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Registrierte Waffen für geübte Schützen oder unregistrierte Waffen für Ungeübte?

Leserbrief – Georg Klevenz aus Kreuzlingen erfüllt es mit Unverständnis, dass von Seiten der Schützenverbände die angemessene Anpassung des Waffenrechts so entschieden bekämpft wird.

(Bild: archiv)

Die zur Abstimmung stehende Anpassung des Waffenrechts fordert eine Registrierung halbautomatischer Waffen und einen Fähigkeitsausweis. Eine gute Entwicklung, die auch die Schützenverbände begrüssen sollten. Dort sind geübte Schützen zusammen und man geht verantwortungsbewusst mit Waffen um. Und es gibt sicherlich auch eine soziale Kontrolle gegenüber Einzelnen, die sich radikalisieren könnten. Mit den Jägern ist es genauso, die wissen, was sie tun. All die Genannten und ihre Traditionen sind von der Anpassung des Waffenrechts nicht ernsthaft betroffen.

Aber es gibt darüber hinaus einfach noch zu viele unregistrierte Waffen ohne die Kontrolle über Vereine in den Händen Ungeübter oder potentiell Gefährlicher. Ein Rechtsradikaler hat gerade in Neuseeland 50 Personen erschossen. Mit 2 halbautomatischen Waffen.

Als die Thurgauer Regierungspräsidentin und Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch vor einigen Tagen auf der Delegiertenversammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbandes sagte «…als Sicherheitsdirektorin des Kantons Thurgau wäre ich dankbar, wenn das Stimmvolk ein klares Ja in die Urne legen würde» (Thurgauer Zeitung, 12. März, Seite 23) war das Attentat noch nicht passiert. Aber mit der grossen Verbreitung und leichten Verfügbarkeit unregistrierter halbautomatischer Waffen ist auch hier das Risiko hoch, dass es früher oder später zu vergleichbaren Anschlägen kommt. Jetzt verschärft Neuseeland sein bisher liberales Waffenrecht. Die Schweiz handelt vorausschauend und will mit der Teilrevision des Waffenrechts Solcherlei verhindern, bevor etwas passiert.

Gefährliche halbautomatische Waffen nur noch registriert und für erfahrene Schützen, das ist doch keine radikale Forderung, sondern ein Gebot der Stunde. Da habe ich die gleiche Meinung wie Sicherheitsdirektorin Komposch. Es erfüllt mich mit Unverständnis, dass von Seiten der Schützenverbände diese angemessene Forderung so entschieden bekämpft wird.

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One thought on “Registrierte Waffen für geübte Schützen oder unregistrierte Waffen für Ungeübte?

  1. albert steinegger

    Die Aussage ist falsch, dass die Verfügbarkeit nur leicht eingeschränkt wird.Es braucht zum Erwerb der Waffen eine Ausnahmebewilligung bei Erfüllung gewisser Kriterien. Diese KANN, muss aber nicht gegeben werden.Da dieses Recht auf den Besitz solcher Waffen nur eine Ausnahmebewilligung (ohne Verpflichtung der Behörde) darstellt, können die Behörden de facto einfach beschliessen, dass keiner mehr eine Ausnahmebewilligung erhält, und schon wäre das scharfe Verbot ohne Möglichkeit auf ein Referendum eingeführt..

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