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Frauenpower gefragt – jetzt streikt’s!

Kreuzlingen – Am Freitag, 5. April fand die Jahresversammlung der Gewerkschaft Syna im Restaurant Besmer statt. Sektionspräsident Luis Barros konnte 35 Mitglieder begrüssen. In seinem Jahresbericht würdigte er die Verhandlungsergebnisse in den einzelnen Branchen. Besonders hob er den Einsatz der Syna für die Arbeitsbedingungen im Bauhauptgewerbe hervor.

Am 14. Juni ist der geplante Frauenstreiktag. (Bild: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de)

Rau und hart, wie die Arbeit auf dem Bau, waren die zahlreichen Verhandlungsrunden. Man schenkte sich nichts, zum Schluss kam es gar zu zahlreichen Protest- und Streikaktionen im ganzen Land. Hauptstreitpunkt war die uneingeschränkte Weiterführung des flexiblen Altersrücktritts FAR, welcher den Bauarbeitern die Pensionierung ab 60 Jahren ermöglicht. Aus finanziellen Gründen wollte die Arbeitgeberseite das Rentenalter erhöhen, was für die Gewerkschaften ein «No go» war. Die Arbeitnehmer selber leisten nun eine leichte Beitragserhöhung zwischen 0.5 und 0,75 % und verzichten auf die volle Beitragszahlung der Stiftung FAR an die Pensionskassen, damit ist die Möglichkeit ab 60 in Rente zu gehen auch für die kommenden Jahre gesichert, so Barros. Ein Mitglied in der Versammlung freut sich, dass er nach über 40 Jahren auf dem Bau ab September dieses Jahres in FAR-Rente gehen kann. In diesem Frühjahr konnte seit der Einführung im Juli 2003 der 20‘000ste FAR-Rentner in den Ruhestand treten. Jeder FAR-Rentner erhält durchschnittlich 300‘000 Franken für die fünf Jahre bis hin zum ordentlichen AHV-Alter. Seit 2018 können die ersten Maler und Gipser ebenfalls von einem Vorruhestand profitieren. Auch aus dieser Branche freut sich ein langjähriges Mitglied aus der Versammlung über diese neue Leistung. Im Anschluss orientierte Luis Barros über die Lohnabschlüsse, die dank guter Wirtschaftslage in den meisten Branchen positiv ausfielen. Auch hier als Beispiel das Bauhauptgewerbe mit einer Erhöhung von generell 80 Franken in diesem und 80 Franken im nächsten Jahr.

Frauenstreik am 14. Juni
Unter dem Titel «jetzt streikts» verteilte der Syna-Sekretär Flyer zum geplanten nationalen Frauenstreiktag am 14. Juni dieses Jahres. Ob in der Ostschweiz oder anderen Regionen, in der ganzen Schweiz wird zwischen 11 und 15.30 Uhr zum Frauenstreik aufgerufen. Die Frauen haben die Nase voll und fordern nach Jahrzehnten endlich die Umsetzung der Gleichstellung für Mann und Frau. Insbesondere sind die Löhne für Frauen bei gleicher Arbeit am gleichen Ort immer noch um vieles tiefer. Auch in den Kaderpositionen reisst die «Übermacht» der Männer nicht ab. Es geht um Chancengleichheit, so Luis Barros und rief alle Frauen dazu auf am 14. Juni ein Zeichen zu setzen. Selbstverständlich dürfen und sollen auch die Männer die Frauen solidarisch unterstützen.

Als Syna-Mitglied und Stadtrat von Kreuzlingen überbrachte Ernst Zülle der Versammlung die Grüsse der Kreuzlinger Stadtregierung. Zum Thema Gleichstellung ergänzte Zülle, dass der Stadtrat die Charta für gleichen Lohn von Mann und Frau unterzeichnen wollte. Ein Zeichen sollte gesetzt werden, obwohl bei den rund 220 Angestellten unserer Stadt die Gleichstellung seit Jahren gelebt wird. Unter dem Vorwand des administrativen Aufwandes lehnte leider eine knappe Mehrheit des Gemeinderates die Unterzeichnung ab. Als langjähriges Mitglied der Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz des Kantons Thurgau versicherte Stadtrat Zülle sich weiter vehement für die Gleichstellung und gegen jegliche Art von Diskriminierung einzusetzen.

Vorstand wiedergewählt
Der Präsident Luis Barros, Kassier Stephan Marty, Aktuar Carmine Gallo, Beisitzer Martin Imhof und Ernst Zülle sowie die Revisoren Wolfgang Kohler und Roman Widler, wurden in ihren Ämtern bestätigt.

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