./6 Paraden), Pöcze (31.-60./3 Paraden); Bölsterli, Jugovic (7), Boysen, Kashani (1), Manser (5), Feller (6/4), Gwerder (3), Brändle (4), Lüscher (3), Rutqvist.
Penaltystatistik: Kreuzlingen 4/5, Winterthur 4/6.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Behrendt und Scherrer (beide überzählig).

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