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Der Ball rollt für alle gleich

Fussball – Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang im vergangenen Jahr richtet der FC Kreuzlingen in einer Woche erneut ein grosses Fussball-Turnier für Menschen mit Handicap aus. Das Besondere: An diesem Samstag ist gleichzeitig Saisonabschluss der 1. Mannschaft, die immer noch eine kleine Chance auf den Titel hat, und auch Junioren-Mannschaften spielen im Hafenareal. Wahre Integration also am FCK-Family-Day!

(V.l.) Yvone Preiss, Präsidentin PluSport Kreuzlingen, Roger Keller vom FCK, Nationalrat Christian Lohr, FCK-Präsident Daniel Geisselhardt und Yannick Cavallin freuen sich auf einen fantastischen Family-Day. (Bild: sb)

«Zur Familie gehören alle», erklärt CVP-Nationalrat Christian Lohr die Symbolik des Events. «Und alle spielen mit demselben Ball.» Menschen mit und ohne Behinderung kommen zusammen, verbunden durch die Leidenschaft für den Fussball. Für ihn ist der Family Day deswegen ein Paradebeispiel für Inklusion.

«Der FCK zieht diesen Gedanken konsequent durch. Das freut mich sehr, bin ich dem Verein doch seit frühester Kindheit verbunden», lobt Lohr, der früher schon Stadionsprecher beim FCK war oder Berichte von Auswärtsspielen schrieb. «Das ist eine absolut nachhaltige Entwicklung.»

Einzigartige Atmosphäre
Verantwortlich für die Handicap-Abteilung beim FCK ist Yannick Cavallin. Er wird seit seinem TV-Auftritt bei «Helden des Alltags» vor einigen Jahren vom Erfolg beinahe überrannt. Seine Jungs, die Bodensee Kickers, gehen mit gleich drei Mannschaften an den Start.

«Mich freut es sehr, dass sich insgesamt 18 Mannschaften angemeldet haben», sagt er. «Viele waren schon letztes Jahr dabei und das beweist, es hat ihnen sehr gut gefallen.» Für die besondere Atmosphäre im Hafenareal gab es damals schon viel positives Feedback. Und dieses Jahr wird es noch besser, so Cavallin: «Das spornt die Spieler natürlich besonders an, wenn so viel los ist und viele Zuschauer da sind.»

Das Turnier findet von 10 bis 15 Uhr statt. Die Mannschaften kommen teils von weit her, sie spielen in zwei Stärkeklassen gegeneinander; ein Spiel dauert zehn Minuten.

Weitere Spiele und Turniere
Rund um den «Axpo-PluSport-Cup» finden laufend Spiele der «normalen» Mannschaften statt, erklärt der Sportliche Leiter des FCK, Roger Keller, das Rahmenprogramm. «Das ist ein tolles Signal für eine gemeinsame Zukunft.» Die D-Junioren haben um 10 Uhr ein Meisterschaftsspiel gegen Arbon. Die Bambinis messen sich parallel dazu in einem Turnier mit fünf Mannschaften. Auch die E-Junioren führen ab 12.30 Uhr ein Turnier mit sechs Mannschaften durch, gefolgt vom Turnier der F-Junioren ab 15 Uhr. Um diese Zeit treffen auch die C-Junioren in der Meisterschaft auf den FC Münsterlingen.

Leider sind für den PluSport-Cup keine Teams aus Deutschland oder Österreich dabei. «Aber das kann ja noch werden im nächsten Jahr», blickt FCK-Vorstand Cavallin bereits voraus.

Aber auch ohne sie stösst die Infrastruktur an ihre Grenzen. «Es war ein Hoselupf mit den Garderoben», spricht FCK-Präsident Daniel Geisselhardt eine Schwierigkeit an, die es zu bewältigen gab. Jetzt dienen Hotelzimmer in der Bodensee-Arena als Umkleide für die Schiedsrichter, und auch die Tennishalle stellt welche zur Verfügung.

Aufstieg technisch möglich
Höhepunkt des Tages wird das letzte Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft des FCK. Nur wenn die Grün-Weissen am kommenden Samstag und am letzten Spiel der Saison siegen, bleiben die Chancen auf den Titelgewinn zwar klein aber intakt. Aus eigener Kraft kann der FCK den Aufstieg in die 1. Liga aber nicht realisieren. Dazu müsste Balzers am selben Tag gegen Widnau verlieren.

Es wird also spannend am 15. Juni. Sollte die Sensation gelingen, gäbe es im Hafenareal natürlich kein Halten mehr. «Aber auch ohne Aufstieg gibt es genug Grund zum Feiern», kündigt Präsident Geisselhardt an. «Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, und das Saisonziel schon jetzt erreicht, unter die ersten Drei zu kommen.»

Und der Anlass wird so oder so ein grosses Fest für die ganze Familie. Etliche Mitglieder des FCK sind im Einsatz. Sie bewirten Spieler und Gäste im grossen Festzelt und im Clubhaus. Attraktionen wie Torwandschiessen und vieles mehr machen das Fest auch für diejenigen anziehend, die nicht auf den Rasen müssen.

Oder wie Nationalrat Lohr es abschliessend formuliert: «Selbst wenn wir nicht aufsteigen: Mit diesem Tag haben wir trotzdem etwas gewonnen.»

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