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Wasser für regionales Gemüse

Arenenberg – An der Ladentheke bietet sich zur Zeit dem Konsumenten die volle Palette an frischem Schweizer Gemüse. Um diese Vielfalt anbieten zu können, sind die Gemüseproduzenten auf genügend Wasser angewiesen. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, wurde insbesondere im Extremjahr 2018 schmerzhaft bewusst. Die Gemeinde Kemmental hat sich mit den Gemüsebauern zusammengesetzt um die Problematik zu thematisieren.

Ohne Wasser kein regionales Gemüse. (Bild: Philipp Trautzl)

Salate und Kohlräbli aber auch Kartoffeln und Fenchel – all diese einheimischen Gemüsekulturen sind auf genügend Wasser angewiesen. Liegen die Felder direkt am See, ist die Bewässerung oftmals kein Problem. Muss das Wasser jedoch aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung bezogen werden, wird es schnell teuer. «Wir haben deshalb alle Gemüseproduzenten eingeladen, die grössere Flächen in der Gemeinde bewässern müssen» erklärt Walter Ludwig, Vorsteher der Technischen Betriebe Kemmental. «Für uns ist es wichtig, dass Gemüse regional produziert werden kann und deshalb braucht es für die Wasserfrage eine längerfristige Lösung», so Ludwig weiter.

Teures Wasser
So ging es denn bei der Besprechung nicht nur um Vorgaben, Preisentwicklung und Verbote, sondern vor allem auch darum, wie zukünftig die Wasserversorgung sichergestellt werden kann. Denn in der Gemeinde Kemmental gibt es grundsätzlich genügend Wasser, aber wie überall im Thurgau bezieht auch hier die Gemeinde ihr Trinkwasser mit Bezugsrechten. Werden diese kontinuierlich überschritten, können zusätzliche Bezugsrechte zu einem höheren Preis bezogen werden. Für Ludwig ist klar: «Diese müssen wir dann den Verursachern in Rechnung stellen». Urs Dünner, Bio-Acker- und Gemüsebauer aus Kemmental bestätigt: «Somit steigen die Produktionskosten für regionales Gemüse massiv».

Bezugsspitzen brechen
«In Zukunft müssen wir praktisch jede Kultur bewässern. Deshalb optimieren wir auch stetig die Bewässerungssysteme aber der Wasserbezug bleibt die grosse Frage» sagt Dünner. In der Gemeinde Kemmental könnte dies bedeuten, dass man die Quellen nutzt, die mit dem Ausbau der Wasserversorgung Bodensee-Thurtal an Bedeutung verloren haben. «Dies kann jedoch nur mit dem Bau eines Speichers erfolgreich realisiert werden, um in den Perioden mit hohem Wasserbedarf auch die Bedarfsspitzen bedienen zu können», so Ludwig weiter. Für alle Beteiligten ist klar, dass man verschiedene Optionen prüfen muss, damit Salate, Kohlräbli und Co auch weiterhin in der Region angebaut werden können und somit die Bevölkerung auch weiterhin mit frischem, regionalem und kontrolliertem Gemüse versorgt werden kann.

Weitere Projekt im Kanton
Aber nicht nur in der Gemeinde Kemmental ist man daran Lösungen für die Wasserfrage zu suchen. Auch am Arenenberg sind unter der Leitung von Michael Mannale, Berater Gemüsebau und Beeren, verschieden Projekt in Planung. Und auf kantonaler Ebene möchte die Regierung eine kantonale Brauchwasserversorgungsplanung aufgleisen. Denn wie Studien Agroscope zeigen, werden künftig Trockenperioden häufiger vorkommen.

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