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Forza AS Calcio!

Fussball – Die AS Calcio hat bereits zum zweiten Mal den Cup des Ostschweizer Fussballverbands gewonnen. Das Team spielt eine unglaubliche Saison und kann mit einem Sieg in Bischofszell am Samstag bereits drei Runden vor Schluss den Aufstieg in die fünfthöchste Spielklasse meistern.

Jubel in Frauenfeld nach dem OFV-Cup-Sieg am Samstag. (Bild: zvg)

Fast 500 Fans waren am vergangenen Samstag nach Frauenfeld mitgereist. «Die Junioren hatten spielfrei, deshalb kamen viele mit», erklärt Marcus Meloni diesen Aufmarsch. Auch am Samstag, 25. Mai, werden sicher einige Unterstützer den Weg nach Bischofszell finden.

Ein Sieg ist zu erwarten, krebsen die Bischofszeller doch auf dem zweitletzten Tabellenplatz herum. Die AS Calcio hingegen hat die Gruppe 2 der 2. Liga von Beginn an dominiert und bis auf drei Unentschieden alle gewonnen. Trotz einem Spiel weniger führt das Team die Tabelle mit zehn Punkten an.

«Wir wollen am Samstag den Sack zu machen und in den verbleibenden drei Spielen bereits an der Vorbereitung für die kommende Saison arbeiten», bekräftigt der Calcio-Präsident den Siegeswillen der Mannschaft. «Das heisst: Junge Spieler sollen dann vermehrt zum Einsatz kommen.»

Damit bleibt die AS Calcio einer seit mehreren Jahren bewährten Linie treu. «Wir setzen auf Kontinuität und Eigengewächse», sagt Meloni. «Und die grossartige Jugendarbeit der letzten Jahre trägt einen grossen Teil zum Erfolg bei.»

Eingeschworenes Team
Seit acht Jahren wird die 1. Mannschaft von David Fall drei Mal die Woche trainiert. Das Team blieb nahezu gleich: Nur zwei Spieler der 1. Mannschaft sind über 30. Bis auf zwei Spieler, die aus Frauenfeld kommen, wohnen alle in Kreuzlingen oder Umgebung – teilweise sind sie schon seit zehn Jahren Mitglied. Kein Wunder, talentierte Spieler werden hier zu Leistungsträgern aufgebaut. So konnten dieses Jahr weitere fünf Junioren ihr Debüt in der 1. Mannschaft geben: Reda Laidouci, Altan Sayar, Diego Provenzano, Ronnie Diaz und Aziz Ouechtati.

Diese nachhaltige Vereinsentwicklung ist auch ein Grund, wieso sich weder Spieler noch Funktionäre vor der höheren Liga fürchten. «Wir wollen aufsteigen, um oben mitzuspielen, und nicht als Fahrstuhlmannschaft», sagt Meloni. Vorbilder sind für ihn der FC Wil oder der FC Rapperswil. «Wir wollen ein Thurgauer Vorzeigeverein werden», kündigt er an. «Wenn man sieht, wie viele Junioren-Mannschaften wir haben, welche Erfolge diese vorweisen können und wie viele Kreuzlinger bei uns auf dem Platz stehen, dann sind wir auf gutem Weg dorthin.»

Mit dem FCK hat in dieser Saision auch der höherklassigere Kreuzlinger Fussballverein den Aufstieg vor Augen. Sollte der FCK jedoch in der fünfthöchsten Spielklasse verbleiben, dürfen sich die Fans auf spannende Derbys freuen. Der AS-Calcio-Präsident lässt das aber kalt. «Stadtderbys wären für die Region interessant, für uns persönlich weniger», sagt er. «Uns beschäftigt gerade viel mehr, wen wir im Juni als Gegner im Cup ausgelost bekommen.»

Mit etwas Glück dürfte das nämlich ein Profiteam sein. Und zumindest denen könnte es gelingen, was in diesem Jahre noch keiner Mannschaft gelang: die Blau-Weissen im Döbeli einmal richtig ins Schwitzen zu bringen.

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Ein Gedanke zu „Forza AS Calcio!

  1. Bruno Neidhart

    Wenn der AS Calcio-Clubpräsident berichten lässt, (eventuelle) „Stadtderbys lassen ihn kalt, sie wären für die Region interessant, für uns persönlich weniger“, so ist das eine sportgesellschaftliche Meinung, die nicht gut in eine erklärte Sportstadt passen will. Es ist somit zu hoffen, dass die fussballinteressierten Zuschauer dazu eine dezidiertere Vorstellung haben, sind doch Derbys sportlich und gesellschaftlich durchwegs von grossem Interesse – nicht nur in London, Barcelona, Glasgow – oder Milano (!), usw.

    Kreuzlingen kann sich derzeit glücklich schätzen, gleich zwei starke Clubs beheimaten zu können – ein Novum in einer kleinen Stadt: Hier der traditionsreiche Stadtclub FCK von 1905, dort der deutlich jüngere Club AS Calcio. Erfreulich war zu beobachten, wie sich auch die AS Calcio weiter entwickelte. Wie immer die Saison enden mag, hat Kreuzlingen für die Saison 19/20 zwei Clubteams anzubieten, die einen guten Amateurfussball mit ihren ersten Mannschaften vertreten. Und das Jugendpotential in den Clubs ist durch eine breite Basisarbeit ebenso beeindruckend.

    Wie geht es weiter? Nun, die Döbelianisti verkünden stolz, dass sie einen kantonalen „Vorzeigeverein“ werden wollen. Eigentlich sind sie es ja schon – so wie auch der FCK, betrachtet man nur mal deren erste Mannschaft, die im Kanton in den vergangenen Jahrzehnten immer vorne anzutreffen war. Und der Thurgau ist bis dato ein hartes Brot für Fussball! Der AS Calcio-Clubpräsident erwähnt mit dem FC Wil und dem FC Rapperswil-Jona zwei Vereine, die als Vorbilder stehen können. Es ist gut, hat man Vorbilder. Geht man mal näher darauf ein, so wäre zumindest zu erwähnen, dass beide Clubs – Wil mit dem Bergholz (6000) und „Rappi“ mit dem Grünfeld (2700+) – bereits ansprechende Sportanlagen für ihre Fanionteams vorzuweisen haben. In Kreuzlingen liegen diesbezüglich die Dinge schon ein Stück anders (Das hat man jüngst auch mit dem abgelehnten Döbeliprojekt erfahren). Bereits der Fussball-Amateursport ist nicht ohne gehörige finazielle Zuflüsse in den laufenden Betrieb denkbar, bei Investitionen sowieso. Werden die Liga-Ansprüche höher, kommen Clubs finanziell rasch an ihre Grenzen. Es sei denn, ein „Mäzen“ steigt – aus welchen Gründen auch immer – in das „Geschäft“ ein. Oft kann das allerdings dann rasch schief gehen, wenn die sportlichen Erfolge ausbleiben.

    Es stellt sich abschliessend verständlicherweise die Frage, ob sich Kreuzlingen auf Dauer zwei Clubs leisten kann, die auf einem ansprechenden Niveau Fussballkunst zu zelebrieren verstehen. Vergleichend geimeint sind etwa die vom Präsidenten des AS Calcio erwähnten beiden Ostschweizervereine, die derzeit in der Zweitobersten Liga spielen. Die Frage ist rasch geklärt: Geht nicht! Ja es geht nicht mal, dass der eine Club glorios nach oben steigt, und der andere unten verharrt. Das einzig Mögliche ist für beide Clubs jedoch ein verharren auf tieferem spielerischen Niveau. Das geht. Das kann womöglich finanziert werden. Grössere Sponsoren werden sich jedoch nicht melden. Da muss schon ein anderes Projekt „Fussball in Kreuzlingen“ vorgezeigt werden können. Somit wäre mal zu diskutieren, was man denn in der Stadt und der Region für fussballerische Ansprüche in den kommenden 10-20 Jahren anmelden könnte. Es begänne nicht zwangsläufig mit der Frage eines kleinen Städtischen Stadions für die „kommenden sportlichen Ereignisse“, doch ohne eine diesbezügliche Investition geht es eben auch nicht. Was immer angestrebt werden soll: Es wäre ein Gemeinschaftswerk vieler „echt am Fussball Interessierter“ – der Stadt, der Sponsoren aus allen möglichen Gebieten, sowie dem Verständnis, dass – fussballerisch ziemlich frei nach Goethe! – „Wer Grosses will, muss sich zusammenraffen“ – selbstverständlich eine Fusion zu einem Grossverein gehören würde. Ob diese Kraft aufzubringen ist, ob das Ziel sportlich überhaupt zu erreichen sein wird, kann erst beurteilt werden, wenn sich die direkt Betroffenen tatsächlich „zusammenraffen“ und Konkretes vorlegen, das sowohl vernünftig, als auch ambitioniert klingt. Die ungünstigste Zukunftsvariante wäre, wenn sich die beiden Clubs über das Sportliche hinaus bekämpfen würden. Daher wäre ein offener Gedankenaustausch immer sinnvoll. Was daraus dann entsteht – oder nicht entstehen kann, würde man sehen.

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