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Projekt «Tägerwilen 60plus»

Tägerwilen – Der Anlass «Tägerwilen 60plus» am 3. April stiess auf grosses Interesse. Vereine, soziale Einrichtungen und Dienstleister stellten sich an Ständen vor und Gemeinderätin Brigitte Seger erklärte, warum ihr eine gut vernetzte Gemeinde am Herzen liegt.

Brigitte Seger stellt ihr Projekt Tägerwilen 60plus im vollen Bürgersaal vor. (Bild: zvg)

Schon vor der Türöffnung um 17 Uhr hatten sich Warteschlangen vor der Bürgerhalle gebildet, auch Tische und Bänke mussten wegen des grossen Andrangs zusätzlich aufgestellt werden. «Ich bin selbst überrascht, auf welch gutes Echo der Anlass stösst», meinte Gemeindepräsident Markus Thalmann am Mittwochabend. An den Ständen von VBB (Verein Behinderten Busse), Mahlzeitendienst, Turnvereinen, Chören, Volksschulen oder der Politischen Gemeinde Tägerwilen, die Kultur- und Freizeitprogramm vorstellte, standen die 60plusler an, um sich über das reiche Angebot zu informieren.

Sich frühzeitig kümmern
Gemeinderätin Brigitte Seger ist die Initiatorin von «Tägerwilen 60plus». Ein Viertel der Einwohnerinnen und Einwohnern sind Jahrgang 1959 und älter. Ein Hauptanliegen der Idee sei, dass sich Tägerwilerinnen und Tägerwiler im dritten und vierten Lebensabschnitt kennenlernten und austauschten. «Die Gemeinde ist unheimlich gewachsen. Die ‹Ureinwohner› kennen sich schon», sagte Seger, «doch es gibt auch viele Zugezogene, die immer gearbeitet haben und wenig Zeit hatten, Kontakte zu pflegen.» Die Meinung, man habe es nicht nötig, sich in der Gemeinde zu vernetzen und frühzeitig über Hilfsangebote zu informieren, halte sie für einen Trugschluss. Dafür brauche man Zeit, «soziale Kontakte knüpft man nicht auf Knopfdruck». Wenn es viele gute Kontakte in der Gemeinde gebe, verbessere sich dadurch die Lebensqualität für die ältere Generation im Dorf, ist sie überzeugt.

Die Gemeinderätin findet es wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig vernetzen und über das Angebot an Vereinen und Freiwilligenarbeit erkundigen. «Mit 60 sind die meisten noch topfit. Da ist es schön, wenn sich diejenigen, die Zeit und Ressourcen haben, sich ein bisschen um jene kümmern, die nicht mehr so fit sind.»

Es gibt viel zu tun
Freiwilligenarbeit ist sinnstiftend und führt zu neuen Bekanntschaften. Die Damen am Stand «Verein Behinderten Busse» würden sich beispielsweise über neue Fahrerinnen und Fahrer freuen. Denn der Verein bietet eine günstige Alternative zu Krankentransporten oder Taxis. Die Pro Senectute bietet eine breite Palette für Menschen, die sich in ihrer Freizeit sozial engagieren möchten; ob in Kindergärten und Spielgruppen, als Ortsvertretung für die Anliegen der älteren Bevölkerungsgruppe oder in kurzfristigen Einsätzen wie Sammelaktionen, Besuchsdienste oder Mithilfe bei Veranstaltungen. Spitex oder Perspektive Thurgau erweitern das Spektrum noch.

Neben dem Kennenlernen und Vernetzen soll «Tägerwilen 60plus» Fragen beantworten wie: «Wo bekomme ich Hilfe, wenn mir etwas fehlt?» oder «Wo kann ich mich freiwillig engagieren?» Brigitte Segers schwebt die Idee eines «Club Tägerwilen 60plus» vor, der ein Jahresprogramm mit gesellschaftliche Anlässe und kulturellen Veranstaltungen ausarbeitet. Hierfür sei ein Komitee erforderlich, das den Club organisiert.

Mit den 1065 Einladungen an die Bevölkerung 60plus verschickte die Gemeinde einen Fragebogen. «Darin wollten wir unter anderem wissen, wer für eine Mitarbeit im ‹Club 60plus› bereit sei», so Segers. Nach der Veranstaltung sind bereits 137 Formulare eingereicht worden. Diese werden nun ausgewertet, um über die nächsten Schritte zu entscheiden. «Ausgefüllte Fragebögen werden selbstverständlich auch jetzt noch gerne entgegengenommen.»

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