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Martin Walser liest in Ermatingen

Ermatingen – Am Mittwoch, 10. April, kommt Martin Walser ins Kellertheater Breitenstein. Der bekannteste lebende deutschsprachige Schriftsteller liest aus seinem Buch «Spätdienst».

Martin Walser ist 91 Jahre alt. (Bild: Rowohlt/Karin Rocholl)

«Das Alter ist ein Zwergenstaat, regiert von jungen Riesen.» Wer sagt das? Ein lyrisches Ich zwischen Glücksmomenten und Schwärze, Leere, Sturz. Beim Durchkämmen des Hundefells, beim Aufschneiden eines Apfels oder immer dann, wenn die Berge im Blau stehen, der Wind in den Bäumen rauscht, die Blätterschönheit den Atem raubt, kommt sie auf, die Frage, ob das das Glück sei, denn lange währt es nie. Schon fährt etwas dazwischen, Wörter, die wehtun, ausgesprochen von anderen, gegen die nur eines hilft: «Sich in Verse hüllen, als wären es Schutzgewänder, schön, weltabweisend, die Einbildung heißt Aufenthalt.»

In Martin Walsers neuem Buch finden sich Lebensstenogramme, mal sind sie lyrisch, mal essayistisch, immer aber berührend, tief empfunden, wahr.

Er liest am Mittwoch, 10 April, 19.30 Uhr, im Kellertheater Breitenstein an der Fruthwilerstrasse 70. Ticketreservation unter koemeda@bluewin.ch oder Tel. 071 664 11 10.

«Dass es einen Himmel gibt, ist eine Verführung zu lauter fälschlichen Annahmen. Dass die Sonne vom Himmel herunterscheint, ist kaum anzuschauen, ohne auf die blödsinnigsten Gedanken beziehungsweise Hoffnungen zu kommen. Hier unten Feinde, Gefahr. Von droben winkt das Unsterblichkeitstheater.»

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