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Lebensmittel retten mit der App

Kreuzlingen – Das Restaurant Z. im Alterszentrum Kreuzlingen ist der erste Gastro-Betrieb in Kreuzlingen, der die neue App «Too Good To Go» nutzt. Moderne Technologie führt Menschen, die etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun wollen, zu leckeren Speisen. Sie können Essen, das am Ende des Tages im Kübel landen würde, für ein Drittel des Preises kaufen.

Tupperware mitbringen! Eine Mitarbeiterin schöpft für Lukas Rösch, das Tagesessen. (Bild: Sandro Zoller)

«Ab sofort trägt die Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen zur Reduzierung des täglichen ‹Food Wastes› bei», sagt René Wohnlich, Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Hotellerie und Infrastruktur im Kreuzlinger Alterszentrum (AZK), stolz. Die Idee ist noch recht jung: Vor einer Woche erst durften die ersten App-Nutzer ihre Portionen in mitgebrachte Tupperware packen. «Da wir die überschüssigen Gerichte in unserem Restaurant Z. nicht einfach wegwerfen möchten, haben wir uns für eine Partnerschaft mit «Too Good To Go» entschieden. Nichtverkauftes kann so nach dem Mittag ganz einfach bei uns abgeholt werden.»

Mit dem digitalen Bestellschein kann sich jedermann an der Theke des Restaurants Z. melden – aber unbedingt in der vorgegebenen Zeit: Essensausgabe ist von 13.10 bis 13.30 Uhr. Die Essensabgabe ist nicht gratis: Sie müssen etwa ein Drittel des normalen Preises bezahlen; bestellt und abgerechnet wird ganz bequem über die App.

Dafür gibt’s Speisen in Restaurant-Qualität. Wählerisch darf man aber nicht sein, ob die Gerichte vegetarisch sind oder sich für Allergiker eignen, ist nicht deklariert. «Wir haben jeden Tag drei Gerichte auf der Karte», erklärt Wohnlich das Auswahlverfahren. «Wir können nur einpacken, was übrig bleibt.» Das kann zum Beispiel Ungarisches Gulasch mit Kartoffelstock und glasierten Karotten oder Gemüse-Tortillas mit Schnittlauchsauce sein, wie am vergangenen Dienstag.

Rund 450 Portionen schöpft das Team des Restaurants jeden Tag: für Bewohner des AZKs, Besucher oder Mitarbeitende. Da punktgenau zu arbeiten, sei nicht möglich, sagt Wohnlich. «Das Buffet darf bis zum Schluss nicht ganz ‹leer› sein – ist dies der Fall, hatten wir zu wenig. Jeden Tag haben wir so drei bis fünf Portionen übrig, die wir über die App anbieten. Wir freuen uns sehr über diese Lösung , auch wenn wir uns noch in einer Testphase befinden und stetig daran arbeiten, uns zu verbessern», fügt Wohnlich an.

Gutes Projekt
In Kreuzlingen sammelt der Verein «VerwertBar» Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden. Dienstag und Freitag ab 10 Uhr verteilen die Mitglieder diese an der Kirche Kurzrickenbach. Auch in Konstanz gibt es ähnliche Projekte, etwa den «FairTeiler» am Palmenhaus. Das Restaurant Z. ist der erste Gastro-Betrieb in Kreuzlingen, der die App «Too Good To Go» nutzt. In der Region gibt es bereits weitere Teilnehmer: das Ibis Hotel und das Harber Hotel, die Nordsee Filiale sowie das Café Heinrich. Mehr Informationen unter www.toogoodtogo.ch.

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