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Der ACS Thurgau gibt Gegen-Steuer

Thurgau – Sich für verkehrspolitische Anliegen der Automobilisten einzusetzen, ist ein wesentlicher Punkt der Statuten des Automobil Club der Schweiz ACS. Ein Postulat, das die engagierte Sektion Thurgau des ACS erfolgreich angeht.

Regierungspräsidentin Cornelia Komposch übernahm von ACS Thurgau Präsident Dr. Felix Müller die Unterschriften der ACS Petition. (Bild: zvg)

Ein feiner Apéro, flankiert von einem perfekt restaurierten und einzigartigen Lagonda V12 Special, bildete den passenden Auftakt zur 107. Generalversammlung des ACS Thurgau. Danach begrüsste Sektionspräsident Dr. Felix Müller die wie immer zahlreich erschienen Mitlieder im Festsaal des Gasthauses zum Trauben in Weinfelden.

Erster Höhepunkt der Veranstaltung war das Grusswort von Regierungspräsidentin Cornelia Komposch. Sie wies auf den Wandel in der Automobilwirtschaft hin, emissionsarme Fahrzeuge in allen Segmenten auf den Markt zu bringen. Ebenso bezeichnete sie Oldtimer als ein mobiles Kulturgut, zu dem Sorge zu tragen ist. Unter diesen Aspekten lobte sie die Bestrebungen des ACS Thurgau, Emotion und Faszination rund ums Auto so sinnvoll wie nachhaltig zu fördern.

Ein Statement, welches Dr. Felix Müller in seiner präsidialen Ansprache gerne aufnahm. Er wies darauf hin, dass der Ursprung für die Errichtung des Nationalstrassen-Netzes eine vom ACS und TCS lancierte Volksinitiative im Jahre 1956 war. Sie führte schliesslich zum Bau des ersten Autobahnabschnittes Grauholz bei Bern. Und so hat sich der ACS bis heute neben seinen vielseitigen Dienstleistungen stets für die verkehrspolitischen Anliegen der Automobilisten eingesetzt.

Petition gegen ungerechtfertigte Motorfahrsteuer für Veteranenfahrzeuge
Jüngstes Beispiel ist die Einreichung einer Petition der ACS Sektion Thurgau zur Senkung der Motorfahrzeugsteuer für Veteranenfahrzeuge. Im Kanton Thurgau werden Veteranenfahrzeuge unter geltendem Recht nach gleichen Grundsätzen besteuert wie alle anderen Motorfahrzeuge, obwohl ihre Nutzung durch die Kilometerbeschränkung auf 3000 Kilometer pro Jahr erheblich eingeschränkt ist und sie dadurch den Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur weitaus weniger belasten. Zudem fallen vergleichsweise hohe Strassenverkehrssteuern an, da Veteranenfahrzeuge häufig hubraumgrosse und schwere Fahrzeuge sind. Diese unterschiedslose Besteuerung ist nicht sachgerecht. Deshalb fordern das Petitionskomitee und die Petitionsunterzeichner, dass im Kanton Thurgau künftig für Veteranenfahrzeuge 50 Prozent tiefere Strassenverkehrssteuern bezahlt werden müssen.

Mit grosser Freude überreichte Dr. Felix Müller der Regierungspräsidentin Cornelia Komposch die fast 2000 Unterschriften der Petition, die in kürzester Zeit zusammenkamen und das Ziel von 1000 Unterschriften eindrücklich übertrafen.

Weiterer Höhepunkt der informativen Generalversammlung war das Referat von Generalstaatsanwalt Stefan Haffter zum Thema «Strassenverkehr und Strafrecht». Nicht jeder von der Boulevardpresse und im Volksmund bezeichnete Raser ist gemäss Definition des Strassenverkehrgesetzes ein Raser. Dazu müssen Tempolimiten äusserst massiv überschritten werden, beispielsweise um mehr als 80 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn. Doch leider ist festzustellen, dass solche Geschwindigkeitsexzesse, trotz harten Strafen wie sofortiger Führerausweisentzug für zwei Jahre und einer einjährigen Freiheitsstrafe, nicht zurückgehen. Konsequent verfolgt die Staatsanwaltschaft auch Verkehrssünder, die ihre Geschwindigkeitsexzesse im Internet per Videos posten. Entgegen der weit verbreiteten Meinung handelt es sich bei den Rasern nicht mehrheitlich um Ausländer. Hingegen sind sie grösstenteils männlich und zwischen 20 bis 40 Jahre alt.

Weiter ging es mit den Traktanden Jahresbericht, Jahresrechnung sowie Budget 2019, die alle einstimmig genehmigt wurden. Mit grossem Applaus wurde das langjährige Vorstandsmitglied Madlaina Blapp-Franziscus verabschiedet. Zu ihrer grossen Freude erhielt sie vom Vorstand einen grossen Check zu Gunsten des von ihr initiierten Vereins EpiDogs for Kids.

Last but not least – und ein Merkmal für die Qualität und Beliebtheit des ACS Thurgau – wurde die GV mit den Ehrungen abgeschlossen. Für seine langjährigen Verdienste im technischen Bereich wurde Jürg Hofer zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso wurden zahlreiche Mitglieder ausgezeichnet, die seit 25, 40 und sogar 50 Jahren diesem engagierten Automobilclub die Treue halten.

Die ACS Mitglieder dürfen sich auf ein reich befrachtetes Jahresprogramm 2019 freuen, das mit den erfolgreich durchgeführten Auto-Renntagen Frauenfeld von Ende April bereits einen Höhepunkt hinter sich hat.

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