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«Ältere Eier schmecken besser»

Kreuzlingen – Nächste Woche wird Ostern gefeiert und das Eier-Geschäft und alles was es braucht, um sie zu verzieren, läuft. Für den Bio-Bauer Thomas Vetsch und seine Legehennen ist Hauptsaison. Zudem hat er einiges zu erzählen.

Monika, Leon und Thomas Vetsch sorgen mit ihren Hennen dafür, dass es an Ostern etwas zu suchen gibt. Auf dem Bild fehlen die zwei anderen Söhne Lukas und Marius.  (Bild: av)

Die 2000 Legehennen von Bio-Bauer Thomas Vetsch sind in diesen Tagen gefordert. «Vor Ostern und Weihnachten werden am meisten Eier verkauft», sagt der Hattenhausner. Zu einem Engpass kam es bei ihm noch nie, denn eine Henne legt eigentlich jeden Tag ein Ei. Unförmige, zu grosse oder Eier mit einer rauen Schale landen im Hofladen des Bauern. In den Detailhandel kommen hauptsächlich Eier mit einem Mindestgewicht von 53 Gramm und einer glatten Schale. Eier-Bestellungen von Privatpersonen für Ostern erhält er seit Tagen. «Eine Frau bestellte mal 120 Eier vor Ostern», erzählt der 47-Jährige. Die Legehennen von Vetsch leben in einem Stall mit grossem Winterauslauf und zusätzlichem, ein Hektar grossem Freilaufgehege. Ausserdem gibt es im Stall Leitern zum Klettern und Spielzeug, wie beispielsweise Strohballen. In der Natur würden die Hühner den Tag damit verbringen, scharrend und pickend nach Futter zu suchen. Ohne Beschäftigung würden sie sich vor Langeweile gegenseitig zu Tode picken. «Es sind auch schon mehrere Hühner ausgebrochen. Drei davon immer wieder, sie unternahmen eine kleine Tageswanderung, kamen aber immer wieder von selbst zurück», erzählt Vetsch mit einem Lächeln. Unterscheiden kann er seine Hühner jedoch nicht. Eines hatte allerdings ein markantes Markenzeichen. «Es wurde zu meinem Lieblingshuhn. Seine Halsform war aussergewöhnlich, deshalb taufte ich es Quasimodo», sagt er.

Weisse Eier sind beliebter

Seine Hennen legen weisse Eier. Dabei spielt nicht die Farbe des Gefieders sondern die Farbe der Ohrlappen eine Rolle. Hennen mit roten Ohrlappen legen braune und solche mit weissen Ohrlappen weisse Eier. «Ich habe mich für diese Hennen entschieden, weil mein Abnehmer hauptsächlich an weissen Eiern interessiert ist, die er einfärbt», sagt Vetsch. Bis auf das Äussere gibt es zwischen braun und weiss keinen Unterschied. «Nach drei Tagen sind die Eier geschmacklich besser und nach dem Kochen besser zu schälen, als am Legedatum», sagt Vetsch nach seiner eigenen Erfahrung. Er isst immer noch gerne Eier, obschon er Tag für Tag mit ihnen zu tun hat.

Eiersammeln ist automatisiert

Vetsch läuft bis zu sechsmal pro Tag durch den Stall, um verlegte Eier einz14usammeln, dabei findet er im Schnitt noch 20 Eier. Die restlichen landen morgens direkt vom Huhn auf dem Fliessband, welches vom Legenest bis in einen Vorraum des Stalls führt. Hennen legen ihre Eier immer am selben ruhigen und dunklen Ort. Deshalb wurde der Stall nach den Bedürfnissen der Hennen und so gebaut, dass das Eiersammeln fast automatisiert werden konnte.

Auch das Bio-Futter fährt auf einem Fliessband, wie in einer Sushibar, durch den Stall. Für die Eierproduktion braucht die Henne keinen Hahn, aber im Stall von Vetsch sind trotzdem zwei unterwegs, um für Ordnung in der Herde zu sorgen.

Sie werden weiterverwertet

Legehennen können bis zu zehn Jahre alt werden. Jedoch verschlechtert sich die Eier-Qualität, welche dann nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Deshalb erneuert Vetsch die Hennen jedes Jahr. Die Metzgereien verarbeiten die Bio-Hennen zu Tierfutter oder Suppenhühnern, aus anderen Haltungen werden sie teilweise in der Biogas-Gewinnung verwertet. Danach desinfiziert Vetsch den Stall für die neuen Hennen, welche mit 18 Wochen zu ihm kommen. Er ist mit der Handhabung und Zusammenarbeit zwischen ihm, dem Abnehmer und Detailhandel in der Bio-Produktion zufrieden.

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