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Abschiede in Bottighofen

Bottighofen – Gemeindepräsident Urs Siegfried und der Primarschulpräsident Michael Thurau haben ihre letzten Gemeindeversammlungen absolviert.

Ihm zu Ehren wird nun der Pfad zwischen Ifang und Brunnenstrasse offiziell «Urs-Siegfried-Weg» benannt: Der scheidende Präsident Urs Siegfried an seiner letzten Gemeindeversammlung. (Bild: ig)

«2007 bin ich aus der Überzeugung angetreten, dass man als Bürger nicht nur konsumieren darf, sondern sich auch engagieren muss», sagt Urs Siegfried. «Nun geht Ende Monat meine dritte Amtsperiode zu Ende. Es war eine schöne und anspruchsvolle Tätigkeit, die jetzt altershalber vorbei ist.» Er sei froh, dass er Wichtigem zum Durchbruch habe verhelfen können und dass er viele kleine sehr erfreuliche Vorhaben habe umsetzen dürfen. In seiner Amtszeit wurde unter anderem das neue Hafenbetriebsgebäude erstellt, die Kita eröffnet, der Werkhof umgebaut, das Alterszentrum eingeweiht und die Badi Röösli erneuert. Naturgemäss habe es auch mal Konflikte gegeben. «Geduld, eine konsequente Haltung und Verhandlungsbereitschaft haben sich als hilfreich erwiesen.» Gemeinderätin Christina Bührer-Keller lobte noch einmal den Fleiss des Präsidenten: Seit 2007 habe er 219 Sitzungen geleitet, 1864 Geschäfte behandelt und 155 Kommissionssitzungen jeweils mit Gelassenheit und Ruhe präsidiert. Ihm zu Ehren wird nun der Pfad zwischen Ifang und Brunnenstrasse offiziell «Urs-Siegfried-Weg» benannt.
Für Gemeinderat Erich Brunner war es ebenfalls die letzte Gemeindeversammlung. Er hatte sich 14 Jahre im Ressort Werke engagiert und dort – so Urs Siegfried bei der Verabschiedung – «mit seiner ruhigen Art immer Lösungen für strittige Punkte gefunden.»

Einstimmige Beschlüsse
Zur letzten Gemeindeversammlung mit dem scheidenden Präsidenten hatten sich 84 Stimmbürger und 18 Gäste im Dorfzentrum eingefunden – durchaus mehr als bei anderen Versammlungen zuvor. An einer strittigen Agenda kann das verstärkte Interesse nicht gelegen haben: Alle Geschäfte wurden einstimmig angenommen. Die Rechnung 2018, die statt mit einem budgetierten Minus mit einem Plus von über 400’000 Franken abschloss, wurde gern abgesegnet. Die Steuereinnahmen waren gestiegen, insbesondere auch die Grundstücksgewinnsteuern. Das Geld wurde für zusätzliche Abschreibungen genutzt, 20’000 Franken fliessen ins Eigenkapital. Einverstanden waren die Anwesenden auch mit einem Kredit über 455’000 Franken, der für die Sanierung der Spundwand am Hafen gebraucht wird. «Die Spundwand ist 1968 erstellt worden. Inzwischen weist sie einige Schäden auf. Querträger und Befestigungselemente sind zum Teil gebrochen», erklärte Urs Siegfried. «Die provisorischen Reparaturen, die wir vergangenes Jahr haben durchführen lassen, sind von der jüngsten Bise zunichte gemacht worden.» Wenn die Ausschreibung und Auftragsvergabe wie geplant laufen, können die Arbeiten im Herbst beginnen. Eingebürgert wurden Robert Bozic, Jakob und Emma Handte, Daniela und Yvo Munafò, Familie Sontheim und Mike Wiefel.

Abschied auch für Schulpräsident Thurau
Die Primarschulgemeinde konnte bei ihrer Rechnungsversammlung ebenfalls über erfreuliche Zahlen abstimmen. Die Rechnung schloss wegen guter Steuereinnahmen 1,1 Mio Franken besser als budgetiert. Der Überschuss wird ins Eigenkapital überwiesen. «Die Primarschule steht gut da», beschreibt Michael Thurau bei seiner letzten Versammlung als Schulpräsident. Auch wenn man noch die Schulden aus dem Erweiterungsbau abbezahlen müsse, seien die Finanzen gesund und das Team top motiviert. Als kürzlich auch noch Hans Amrhein als neuer Schulleiter verpflichtet werden konnte, sei ein Strahlen über alle Gesichter im Kollegium gezogen. «Mein Nachfolger Dario My darf sich nun dem Verbesserungspotential annehmen.» Der Vizepräsident der Schulgemeinde, Rico Lauper, würdigte die Arbeit von Thurau: «Du bist da, wenn Not am Mann ist, und du sagst, was du denkst. Das polarisiert natürlich.» Er bedankte sich explizit für die Standhaftigkeit des Präsidenten, seine Bereitschaft unangenehme Entscheide mitzutragen, den unermüdlichen Einsatz, seine Dossierkenntnis und seinen Beitrag zum Wohl der Schule. «Es hiess bei dir ’Schule first’, auch wenn viel Arbeit an dir hängengeblieben ist. Du hinterlässt eine Schule, die gut organisiert ist.»

geschrieben von Inka Grabowsky

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