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Eine Bühne für den Klimaschutz

Konstanz – Klimawandel, unverfrorene Politiker und Wind von rechts treffen auf Witz, Theatralik, Comedy, Tanz und Schauspiel. Die Theater der beiden Konstanzer Hochschulen inszenieren mit DO BE DO ein Stück, das den Klimawandel als Schwerpunkt hat, und an William Shakespeares Hamlet angelehnt ist. Premiere ist am 22. Juni, 19 Uhr, auf der historischen Fähre Konstanz am Imperia Steg.

Schauspielerin Anna Hertz (Mitte unten) mit Studenten der Hochschulen Konstanz. (Bild: Sandro Zoller)

Was geschieht, wenn Studierende das Thema Klimawandel behandeln und es gleich auch noch auf die Bühne zerren? Es entsteht ein künstlerisches Werk mit viel Humor und Pathos, gepaart mit Ernsthaftigkeit und gut überlegten Dialogen.

Spielen für die Umwelt
«Wir brauchen ein neues kollektives Bewusstsein», befand Anna Hertz, Theaterpädagogin, Schauspielerin und Leiterin des Theaters HTWG. Einer der Studenten fügte hinzu: «Es hat fünf vor zwölf geschlagen». Für alle war glasklar, dass der Klimawandel das Thema des nächsten Theaterstückes sein muss. Als Grundlage für das Projekt wurde Hamlet zugezogen. Aber anstelle eines Königreiches gibt es die fiktive Partei für Wandel und Fortschritt (PWF). In der Inszenierung ist die Presse mit Kamerateam genauso vorzufinden wie die Security, Tänzer oder Komödianten. Der gemischte Haufen möchte aus diversen Perspektiven auf die akute Lage aufmerksam machen. «Wir wollen nicht die Moralkeule schwingen, sondern auf Lösungsansätze verweisen und diese erarbeiten», sagte Hertz über die Botschaft des Theaterstücks.

Kampf um Veränderungen
Niklas Knezevic, wissenschaftliche Hilfskraft der Universität Konstanz, meinte, dass das Thema nur schwer greifbar sei. Zusammen mit Hertz versuchten die Studenten herauszufinden, auf was man eigentlich alles verzichten könnte und welche Bereiche die Umwelt direkt und indirekt beeinflussen. Dabei mussten sie feststellen, dass da viele Faktoren mitspielen, und es darum eine komplexe Angelegenheit ist. Theater ist deshalb ein gutes Mittel, um solch eine schwere Materie unterhaltsam und ohne erhobenen Zeigefinger dem Publikum näher zu bringen. Wichtig ist dabei auch, dass die Aufführung, trotz der Thematik, unterhaltsam und sinnlich bleibt.

Wetterfee und Anchorman berichten über die stürmische Front. (Bild: Sandro Zoller)

«Früher wurde hart gekämpft, dass die Autos, solch eine grosse Erfindung der Menschen, zugelassen werden, und heute muss man gegen deren Auswirkungen auf die Umwelt kämpfen», sagte Hertz. Der schauspielerische Act findet auf der historischen Autofähre aus dem Jahre 1928 statt. Bei der Inbetriebnahme war sie die Erste in Europa. Ab da mussten die Reisenden nicht mehr um den ganzen See fahren. Das war eine grosse Sache für die damalige Zeit und zeigte auf, zu was der Mensch in der Lage ist. Aber zu welchem Preis?

Die Fähre bildet eine wunderschöne Kulisse, welche von allen Seiten bespielt wird. Selbstverständlich fährt das Schiff auch und gibt dem Stück, durch den schwankenden Boden, einen speziellen Touch.

Weitere Aufführungen finden am 24., 25., 27. und 28. Juni statt. Der Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Bei Regen wird das Stück im Konzil aufgeführt.

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