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Perez führt HSC Kreuzlingen zum 23. Sieg in Serie

Handball – Mit drei abgewehrten Penalties und insgesamt 16 Paraden legte Torhüter João Perez die Basis zum 25:23-Auswärtserfolg der Kreuzlinger beim SV Fides St. Gallen.

Die Kreuzlinger erzielten gegen die St. Galler ihren 23. Sieg in Folge. (Bild: Thomas Singler)

Es war für die St. Galler ein wegweisendes Duell. Nur mit dem ersten Sieg im vierten Saisonduell mit dem HSC Kreuzlingen hätte sich der SV Fides die Tür zu den Playoff-Spielen ein gutes Stück aufstossen können. Am Ende stand das Team den Trainerduos Ganz/Usik trotz eines couragierten und kämpferischen Auftritts aber einmal mehr mit leeren Händen da. Für dieses bittere Verdikt müssen sich die St. Galler primär an die eigene Nase fassen, scheiterten sie doch bei drei von vier Versuchen vom Penaltystrich an ihren Nerven bzw. am starken HSCK-Keeper João Perez.

Während die Thurgauer mit jetzt 18:0 Punkten einen weiteren Schritt auf ihrem Weg zu den angestrebten Playoffspielen taten, sind die Chancen des SV Fides wieder gesunken. Die Olmastädter müssen nun auf weitere Ausrutscher ihrer beiden Konkurrenten SC Frauenfeld und HSG Siggenthal/Vom Stein Baden hoffen und selbst alle vier verbleibenden Partien gewinnen. Vor allem das Direktduell am nächsten Samstag in Frauenfeld müssen sie unter allen Umständen siegreich gestalten – sonst sind die Playoffs nicht mehr realistisch.

Keller nicht zufrieden
Der verlustpunktlose Leader vom Bodensee zeigte vor 200 Zuschauern im Athletik-Zentrum eine überzeugende Startphase und lag – auch dank vieler Paraden von Keeper Perez – nach rund 19 Minuten bereits mit 10:5 vorne. Dagegen schien bei Fides doch einiger Sand im Getriebe zu sein. Bereits 15:8 lautete das Verdikt zu Gunsten des HSCK vier Minuten vor der Pause. Zumindest gelang den Gastgebern bis zur Sirene mit zwei Teffern noch etwas Resultatkosmetik. «Mit dem 15:10 in der Pause war ich nicht glücklich,» meinte Kreuzlingens Cheftrainer Marcel Keller. «Wir waren das klar bessere Team und hätten mit einer höheren Führung in die Halbzeit gehen müssen.»

Reaktion gezeigt
Was sich bereits vor der Pause abzeichnete, fand nach Wiederbeginn eine Fortsetzung: Der Leader agierte nicht mehr so souverän und konzentriert, beging deutlich mehr Fehler, und musste die St. Galler wieder herankommen lassen. «Wenn die St. Galler ihre Chance wittern, sind sie ein besonders gefährlicher Gegner,» weiss Keller. Neun Minuten vor Schluss war nach dem 19:19 durch Lukas Linde unverhofft wieder jeder Ausgang möglich. Diese Entwicklung hatte den HSCK-Trainer zu einer Umstellung in der Deckung bewogen. In der Folge fing sich sein Team wieder und agierte aus einer stabilisierten Deckung heraus auch offensiv zielstrebiger. Die beiden Rivalen spielten nun auf Augenhöhe, wobei Kreuzlingen jeweils vorlegte. In der packenden Schlussphase behielt der Leader schliesslich aber doch einmal mehr die Oberhand. Auf das 23:25 durch Thierry Gasser per Penalty 67 Sekunden vor der Sirene wusste der SV Fides keine Antwort mehr. In der Schlussminute kassierte der sonst als sehr besonnen geltende Kreuzlinger Roman Singler eine direkte Karte für ein Revanchefoul nach einem von den Schiedsrichtern nicht sanktionierten Tätlichkeit an ihm. «Weder das Frustfoul des St. Gallers noch die unüberlegte Reaktion meines Spielers gehören auf den Platz», betont HSCK-Trainer Keller, zumal er die Partie sonst als zwar hart umkämpft, aber stets in fairem Rahmen taxierte.

Heimspiel gegen den Tabellendritten
Am nächsten Samstag, um 18 Uhr, empfängt der weiterhin verlustpunktlose Leader den Tabellendritten HSG Siggenthal/Vom Stein Baden zum Spitzenkampf. Die Aargauer forderten den HSCK im Hinspiel bis zur letzten Sekunde, ehe sie knapp unterlagen. Zuletzt kassierten sie allerdings – trotz 15 Treffern ihres Topscorers Marius Moser – eine überraschende 26:27-Heimniederlage gegen die SG Andelfingen und hinterliessen dabei primär in der ersten Halbzeit (9:15) keinen guten Eindruck. Da darf man vom Team von Trainer Sascha Schönholzer in Kreuzlingen eine klare Reaktion erwarten. Die Siggenthaler müssen gewinnen, um weiter im Rennen um ein Playoff-Ticket zu bleiben.

SV Fides St. Gallen – HSC Kreuzlingen 23:25 (10:15)
Athletik-Zentrum. – 200 Zuschauer. – Sr. Huber/Celentano.
Strafen: Fünf mal zwei Minuten gegen St. Gallen, drei mal zwei Minuten plus Disqualifikation (60. Singler) gegen Kreuzlingen.
St. Gallen: Buff (5 Paraden), Schaltegger (6 Paraden); Linde (4/1), Misteli (6), Cox (2), Ryser (2), Wetzel, Moser (1), Wick (2), Schmid (4), Berger, Lieberherr (2), Aperdannier, Müller.
Kreuzlingen: Perez (16 Paraden/davon 3 Penalties), Perazic (nicht eingesetzt); Singler (3), Dedaj (2), Wipf (1), Heim, Kappenthuler (1), Thür (3), Mettler, Kun, Gasser (6/3), Schneider (4), Fricker (5).
Penaltystatistik: St. Gallen 1/4, Kreuzlingen 3/3.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Bär, Bärtschi, Deriks, Färber, Gyuris und Zeller.

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