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Fragen über Fragen

Kreuzlingen – Am Dienstagabend fanden sich 72 Stimmberechtigte im evangelischen Kirchgemeindehaus Kreuzlingen zur Kirchgemeindeversammlung ein. Highlight des Abends sollte die Wahl des Pfarrerpaares Hochstrasser sein. Anwesende, die alles hinterfragten oder bemängelten, stahlen ihnen die Show.

Pfarrerpaar Stefan und Angela Hochstrasser. (Bild: zvg)

Mit dem Lied «Gib uns Frieden» eröffnete Thomas Leuch, Präsident der evangelischen Kirche Kreuzlingen, den Abend. Danach ging es direkt zu den Traktanden über. Walter Studer bemängelte einen Abschnitt im Jahresbericht der Kirchenvorsteherschaft: «Wenn man den Satz über die Auslastung von Pfarrer Damian Brot liest, denkt man, dass der Pfarrer für die wichtigen Dinge nicht genug Zeit hat». Dem widersprach Leuch und meinte, dass das Open Place eine sehr gute Sache ist.

Der Nachtragskredit Haus Boje in Höhe von 110’368,87 Franken wurde einstimmig angenommen, beanspruchte aber Zeit der Anwesenden und Redekunst der Kirchenpflegerin Marianne Pfändler. Einen Kirchenbürger beschäftigte die unveränderte Situation des Mietzinses: «Die Miete wurde nach der Renovation nicht erhöht. Dies bedeutet, sie war vorher zu hoch oder es ist untergegangen sie anzupassen. Ich beantrage eine angemessene Erhöhung». Pfändler konterte mit den Worten: «Finden Sie, dass eine Wohnung, die nach vielen Jahren endlich WC und Dusche besitzt, eine Wertvermehrung erfahren hat? Zudem wollen wir weiterhin preiswerten Mietraum anbieten.»

Revisor Hans-Jörg Held von der TWS Confides AG empfahl die Jahresrechnung 2018 anzunehmen. 66 Ja-Stimmen waren dafür. Bei Traktandum sieben sprach Studer wieder ins Mikrofon und teilte mit, dass die Botschaft zum Fondsreglement «Kraut und Rübe» sei. Der Antrag führe früher oder später zu juristischen Schwierigkeiten und soll abgelehnt werden. Mit 53 Nein-Stimmen wurde sein Antrag abgelehnt.

Von Guatemala zurück nach Kreuzlingen
Angela und Stefan Hochstrasser stellten sich und ihre Arbeit in Guatemala in einer Videobotschaft vor. Darin erwähnte Hochstrasser, dass sie in Kreuzlingen aufgewachsen ist. Eine Anwesende äusserte sich verwundert darüber, dass das Pfarrehepaar erst 2020 anfangen kann, jetzt aber schon darüber abgestimmt wird. Während dem Verbindungsaufbau der Skypeleitung beantwortete Leuch die Frage: «Das Pfarrerpaar ist in Guatemala in verschiedenen Projekten eng eingebunden. All das braucht Zeit, bis es geregelt ist». Die erste Frage an die Hochstrassers im Livechat war, wie sie zu gleichgeschlechtlicher Ehe und Abtreibung stehen. Stefan Hochstrasser meinte, dass sie sich irgendwo in der Mitte sehen. Die Urnenauswertung ergab, dass beide mit mehr als 60 Stimmen gewählt wurden.

Für den freigewordenen Sitz in der Synode standen Heinz Lanz und Walter Studer als Kandidaten zur Wahl. Ersterer machte mit 37 Stimmen das Rennen.

Unter Verschiedenes sprach Leuch die abgelehnte Renovation an. «Wenn mir meine Sprechzeit gekürzt wird, dann verlange ich für dieses Thema ein eigenständiges Traktandum, damit wir alle mitreden können», rief Studer. Die Versammelten lehnten den Antrag ab und Leuch fuhr fort.

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