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Erneut Riesengewinn

Kreuzlingen – Mit 4,5 Millionen Franken Plus schliesst die Rechnung 2018 der Stadt Kreuzlingen deutlich höher als erwartet ab. Auch die Technischen Betriebe fahren mit 2,7 Millionen Franken Gewinn sehr viel besser als budgetiert.

Finanzchef Thomas Knupp und Stadtpräsident Thomas Niederberger präsentierten gestern einen kerngesunden städtischen Haushalt. (Bild: sb)

Das Plus der Stadt Kreuzlingen aus dem Jahr 2018 schliesst nahtlos an die Millionengewinne der vorangegangenen sieben Jahren an. Das Vermögen der Stadt Kreuzlingen wuchs seit 2011 stetig an, von damals einer halben Million Franken auf neu rund 47 Millionen Franken.

Der eigentliche Ertragsüberschuss 2018 beträgt dank der Auflösung der Spezialfinanzierung Hafenstrasse (700’000 Franken) gesamt 4,5 Millionen Franken. Das sind drei Millionen Franken mehr als im Budget 2018 vorgesehen.

«So viel an Grundstückssteuern haben wir in der Vergangenheit erst einmal eingenommen», erläuterte Finanzchef Thomas Knupp einen der Gründe für das gute Ergebnis. Dank gewinnbringender Aktivitäten auf dem Grundbuchamt wanderten fast eine Million Franken ins «Säckli» der Stadt.

Sinkende Sozialhilfeausgaben
Der grösste Brocken betrifft die Sozialhilfe. Über eine Million Franken weniger als erwartet musste das Sozialamt berappen, da die Anzahl der Sozialfälle laut Knupp abnimmt.

Dass die Bevölkerung immer älter wird, macht sich dafür in den höheren Ausgaben für Spitex-Leistungen bemerkbar. Trotz anhaltendem Bevölkerungswachstum sind die Steuereinnahmen leicht zurückgegangen – bei den natürlichen Personen sind sie zwar stabil, bei den juristischen Personen wurde allerdings ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

Stadtpräsident Thomas Niederberger lobte in dieser Hinsicht die Budget- und Kostendisziplin der städtischen Mitarbeitenden. «Wir gehen sorgsam mit den Mitteln um», versicherte er. 1’259’500 Franken weniger als geplant wurde 2018 von der Stadt ausgegeben.

Auch investiert wurde weniger. Laut Finanzchef Knupp ist dies ebenfalls ein Grund, warum sich das städtische Vermögen weiterhin aufbaut. Angesichts der bevorstehenden Grossprojekte wie Stadthaus und Thermalbad Egelsee ist das allerdings eine willkommene Entwicklung. Eine Steuersenkung will Stadtpräsident Niederberger nicht ausschliessen, aber: «diese Projekte zu realisieren, hat für mich Priorität». Diese werden den städtischen Haushalt in den kommenden Jahren erheblich belasten und trotz einer «guten Ausgangslage» dürfe man sich deswegen nicht in falscher Sicherheit wiegen.

Susanne Bergsteiner, Kaufmännische Leiterin der TBK. (Bild: sb)

Euro-Kurs begünstigte Gewinn
«Zurücklehnen dürfen wir uns deswegen nicht», bleibt auch Stadtrat Thomas Beringer angesichts der erfreulichen Rechnung der Technischen Betriebe auf dem Boden der Tatsachen. Die TBK werden laut Beringer weiterhin jeden Rappen nutzen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Unter anderem begründet sich der grosse Gewinn durch den Hitzesommer des Vorjahres, wie Susanne Bergsteiner erläuterte. «Wir haben mehr Wasser verkauft, als geplant», sagte die Kaufmännische Leiterin der TBK. Am Stärksten trug die Sparte Strom zum Ergebnis bei. Gas wurde dank des warmen Winters zwar weniger genutzt als vorgesehen. Da gleichzeitig der Euro-Wert stärker sank als angenommen, konnte aber viel günstiger eingekauft werden.

«Fürs kommende Jahr sind es unter anderem die Preisschwankungen, welche eine punktgenaue Planung bei der Budgetierung erschweren, sagte sie.

Der Gemeinderat befasst sich am 9. Mai mit den Rechnungen der Stadt und der Technischen Betriebe. Es wird die letzte Sitzung der laufenden Legislaturperiode sein. Das Volk hat am 19. Mai das letzte Wort.

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One thought on “Erneut Riesengewinn

  1. Bruno Neidhart

    Investiert man weniger in die Zukunft, beispielsweise beim Ausbau von Sportanlagen, erwirtschaftet man selbstverständlich derzeit einen Gewinn. Daraufhin bereits von „Steuersenkung“ zu sprechen, zementiert Zukunftsinvestitionen besonders für die junge Sportlergeneration städtischer Clubs, wie u.a. auch für die Vorzeigemannschaften im Döbeli und auf Klein Venedig. Fürwahr käme es einer Gesellschaftsaufgabe gleich, auch hierin Zukunft zu erkennen mit dem Ziel, zeitgemäss zu handeln, vorbildlich zu sein. Täte der erklärten Sportstadt gut.

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