/// Rubrik: Region | Topaktuell

Durch dick und dünn

Lengwil - Die Kirche Oberhofen feiert ihren 500. Geburtstag und die Kirchgemeinde sucht Paare, die in der Kirche geheiratet haben. Eines davon sind die Brüllmanns. In ihren Ehejahren haben sie strenge Zeiten erlebt, dennoch konnten sie ihre Liebe aufrechterhalten.

Lilian und Walter Brüllmann würden sich wieder das Ja-Wort geben.  (Bild: av)

Lilian und Walter Brüllmann haben vor 48 Jahren in der Lengwiler Kirche Oberhofen geheiratet. Beide waren zarte 21 Jahre alt. Sie heirateten aus Liebe, aber auch, weil ihr erster Sohn unterwegs war. «Wir hätten auch ohne meine frühzeitige Schwangerschaft geheiratet, aber halt nicht schon mit 21», sagt Lilian Brüllmann. Heute haben die 69-Jährigen drei Söhne und vier Enkel.

Kennengelernt haben sie sich durch die Turnvereine, in denen sie aktiv waren. «Eigentlich hatte ich einen anderen ins Auge gefasst», gibt Lilian Brüllmann mit einem Augenzwinkern zu, während ihr Gatte sich ein Lächeln nicht verkneifen kann. Näher kamen sie sich, aber erst ein paar Monate später. Walter Brüllmann hatte keine weibliche Begleitung für den Lehrabschlussball, weshalb er kurzerhand Lilian Kradolfer fragte – so hiess sie als ledige Frau. Fortan haben sie sich regelmässig gedatet.

Offen miteinander sein

Auch heute noch wirkt das Paar wie frisch verliebt, aber wie in jeder guten Beziehung gab es auch Streitigkeiten. «Ich war halt noch jung und viel mit meinen Kollegen aus den Vereinen im Ausgang», erzählt Walter Brüllmann. Dies war seiner Gattin, die zuhause mit Kind sass, gar nicht recht. «Aber ich hatte nie den Gedanken ihn zu verlassen», sagt Lilian Brüllmann zur damaligen Situation. Es gab auch strenge Zeiten. Sie übernahmen kurz nach der Hochzeit 1971 den Hof von Vater Brüllmann und 1980 auch noch das Gasthaus Sonne in Lengwil. Dies mit drei Kindern unter einen Hut zu bringen war für das Paar die grösste Herausforderung. «Es ist wichtig Probleme mit dem Partner offen anzusprechen und sich Inseln zu schaffen», erklärt Walter Brüllmann. Inseln sind für das Paar Unternehmungen, welche sie nur zu zweit machen, wie Ausgehen oder Spazieren. «Aber auch mal nachzugeben oder einsichtig sein», ergänzt er. «Viele Paare geben in schwierigen Zeiten zu schnell auf. Das ist tragisch, besonders für die Kinder», sagt Lilian Brüllmann zu den vielen Scheidungen. «Wir sind dankbar, dass wir es so gut miteinander haben», ergänzt sie.

Doch nicht alles gemeinsam

5 .Juni 1971. (Bild: zvg)

Nach 48 Ehejahren machen sie immer noch alles gerne gemeinsam. Sei es in den Urlaub zu fahren oder den Hobbys wie Schwimmen oder Jassen nachzugehen. Sie gehen auch gemeinsam zu Bett. «Ich könnte vermutlich gar nicht schlafen, wenn sie nicht neben mir liegen würde», sagt er. Gemeinsam Fernzusehen geht jedoch nicht, dabei gehen die Vorlieben auseinander. Er schaut gerne Sport- sowie politische Sendung, sie hingegen Filme – deshalb haben sie zwei Fernseher. Auch ihre Bankkonten führen sie seit jeher getrennt. «Mir ist es wichtig, mein eigenes Geld zu haben. Es wäre ein Seich wenn ich ihn immer nach Geld fragen müsste. Aber Gemeinsamkeiten sind uns wichtig. Ich vermisse ihn sofort wenn ich zum Beispiel auf dem Liegestuhl liege und er nicht da ist», stellt sie fest.

«Wir würden uns jederzeit nochmals das Ja-Wort geben, denn ohne eine Hochzeit ist eine Beziehung nichts Fertiges.»

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.