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Gemeindeversammlung mit verblüffendem Ausgang

Kemmental – Das Haupttraktandum der Gemeindeversammlung Kemmental sollte eigentlich die Rechnung 2018 sein. Doch sorgte Gemeindepräsident Walter Marty am Donnerstagabend mit der Bekanntgabe seines vorzeitigen Rücktritts für Überraschung.

Walter Marty, zum letzten Mal vor der Gemeinde an der Kanzel. (Bild: zvg)

«Persönliche Gründe» seien der Beweggrund für seinen Rücktritt, erklärte sich Walter Marty, seit 19 Jahren im Amt des Gemeindepräsidenten im Kemmental, vor seiner wortlosen Gemeinde. Nach einer zackig durchgeführten Versammlung ohne grossen Diskussionsbedarf, staunten die Kemmentalerinnen und Kemmentaler nicht schlecht, als Marty ihnen mitteilte, dass eine Summe verschiedener Gründe zu seiner Entscheidung geführt hätte. Das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau hat seinem Antrag auf Rücktritt zum 31. Juli stattgegeben. Mit 57 Jahren mache man sich Gedanken über die berufliche Zukunft.

Unverständnis und Enttäuschung
«Schlussendlich habe ich mich für eine Neuorientierung entschieden und will im August eine neue berufliche Herausforderung angehen», äusserte sich der scheidende Präsident. Unter den Gemeindemitgliedern stiess die Nachricht teilweise auf Unverständnis und Enttäuschung, dass sie so überrumpelt wurden. Bis zu den Ersatzwahlen wird Vizepräsident Walter Ludwig interimistisch die Führung übernehmen.

Das ursprüngliche Haupttraktandum, die Jahresrechnung, segnete die Gemeinde einstimmig ab, immerhin wies diese einen Ertragsüberschuss von 485’250 Franken auf. Davon sollen 450’000 Franken für die Sanierung der Schiessanlagen verwendet werden.

Bei den Gesamterneuerungswahlen wurden Christina Pagnoncini und Daniel Müller neu in die Rechnungsprüfungskommission (RPK) gewählt. Ruedi Schnyder und Fritz Jordi legen ihr Amt in der RPK zu Ende Mai nieder.

Landschaft soll erhalten bleiben
Als Gast sprach Matthias Künzler vom Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau über die Zukunft der Bommer Weiher. Er widerlegte Gerüchte, dass der Kanton plane, aus den unter Naturschutz stehenden Weihern ein Moor zu machen. «Die Bommer Weiher sind einmalig im Kanton Thurgau. Sie haben da ein unglaubliches Juwel vor der Haustüre. Hier soll kein Moor, wie wir es von Bildern aus England oder Island kennen, entstehen», sprach Künzler beruhigend zur Gemeinde. Vom Bund seien die Weiher als Flachmoor ausgezeichnet worden, wodurch 2016 eine Schutzordnung in Kraft getreten sei. Problem sei, dass die Nährstoffbelastung durch Landwirtschaft und Abwässer zu hoch sei. Um die Wasserqualität zu verbessern, plant der Kanton eine «biologische Kläranlage», die das vom Dippishauser Kanal zugeführte Wasser filtert und dadurch reinigt. In diesem Zuge solle der Dippishauser Kanal auch gleich renaturiert werden, «wenn die Maschinen schon vor Ort sind. Die Gesetzeslage fordert irgendwann ohnehin eine Renaturierung», so der Leiter der Abteilung Natur und Landschaft. Die Kosten dafür würden vom Bund hochgradig subventioniert. Regierungsrätin Monika Knill, die im Publikum sass, setzte sich stark dafür ein, diesem Vorhaben zuzustimmen.

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