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Bericht entlastet Schulbehörden weitgehend

Kreuzlingen – Die unabhängige Untersuchungskommission, die den Rücktritt des Kreuzlinger Schulpräsidenten René Zweifel untersucht, kommt zu folgendem Schluss: Die Schulbehörden hätten sich zwar nicht immer «korrekt und angemessen» verhalten – jedoch immer rechtlich korrekt und «aus echter Sorge um das Wohl der Schule» gehandelt. Von Mobbing oder Nötigung, wie das Kritiker behaupteten, könne keine Rede sein.

Dr. Christoph Tobler leitete die Untersuchungskommission. (Bild: sb)

«Es ist eine sehr differenzierte Geschichte», schickte Dr. Christoph Tobler an der Präsentation der Ergebnisse voraus. Eine schwarz-weisse Schuldzuweisung sei nicht möglich. Ebenso schwer sei es, das Geschehen kurz und bündig auf einen Punkt zu bringen.

«Wenn er nicht krank geworden wäre, dann wäre René Zweifel noch Schulpräsident», stellte er klar. Aber auch: «Die Schulbehörden haben lange versucht, ihm eine Chance zu geben.»

Unabhängige und kompetente Untersuchungskommission
Die komplette Aufarbeitung des Falls geschah unter seiner Leitung in Zusammenarbeit mit Dr. Claudius Graf-Schelling und Gariela Frei Aggeler. Die Vorgänger um den Rücktritt des Schulpräsidenten René Zweifel im Sommer 2018 hatten die Öffentlichkeit stark beschäftigt. Die Freie Liste hatte die Schulbehörden wiederholt scharf kritisiert und explizit eine unabhängige Untersuchungskommission (UUK) gefordert.

René Zweifel. (Bild: archiv)

Der gewählte Weg über einen freiwilligen Rücktritt von Zweifel sei rechtlich korrekt gewesen, so lautet das Ergebnis der Untersuchung. Von «Mobbing» oder «Nötigung» könne keine Rede sein.

Andererseits hält der Untersuchungsbericht fest, dass sich auch Zweifel keinerlei Verfehlungen zuschulde kommen lassen hat. Allerdings sei er schon früh den «umfangreichen Funktionen und Aufgaben als Schulpräsident nicht in genügendem Masse gewachsen» gewesen.

Der Bericht kritisiert aber auch die «mangelnde Feedback- und Zielsetzungskultur der Schulbehörden» gegenüber Zweifel.

Die beiden Vizepräsidenten der Kreuzlinger Schulen, Michael Thurau (l.) und Markus Blättler, mussten sich viel Kritik gefallen lassen. Der vorliegende Bericht entlastet sie nun so gut wie vollständig. (Bild: sb)

Verbesserungen nötig
Die UUK schlägt vor, die organisatorischen Strukturen der Schulen nun umfassend zu überprüfen. Insbesondere sei die zu grosse «Führungsspanne» zu prüfen: Der Präsident hat 23 Personen direkt unterstellt. Auch sei fachliche Unterstützung notwendig, insbesondere im Bereich Bau.

Die Behörden erhalten unter anderem die Empfehlungen, eine Fachperson für Protokollführung einzustellen, ihre Legislaturplanung zu verbessern, regelmässig eine Selbstevaluation durchzuführen, die Vizepräsidenten stärker in die Behördenarbeit einzubinden oder das Kommunikationskonzept unter dem Aspekt Krisenkommunikation zu überprüfen.

Auf der Homepage der Schulen können Auszüge des Berichts und eine Medienmitteilung eingesehen werden. Die Schulbehörden hätten gerne den vollständigen Bericht veröffentlicht. Dies scheiterte aber an der Zustimmung von René Zweifel aus «persönlichkeitsrechtlichen Gründen».

Die gesamte Untersuchung inklusive Rechts- und Kommunikationsberatung habe rund 50’000 Franken gekostet.

René Zweifel arbeitet heute als Schulleiter bei der Sekundarschule Winterthur.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht am Freitag in der Kreuzlinger Zeitung.

 

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