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Gefunden ohne es gesucht zu haben

Kreuzlingen – Die Ostschweizerin Claudia Lässer machte eine steile Karriere in der Medien-Welt, obschon dies gar nicht ihr Plan war. Für ihr Schaffen und ihr Engagement wurde sie für den Publikumspreis beim Prix Walo nominiert.

Claudia Lässer legte eine steile Karriere hin. Dieses Schaffen wurde mit der Nomination zum Publikumsliebling belohnt. (Bild: Ellin Anderegg)

Von der Lehrerin zum Model, zur Miss Ostschweiz, zur Moderatorin der eigenen Sendung, zur Leiterin Teleclub Sport und Teleclub Zoom bis zum Mitglied der Geschäftsleitung bei Teleclub. So sieht im Schnelldurchgang die Karriere der 42-jährigen Claudia Lässer aus.

«Ich wollte von klein auf Lehrerin werden und habe nie an eine Fernsehkarriere gedacht», sagt Lässer zu ihrem Lebenslauf. Als Sahnehäubchen wurde sie als Publikumsliebling des Jahres 2018 beim Prix Walo nominiert.

Trotz ihres beruflichen Erfolges sieht sie keine Chance gegen eine Sandra Studer oder eine Linda Fäh. «Ich war über die Nomination positiv überrascht, weil ich als Moderatorin nur noch in meiner Sendung ‹Zoom Persönlich› zu sehen bin. Meine Mitstreiter sind in der Öffentlichkeit viel präsenter als ich», sagt Lässer. Ihre Haupttätigkeit, die Leitung der Teleclub-Formate Sport und Zoom, findet im Hintergrund statt. Sie rührt für sich auch nicht die Werbetrommel, da sie durch ihre Stellung nicht so stark in den sozialen Netzwerken aktiv ist. «Es ist eine grosse Ehre nominiert zu sein und schön zu sehen, dass meine Arbeit geschätzt wird, aber ich werde nur kurz vor der Preisverleihung vielleicht etwas posten», sagt Lässer.

Ein unbeschriebenes Blatt ist sie beim Prix Walo jedoch nicht. Sie war bereits mehrmals als Gast und zweimal als Laudatorin für das Fernsehformat Sport an der Preisverleihung. Einmal ging etwas schief. «Vor meinem Auftritt fiel der Übertragungs-Satellit aus, aufgefallen ist es vermutlich niemanden und den Zuschauern zu Hause wurde vermutlich Werbung eingespielt. Mein Auftritt hat sich nur ein wenig verzögert», sagt Lässer und lächelt. Dieses Mal als Kandidatin bereitet sie sich nicht vor, sie freut sich einfach auf einen schönen Abend mit ihrem Mann.

Es wird nicht ausgeruht

Heute lebt sie mit Mann und Tochter am Ufer des Greifensees im Kanton Zürich, aber sie absolvierte ihre Lehrerausbildung in Kreuzlingen. Für diese Ausbildungsjahre lebte sie auch in der Stadt. Aufgewachsen ist sie in Islikon. Weder das Modeln noch den Lehrerberuf vermisst sie: «Ich arbeite weiterhin mit Menschen zusammen und kann sie bei ihrer Tätigkeit fördern.» Lässer ist beim Teleclub für 90 Mitarbeiter und zwei Fernsehsendungen zuständig, dadurch trägt sie heute mehr Verantwortung als im Lehrerberuf. Auch die Präsenzzeiten sind deutlich häufiger, wie beispielsweise Wochenendarbeiten oder Abendeinsätze, die sie als Lehrerin nie hatte. Sie war jedoch nur knapp ein Jahr als Stellvertretungslehrerin in Matzingen tätig und unterrichtete in der ersten Realschule die 13-Jährigen.

Obschon sie eine steile berufliche Karriere hinter sich hat und zur Geschäftsleitung bei Teleclub gehört, denkt sie nicht daran, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Aktuell macht sie eine Ausbildung zur eidgenössisch diplomierten Mentorin, daneben entwickelt sie neue, grössere Sendungen für den Teleclub und sie möchte ab diesem Sommer mehrere Gäste auf einmal in ihre Talk-Show einladen. «Besonders in jungen Jahren sollte man etwas finden, was einem Freude bereitet und mutig genug sein, seine Träume zu verwirklichen. Denn man hat noch nichts zu verlieren und keine familiären Verpflichtungen», rät Lässer jungen Erwachsenen.

Ihre Position bei Telecub erfülle sie mit Demut und sie habe das Privileg, ihre Ideen umsetzen zu können, so Lässer. «Egal für welchen Beruf man sich entscheidet, es ist wichtig Vollgas zu geben, und dies fällt einem leichter, wenn man etwas tut, was man liebt», ergänzt Lässer.

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