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Bio liegt im Trend

Thurgau – Erstmals seit 10 Jahren ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Thurgau nur wenig zurückgegangen. Auch die Nutzfläche veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum. Der biologische Landbau ist dagegen weiter im Aufwind.

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist dieses Jahr nur leicht zurückgegangen (Bild: zvg)

Im Jahr 2018 gab es im Kanton Thurgau 2‘559 Landwirtschaftsbetriebe und Tierhaltungen. Das sind 10 Betriebe weniger als 2017, womit ihre Zahl deutlich weniger stark abgenommen hat als im Schnitt der letzten 10 Jahre.
Vom Rückgang sind vor allem mittelgrosse Betriebe betroffen. Innert Jahresfrist stellten 48 Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 5 bis 25 Hektaren ihre Tätigkeit ein oder vergrösserten den Betrieb.

Viele Bauern stellen auf Bio um
Dagegen sind Bio-Betriebe im Thurgau – wie auch in der gesamten Schweiz – weiter im Aufwind. 2018 produzierten 341 Betriebe nach den Richtlinien des biologischen Landbaus. Das sind 26 Betriebe mehr als im Vorjahr, was die zweitgrösste Zunahme seit der Jahrtausendwende ist.

Landwirtschaftsfläche bleibt erneut konstant
Zum zweiten Mal in Folge ist die landwirtschaftliche Nutzfläche im Thurgau nicht weiter zurückgegangen. Bei der Bewirtschaftung der 49‘456 Hektaren Land gab es leichte Verschiebungen: So dehnten sich die offene Ackerfläche und die Dauerkulturen erneut etwas aus, das Grünland büsste dagegen weiter an Fläche ein.

Immer mehr Fläche wird biologisch bewirtschaftet
Die Fläche des biologischen Landbaus hat dagegen erneut kräftig zugelegt. Im Jahr
2018 kamen im Thurgau 550 Hektaren Bio-Flächen dazu, bereits 2017 waren es über
600 Hektaren mehr gewesen. Insgesamt wurden 2018 7‘100 Hektaren oder 14 % der
Nutzfläche nach den Richtlinien des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Dies ist ungefähr
gleich viel wie in der Gesamtschweiz (15 %).

Geflügelbestand auf hohem Niveau
Mit rund 1,1 Millionen Tieren war der Geflügelbestand im Thurgau nach wie vor hoch.
Die Schweine- und Schafbestände gingen abermals leicht zurück, auf 173‘000 Schweine
bzw. knapp 17‘000 Schafe. Der Rindviehbestand blieb mit rund 72‘000 Tieren in etwa
konstant.

Vor allem Schafe werden in Bio-Betrieben gehalten
Von den knapp 17‘000 Schafen im Kanton wurde 2018 rund ein Viertel in Bio-Betrieben
gehalten. Schafe sind damit die Nutztierart, die am häufigsten auf Bio-Höfen anzutreffen
ist. Schweine werden hingegen am seltensten in Betrieben gehalten, die nach den
Richtlinien des biologischen Landbaus produzieren. 2018 waren es nur gerade 2 %.

Gleich viel Auszahlungen wie im Vorjahr
Das Total aus Direktzahlungen und Einzelkulturbeiträgen betrug 2018 im Thurgau rund
110 Millionen Franken, was etwa gleich viel ist wie im Vorjahr. Am stärksten stiegen die
Beiträge für umwelt- und tierfreundliche Produktionsformen: Für die sogenannten «Produktionssystembeiträge» wurden 0,6 Millionen Franken mehr gesprochen als im Vorjahr.
Demgegenüber mussten die Biodiversitätsbeiträge aufgrund reduzierter Beitragsansätze
Einbussen hinnehmen (–0,3 Mio. CHF). Die Beteiligung an den Biodiversitätsprogrammen
blieb aber etwa gleich hoch wie im Vorjahr.

Die Publikation «Landwirtschaftliche Betriebsstrukturdaten 2018» kann unter statistik.tg.ch heruntergeladen werden.

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