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Freude über Millionengewinn

Kreuzlingen – Gestern tagte der Kreuzlinger Gemeinderat zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung. Die Abgeordneten zeigten sich erfreut über die positiven Jahresabschlüsse von Stadt und Technischen Betrieben und genehmigten diese einstimmig. Die SP reichte eine Interpellation ein, um den Klimaschutz zu intensivieren.

Urs Wolfender, Anna Rink, Daniel Moos und Veronika Färber von der Freien Liste verabschiedeten Christian Forster, den wohl buntesten Gemeinderat Kreuzlingens, der für seine Ein-Mann-Partei Rägäbogä 24 Jahre im Gemeinderat sass. (Bild: sb)

Der Abend begann allerdings mit einem traurigen Moment: Das Parlament gedachte dem verstorbenen SVP-Gemeinderat Rolf Rindlisbacher mit einer Schweigeminute.

Für strahlende Gesichter bei der vorberatenden Finanz- und Rechnungsprüfungskommission und allen Fraktionen sorgte hingegen die Rechnung der Stadt, sind doch die fast 4,5 Millionen Franken ein willkommenes Polster, wenn es dann in den kommenden Jahren daran geht, die geplanten Grossprojekte wie Schwimmbad, Stadt- und Parkhaus zu finanzieren.

Jetzt nicht leichtsinnig werden!
Natürlich musste es auch mahnende Worte geben, etwa von Barbara Hummel, die für die Fraktion SVP befand, dass man trotz positivem Rechnungsabschluss künftig die Ausgaben im Auge behalten muss. «Haushälterisch mit dem Steuerfranken umgehen», nannte dies Beat Rüedi von der FDP/EVP-Fraktion, während Ruedi Herzog im Namen der SP-Fraktion die steigenden Kosten im Gesundheitsbereich ansprach und den Stadtrat anwies, seinen finanziellen «Handlungsspielraum» zu erhalten.

Lob an TBK-Mitarbeitende
Das Stadtparlament nahm danach die Rechnung der Technischen Betriebe (TBK) ebenso begeistert zur Kenntnis. Den Mitarbeitenden der TBK wurde vielfach Dank für ihre kompetente Arbeit ausgesprochen. Uneinigkeit herrschte allein darin, ob der Gewinn von 2,7 Millionen Franken aufgrund unbeeinflussbarer Faktoren völlig überraschend in die Kasse gespült wurde oder das hohe Plus zu erwarten gewesen sei, wie ein kleines Geplänkel zwischen SVP- und SP-Vertretern bewies.

Ortsplanungsrevision auf Kurs
Christian Brändli (FDP) berichtete im Anschluss aus der Spezialkommission, welche sich mit der Ortsplanungsrevision befasst. «Unsere Arbeit ist vorerst abgeschlossen», überbrachte er die gute Nachricht. Kanton und Stadtrat sind nun an der Reihe. Wenn alles glatt läuft, erfolgt die öffentliche Auflage ab September.

Massnahmenkatalog gefordert
Den Umweltschutz verbessern will die Fraktion SP/Juso/Gewerkschaften mit ihrer Interpellation «Green Deal für Kreuzlingen», in Anspielung auf den «New Deal» des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Das Potenzial der Energiewende sei im Thurgau längst nicht ausgeschöpft, Kreuzlingen soll als gutes Beispiel vorausgehen, fordern die Genossen. Sie wollen, dass der Stadtrat angesichts der vorherrschenden Bedrohung durch die Klimaerwärmung einen Massnahmenkatalog verabschiedet, um den Klimaschutz zu intensivieren. Der Katalog soll einen möglichen Finanzierungsplan sowie gegebenenfalls die Anpassung gesetzlicher Grundlagen enthalten.

Der Grosse Rat in Graubünden habe einen ähnlichen Vorstoss für einen Aktionsplan trotz bürgerlicher Prägung bereits im Februar gut geheissen, so die Unterzeichner.

Bewegender Abschied
Eine bewegende Geste machte noch die Freie Liste. Die Fraktionskollegen überbrachten ihrem scheidenden Mitglied Christian Forster – der leider nicht vor Ort war – ein Gemälde. Ein «Stieregrind für de stuure Grind», sagte Urs Wolfender, der ihm mit einem Gedicht dankte. Man werde den ehemaligen Ratspräsidenten vermissen, der mit seinen einzigartigen Schlussworten für Überraschung sorgte und stets als Anwalt des kleinen Mannes auftrat, so Wolfender. Dachdeckermeister Forster sass seit 1995 im Rat.

Gemeinderatspräsident Elmar Raschle gedachte in seiner Abschiedsrede dem verstorbenen Rolf Rindlisbacher. Auch Raschle kam zum Schluss auf die Umwelt zu sprechen. Viele würden in punkto Umweltschutz Wasser predigen und Wein trinken. So lässt sich die Welt nicht retten, gab er zu bedenken.

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