/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Mitgegangen, mitgefangen

Kreuzlingen – Am Montag fällte das Bezirksgericht Kreuzlingen sein Urteil im Fall des Waffenverkaufs an den Amokläufer im Konstanzer Club Grey. Nur einer der Angeklagten tauchte auf, der zweite hat sich vom Gericht freistellen lassen.

Die zwei Angeklagten, die dem Todesschützen vom Club Grey die Tatwaffe verkauft haben, wurden teils freigesprochen. Das Kreuzlinger Bezirksgericht findet, dass zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht davon ausgegangen werden konnte, dass mit der illegalen US-Amerikanischen Armeewaffe solch eine Tat begangen wird oder geplant war. Zwischen dem Verkauf und der Tragödie lag gut ein halbes Jahr. Deshalb wurden beide zum Anklagepunkt «Gefährdung der öffentlichen Sicherheit» freigesprochen. Jedoch sind sie schuldig wegen Vergehens gegen das Waffengesetzt.

Deal auf Parkplatz der Stadler Rail

Der Hauptangeklagte hatte sich dispensieren lassen und wurde durch seinen Anwalt vertreten. Der Österreicher R.K. erwarb auf dem Parkplatz der Stadler Rail AG in Bussnang Ende November 2016 von R.M. die illegale Tatwaffe. Diese verkaufte der Österreicher mit Hilfe des Deutschen D.W. an den Amokläufer. Über diese Vorgänge waren die zwei Angeklagten geständig.

Guter Freund wurde zum Todesschützen

«Haben sie den Schützen kurz vor seiner Tat noch getroffen und was für einen Eindruck machte er auf sie», fragte die Richterin den Angeklagten. «Ja, eine Woche zuvor. Er wirkte ganz normal. Ausser dass er sich über Schlafstörungen beklagte. Für die hat er Schlaftabletten vom Arzt verschrieben bekommen», gab D.W. zur Antwort. Der Deutsche war ein guter Freund des Amokläufers und hatte ihn mit R.K. bekannt gemacht, der gleichzeitig sein Mitbewohner in Kreuzlingen war.

Geldstrafe erhalten

Eine Verurteilung erhielten sie wegen des Vergehens gegen das Waffengesetz und ihnen wurde eine Geldstrafe aufgebrummt. Eine Strafe von 180 Tagessätzen à 40 Franken auf Bewährung und eine Busse von 1500 Franken muss der Österreicher bezahlen. Zudem muss er mit 7600 Franken für die Verfahrenskosten aufkommen. Wegen Beihilfe beim Verkauf der Waffe muss D.W. 60 Tagessätze à 100 Franken und eine Busse von 1000 Franken berappen. Ausserdem muss er 7600 Franken Verfahrenskosten zahlen. Er zeigte Reue, bedauerte in was für eine Misere er geraten ist und es tue ihm schrecklich leid. Wäre die öffentliche Sicherheit gefährdet gewesen, hätte ihnen eine bedingte Freiheitsstrafe und ein Landesverweis von fünf Jahren gedroht – was die Staatsanwaltschaft forderte.

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