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Zweckmässiger Umbau

Kreuzlingen – Das unter Denkmalschutz gestellte Priesterhaus Bernrain bedarf einer dringenden Sanierung. Die Rahmenbedingungen für die Renovation waren ein Seilakt für die verantwortlichen Planer. Trotz allen Hürden sind sie zu einem veritablen Konzept gekommen, das an der Urne mehrheitsfähig sein sollte. Der Antrag für den Rahmenkredit über 2,1 Millionen Franken kommt am Wochenende vom 4. und 5. Mai zur Abstimmung.

Pfarrer Josef Gander und Kirchenpfleger Simon Tobler. (Bild: Sandro Zoller)

Das Wunderkind Alfons von Liguori kam 1696 in Neapel auf die Welt. Schon als Jugendlicher malte er, spielte Cembalo und verfasste einen Gedichtband. Bereits mit 16 Jahren promovierte Liguori zum Doktor für weltliches und kirchliches Recht. 1732, nachdem er schon einige Jahre Priester war, gründete er eine missionarische Gemeinschaft. Ziel war es, den Ärmsten das Evangelium zu verkünden. Da er den Schwerpunkt auf die Verlautbarung der Erlösung durch Christi setzte, gab er den Mitgliedern der Ordensgemeinschaft den Namen Redemptoristen. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort Redemptor ab und heisst übersetzt Erlöser. Der Orden fand mit der Zeit weit über die Landesgrenzen hinaus Anklang. 1919 eröffnete die Gemeinschaft der Redemptoristen eine Niederlassung in der damaligen Gemeinde Emmishofen.

Energieeffizientes Bauen und Denkmalpflege beissen sich
Das jetzige Priesterhaus stammt aus den Jahren 1928/29 vom Architekt Albert Rimli. Es wurde bewusst in der typischen Klosterform gebaut: drei Stockwerke mit einem durchgehenden Gang und auf beiden Seiten bescheidene Einzelzimmer, sowie diverse Räume für das tägliche Ordensleben. Kirchenpfleger Simon Tobler sprach am Anfang des Presserundganges bewusst die Schwierigkeiten bei der Planung an. «Gerade Bauten auf öffentlichem Grund müssen energieeffizient gebaut oder saniert werden. Da das Priesterhaus, durch einen weiteren Anbau, mit der sehr schützenswerten Kapelle Bernrain verbunden ist, hat es denselben schützenswerten Level wie die Kirche St. Stefan. Konfliktpotenzial war hier vorprogrammiert. Schlussendlich wurde entschieden, dass der Denkmalschutz energetisches Bauen überwiegt. Dadurch sind gewisse bauliche Massnahmen, wie zum Beispiel eine innere und äussere Isolierung, ausgeschlossen. Damit doch ein besserer Energiewert erzielt werden kann, erhält der Deckenbereich zum Dachgeschoss eine Dämmung.»

Rahmenkredit anstelle Baukredit
Bewusst wurde der Rahmenkredit einem Baukredit vorgezogen. Das mehrjährig geplante Projekt soll nun schnellstmöglich seine Umsetzung finden. Zurzeit leben sieben Redemptoristen im Priesterhaus. Pfarrer Josef Gander, selbst Ordensmitglied, führte durch die Räumlichkeiten. Dabei wurde sichtlich klar, dass eine Renovation von Nöten ist. Das 2,1 Millionen Projekt umfasst unter anderem im Innern, nebst der Dämmung zum Dachstock, einen Lift, aus brandschutztechnischen Gründen zusätzliche Türen, eine modernisierte Küche, vergrösserte Schlafbereiche mit einer einfachen Nasszelle und ein ausgebautes Multifunktionszimmer. Mit einer umweltfreundlichen Pelletheizung kann trotz allen Einschränkungen seitens der Denkmalpflege ein besserer Energiewert erzielt werden.

Im Aussenbereich genügen einfache Maler- und Reparaturarbeiten. Die Zufahrt erfolgt neuerdings über die Brunnenstrasse. Um den gegenwärtigen Bedürfnissen gerecht zu werden, erhält der Vorplatz drei Carports.

Verworfene Pläne
Die Kosten für den Umbau des Dachgeschosses in eine Wohnung hätten sich auf circa 500’000 Franken belaufen. Da die potenziellen Mieter nur Mitarbeiter der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen sein dürften, wären die Kosten kaum zu decken. Eine weitere Idee war der Bau von Pilgerzimmern. Auch hier würden die Aufwände die Erträge überwiegen.

Läuft alles nach Plan, wird im Herbst mit dem Bau begonnen. Ende 2020 ist dann auch die letzte Renovationsarbeit abgeschlossen.

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