/// Rubrik: Stadtleben

Heisse Temperaturen und hitzige Auseinandersetzungen

Kreuzlingen – Am Freitag vor einer Woche kam es gemäss Blick im Schwimmbad Hörnli Kreuzlingen zwischen Bademeistern und Schülern aus Arbon zu einer tumultähnlichen Auseinandersetzung. Den Schilderungen zufolge lag die Hauptschuld und Überreaktion beim Badepersonal. Was sagen die verschiedenen Beteiligten dazu?

Für die sieben uneinsichtigen Rutscher endete der Badi-Aufenthalt jäh. (Bild: Sandro Zoller)

Die Sonne brannte auf die Erde nieder und machte jeden Vorgang zu einem anstrengenden Akt. Eine Abkühlung käme da wie gelegen. Das dachte sich eine 3. Sekundarschulklasse ebenfalls. Deshalb führte sie ihre Schulreise ins Schwimmbad Hörnli. Zusammen mit zwei Aufsichtspersonen wollten sie sich ein paar spassige Stunden im kühlen Nass gönnen.

Wer nicht hören will, muss fühlen
Keine Schule, schönes Wetter, tolle Schulkameraden und gerade keine Aufsichtsperson verleiteten sieben Schüler zu Übermut. Gemeinsam nutzten sie die Breitrutsche. «Dies ist untersagt, weil es zu gefährlichen Situationen, insbesondere im Auslaufbereich, führen kann», erklärt Jürg Schlatter, Rechtsanwalt und Präsident der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli. Das Badepersonal erteilte den Rutschenden eine Abmahnung, nicht mehr zu siebt gemeinsam herunterzurutschen. Da die Aufforderung keine Beachtung bekam, mahnte der Badmeister die Schüler erneut. Gleichzeitig drohte er mit einem Schwimmbadverweis. Obwohl es fünf vor zwölf schlug, erreichte auch diese Meldung nicht die Ohren der wilden Horde. Die Konsequenz war ein sofortiger Platzverweis. Die betroffenen Schüler wollten ihrer Strafe entgehen und rannten zu den Garderoben, um sich da zu verstecken. Dabei soll ein Schüler ausgerutscht sein und sich Schürfungen am Bein zugezogen haben, meint Schlatter.

Nicht der erste Fall
Die Situation schaukelte sich hoch und die sieben Schüler wurden ungebührlich und provokativ. Darauf reagierte das Badepersonal mit Nachdruck. «Auch wenn die Nerven von den heissen Temperaturen und vielen Besuchern angespannt waren, zu Tätlichkeiten kam es nicht», versichert Schlatter. «Vielleicht wurde etwas härter durchgegriffen und die gemassregelten Schüler empfanden es als zu harsch», fügt der Präsident seinen Schilderungen hinzu. Das Aufsichtspersonal setzt sich aus erfahrenen Bademeistern zusammen, die ihren Job bereits mehrere Jahre im In- und Ausland ausüben. Durch die Lebensschule wissen sie auch, wie den berechtigten Anordnungen Nachdruck verliehen werden kann, ohne eine Situation gänzlich eskalieren zu lassen. Kritische Angelegenheiten, im Bereich der Disziplin, ereignen sich gemäss Schlatter etwa ein- bis zweimal pro Saison.

Cyrill Keller, Schulleiter des Schulzentrums Rebenstrasse 25 in Arbon, erhielt von den Lehrpersonen die Rückmeldung, dass seitens des Badepersonals Handgreiflichkeiten stattfanden. Er bekräftigt das Missachten von Regeln einiger Schüler will aber weder bestätigen noch dementieren, dass eine Ohrfeige im Spiel war. «Wie mit der Sache umgegangen wird, liegt ganz bei den Eltern der Schüler», sagt Keller abschliessend.

Gegenseitiger Respekt, Einhaltung von Regeln und Achtung der Sicherheit sollten stets auch bei hohen Temperaturen nicht untergehen.

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