/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

Früchte der Erregung

Kreuzlingen – Heute eröffnen Marion Ritzmann und Nadja Solari ihre gemeinsame Ausstellung im Kunstraum Kreuzlingen. Die Arbeiten der beiden unterscheiden sich sehr, bilden zusammen aber eine wertvolle Konstellation. Im Tiefparterre nimmt Olga Titus das Publikum mit in die bunt gefärbten Bilderwelten ihrer Tapisserie-Arbeiten und Video-Installationen.

«Moving Objects» von Marion Ritzmann. (Bild: zvg)

Die Baslerin Nadja Solari und die Zürcherin Marion Ritzmann spannen zusammen und nehmen den Kunstraum für ihre Ausstellung «Fractual Exitations», auf deutsch etwa «Gebrochene Erregungen», in Beschlag. Beide entwickeln darin vollkommen neue Arbeiten, die sowohl auf den Ausstellungsraum als auch aufeinander eingehen.

Ritzmann thematisiert als Künstlerin das Medium Zeichnung. Sie will Systeme sichtbar machen und arbeitet nach gedanklichen Strukturen, die sie im Atelier anlegt und vor Ort installiert. Bunte Skulpturen aus Holzfaserplatten stellt sie auf Rollen und lässt sie Bezug nehmen auf geometrische Flächen an der Wand und Holzkonstruktionen, die Regalen ähneln. Solari hingegen nimmt direkten Bezug auf die Konsumgesellschaft und spricht Themen wie industrielle Produktion oder Globalisierung an. Humor und Kontraste sind wesentliche Merkmale ihrer Kunst.

Reizüberflutung pur
«Fruta Infinita» heisst die Ausstellung der Winterthurerin Olga Titus im Tiefparterre – «unendliche Frucht». Die virtuose Videokünstlerin ist bekannt dafür, Bilder aus der Werbung, aus Computerspielen, aus verschiedenen Kulturen und verschiedenen Bereichen zu überbordenden Werken zusammenzufügen, die den Betrachter beinahe überfluten. Ihre bunte, spielerische und dabei hoch komplexe Kunst beschäftigt sich gerne mit Fragen der Herkunft und Identität. Pop-Kultur, Folklore und die Ästhetik des Kitschs finden darin ebenso ein Zuhause wie das Spiel, der Spass und die Lust am Erschaffen. Zu den Video-Installation stellt sie «Teppiche» aus, die industriell aus unzähligen Pailletten hergestellt und auf Trägerstoff genäht wurden. Je nachdem, wie man diese berührt, werfen sie neue Muster auf. Man darf gespannt sein, welche eintausend und eine Geschichten Titus im Tiefparterre erzählt.

Die Ausstellungen eröffnen heute um 19.30 Uhr (Einführung von Alice Wilke) und sind bis zum 7. Juli zu sehen. Führungen für Schulklassen gibt Kunstvermittlerin Rebecca Ray nach Anmeldung (Tel. 079 259 70 70).

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