/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Leckerbissen im Dreispitz

Kreuzlingen – Die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen und die Pädagogische Hochschule Thurgau hatten sich für ihr diesjähriges Campuskonzert besondere Delikatessen ausgesucht. Vom 650 Jahre alten «Herr Wirt, uns dürstet» von Oswald von Wolkenstein bis zu Kurt Weills «Völlerei» aus dem Jahr 1933 ging es bei den beiden Aufführungen immer uns Essen und Trinken. Die 150 Beteiligen machten den Zuhörern im gut besuchten Dreispitz-Saal gehörig den Mund wässrig.

Das Konzert bildete den Höhepunkt des Besuchstags der PMS. (Bild: zvg)

Einen Extra-Applaus verdiente sich Gesangslehrerein Alexa Vogel mit den vertonten Rezepten aus «La Bonne Cuisine» von Leonard Bernstein. Als besonders Schmankerl strickte Dominique Kähler Schweizer alias Madame Tricot während des Konzerts auf der Bühne eine Wurst, was auf Grossleinwand übertragen wurde. Zusätzlich hatte sie mit ihrem kalorienfreien, gestrickten Dessertbuffet für einen sprichwörtliche Augenschmaus gesorgt. Den geweckten Appetit konnten die Besucher anschliessend mit echten Würsten vom Mensagrill stillen.

Lohn der Arbeit
Am Samstag bildete das Konzert den Höhepunkt des Besuchstags der PMS, bei dem sich Angehörige ein Bild vom Alltag und von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler machen können. Traditionell prämiert im Rahmen des Konzerts die Stiftung für Jugendförderung im Thurgau der besten Maturaarbeiten des Jahrgangs. Die Jury hatte aus sieben eingereichten Arbeiten, die allesamt als sehr gut bewertet worden waren, drei herausgesucht, die durch ihre Qualität hervorstechen.

Jonas Ehrismann aus Happerswil (Birwinken) schrieb über die «Instreamrestaurierung eines Abschnittes der Aach unterhalb Erlens». Er erklärte nicht nur wie man Fliessgewässer mit einfachen Mitteln effizient aufwerten kann, sondern leitete die Massnahmen auch selbst in die Wege. Als begeisterter Angler hat er den Teil des Flusses gepachtet und freut sich nun doppelt, dass nun sogar die Seeforelle zum Laichen aufgestiegen ist. Wissenschaftliche Lorbeeren gab es nun noch zusätzlich. «Seine Arbeit war zielorientiert, akribisch und schnörkellos», sagte Laudator Ruedi Schweizer. «Das hat uns beeindruckt.»

Sara Fröhlich aus Leimbach (Bürglen) beschäftigte sich mit dem Stottern und gab Pädagogen Anregungen für einen stotterfreundlichen Unterricht. Sie ist selbst von der Blockade betroffen und war insofern besonders motiviert. «Sie hat in ihrer Arbeit Fachwissen und Erfahrungen von Experten gegenübergestellt», so Jurorin Sara Rupp. «Ihre Tipps sind wissenschaftlich, handfest und lassen eine grosse Menschlichkeit erkennen, die für Lehrpersonen unabdingbar ist.» Unter anderem empfiehlt sie, dass Lehrer stotternde Schüler nicht schonen und nicht die Sätze für sie beenden sollten. Es wäre nützlich mit jedem Stotternden zu besprechen, welche Reaktion er sich wünscht. Gruppenarbeiten würden die Kommunikationsfähigkeit schulen.

Lisa Steinlein aus Romanshorn schliesslich widmete sich der klassischen Portraitfotografie unter dem Motto «Menschsein». Für den praktischen Teil ihrer Arbeit gewann sie Kollegen als Models, weckte über Videos, Bilder oder Gespräche Gefühle in ihnen und fing diese mit der Kamara ein. «Die Modelle mussten eine Hemmschwelle überwinden», sagt sie. «Ihnen dabei zu helfen, war eine Herausforderung, aber es hat uns auch sehr verbunden.» Laudator Bruno Dörig zweigt sich jedenfalls beeindruckt über den umfassenden Einblick in die Gefühlswelt von Fotografin und Modellen, der über die eigentlichen Fotos hinausgehe.

Stiftungsrat Bernhard Friedrich wandte sich an alle drei Preisträger: «Sie haben einiges an Freizeit geopfert, aber sicher auch in Ihre berufliche Zukunft investiert. Meinen Respekt haben Sie.»

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