/// Rubrik: Topaktuell

Das Velo pflegen und flicken

Kreuzlingen – Tipps und Tricks vom Profi gab es am vergangenen Mittwoch in der Büecherbrugg zu erfahren: Willi Ehrbar vom bekannten Zweiradhuus in Tägerwilen zeigte Jugendlichen, wie sie ihr Velo für den Frühling fit machen.

Zweiradmechaniker Willi Ehrbar war zu Gast in der Stadtbibliothek. (Bild: sb)

Die Idee war den Verantwortlichen gekommen, als sie das «Veloflickbuch» von Nora Ryser im vergangenen Jahr ins Programm aufgenommen haben. In diesem Handbuch zeigt die Berner Illustratorin, was Kinder und Jugendliche tun können, wenn ihr Drahtesel ein Malheur hat und weder Vater noch Velomech Zeit haben. «Do it yourself!» lautet das Motto der Autorin, und mit leicht verständlichen und zugänglichen Illustrationen ermuntert sie ihre jungen Leserinnen und Leser dazu, den Schraubenschlüssel selbst in die Hand zu nehmen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen, wie auch Unerfahrene ein Bremskabel ersetzen oder einen Gepäckträger montieren können, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Andrang am Vortrags-Tag hielt sich leider in Grenzen, was der Motivation der Anwesenden aber keinen Abbruch tat. Aufmerksam hörten alle zu und stellten auch Fragen. Zunächst erklärte Willi Ehrbar die verschiedenen Arten moderner Fahrräder und ihre Komponenten – schon da offenbarte ein Besucher, offenbar Mitglied im Bike Club Tägerwilen, einiges Fachwissen.

«Reinigt das Velo nie mit Hochdruckreinigern, denn dann wird es zwar sauber, aber die Dichtungen gehen kaputt. Zwei Jahre später ist alles verrostet», fuhr der Fachmann mit Tipps zur Pflege fort. Er empfiehlt stattdessen Wasser, Schwamm und «ein kleines bisschen Spülmittel», um den Schmutz zu entfernen. Ganz wichtig sei die Pflege der Fahrradkette. Diese muss von Zeit zu Zeit geputzt und geölt werden. Der Fachmann empfiehlt dazu Kettenspray statt Tropföl, denn Sprays sind bequemer anzuwenden und auch kriechfähiger – das heisst, das Schmiermittel verteilt sich dann besser in den kleinsten Ritzen.

In einzelnen Schritten zeigt Ehrbar am Schluss, wie er einen Schlauch fachmännisch wechselt. Dazu mit den Reifenhebern am Ventil anfangen und den Reifen dann mit den Händen von der Felge ziehen. Ist der Schlauch draussen, unbedingt die Richtungen markieren. Denn dann kann der Reparateur ihn wieder genauso einlegen, und dadurch die Stelle am Reifen erkennen, wo etwas den Schlauch löcherte. «Oft sind es kleine Dornen oder ähnliches, die sich nicht so schnell finden lassen», erläuterte Ehrbar den Grund für diese Massnahme.

Ist der Schlauch geflickt und eingelegt, geht es allerdings andersrum: Gegenüber des Ventils anfangen, sonst gibt es einen Wulst. Beim Wiederaufziehen der Reifen gilt es, die Laufrichtung zu beachten. Sie ist meist in den Reifen gestanzt.

Das Buch von Nora Ryser hat 40 Seiten mit 128 Illustrationen und ist 2018 im Wird & Weber Verlag erschienen.

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