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Der mit dem meisten Grips

Kreuzlingen/Weinfelden – Erst 18 Jahre alt und bereits unter den besten Jugend-Biologen der Schweiz: Jeremy Feusi hat sich mit drei weiteren Schweizern für die Biologie-Olympiade in Ungarn qualifiziert. Der Weg war lang und die grauen Hirnzellen wurden herausgefordert.

Jeremy Feusi fühlt sich für die internationale Biologie-Olympiade gerüstet. (Bild: av)

Mit dem Beobachten von Vögeln hat alles begonnen. «Mich interessiert die Entstehung der Vogelvielfalt und von der Naturwissenschaft aus betrachtet, will ich herausfinden, wo Dinge herkommen», sagt Jeremy Feusi aus Weinfelden. Er besucht die Kantonsschule Kreuzlingen und hat sich für die internationale Biologie-Olympiade in Szeged in Ungarn qualifiziert. Mit der Schweizer Delegation, zu der Noemie Allet vom Kollegium Spiritus Sanctus (VS), Niklas Wiesmann vom Gymnasium Oberwil (BL) und Jannik Wyss vom Gymnasium Oberwil (BL) gehören, kämpft Jeremy vom 14. bis 21. Juli in Ungarn um einen Podest-Platz.

«Viele meiner Mitstreiter wussten noch nicht, wie man eine Mikropipette verwendet», sagt Jeremy über den Qualifikation-Wettbewerb vom 28. April. Dank des praktischen Unterrichts an der Kanti konnte sich Jeremy diesen Vorteil verschaffen. Aber nicht alles lief rund. «Ich hatte Mühe, mir die Zeit einzuteilen, weil sie pro Aufgabe sehr knapp bemessen war», sagt er. Die Teilnehmer mussten beispielsweise herausfinden, in welchen Pflanzen Herbizide sind, sie mussten Laktose freie Milch herstellen oder – der Klassiker – ein Schweineauge sezieren. Jeremy arbeitete am Liebsten am praktischen Teil des Finals. Was ihm eher nicht so lag, war eine Aufgabe, in der er Zellen mit den lateinischen Namen in einen Stammbaum einfügen musste. «Ich wusste nicht alle auswendig und es war zu viel für die kurze Zeit, die ich hatte. Aber alle lateinischen Namen lernen die wenigsten auswendig», erklärt Jeremy.

In der Qualifikation hat sich Jeremy gegen 1290 Schüler durchgesetzt. Er musste 2018 einen 90-minütigen Test an der Kanti schreiben, danach absolvierte er mit den verbleibenden 80 Schülern eine intensive Biologie-Woche. Zum Schluss überstand er mit seinen 17 Mitstreitern das drei Tage andauernde Finale. Die vier Bestplatzierten dürfen nach Ungarn reisen – Jeremy schaffte es auf Rang drei.

An diesem Wettbewerb können nur Kanti-Schüler oder Gymnasiasten teilnehmen. Jeremy wünscht sich, dass jede Kanti und jedes Gymnasium die Teilnahme an dieser Olympiade gleich handhaben würde. «Es ist schade, dass manche Schüler nicht teilnehmen, weil sie nicht wissen, dass es solch einen Wettbewerb überhaupt gibt», sagt Jeremy etwas enttäuscht über das System.

Für den internationalen Wettbewerb steht ihm und seinen Kollegen nochmals eine intensive Woche bevor. Aufgrund der Ergebnisse aus der Schweizer Olympiade will er seine Schwachstellen eruieren und ausmerzen.

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