/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Motion gegen Artensterben

Kreuzlingen – Die Kreuzlinger Gemeinderäte Guido Leutenegger (FL/Grüne), Barbara Hummel (SVP) und Kathrin Wittgen (SP) haben eine Motion eingereicht. Sie wollen den Stadtrat beauftragen, geeignete Massnahmen zum Schutz der Artenvielfalt auf dem Gebiet der Stadt Kreuzlingen umzusetzen.

News aus dem Gemeinderat. (Bild: Archiv)

«Biodiversität», also die biologische Vielfalt oder der Artenreichtum, wird vom Bundesrat als «unsere Lebensgrundlage» definiert. Denn unsere Natur ist nicht nur schön, sondern für uns auch lebenswichtig. Doch für viele Vogelarten, Schmetterlinge, Igel und Wildbienen verschlechtert sich der Lebensraum zusehends. Damit einher geht ein grossflächiger Insektenrückgang. Die Hauptursachen sind gemäss den Motionären gut bekannt: «Die intensive Landnutzung mit ihrem grossen Einsatz von Pestiziden und Dünger, die fehlenden Strukturen in der Landschaft, die Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung oder etwa die Lichtverschmutzung.» Wenn die Insekten sterben, geht damit die Nahrungsgrundlage für Vögel und Fische verloren. Der Grossteil der Pflanzen ist auf Insekten als Bestäuber angewiesen.

Gegen diese bekannten Ursachen sei «dringend» vorzugehen, schreiben Leutenegger, Hummel und Wittgen in ihrer Motion. Sie erwähnen unter anderem den ersten globalen Bericht vom Weltbiodiversitätsrat IPBES, der «ein finsteres Bild vom Zustand der biologischen Vielfalt auf der Erde» zeichne. Darin werden, ebenso wie im Aktionsplan Biodiversität Schweiz, Handlungsmöglichkeiten sowie kurz- und langfristige Massnahmen genannt, um den Trend der Naturverarmung umzukehren. Diese, so die Motionäre, können Gemeinden als Beispiel dienen.

Mit ihrem Vorstoss fordern die drei Unterzeichner den Kreuzlinger Stadtrat auf, «für den gesamten städtischen Raum ein Massnahmenpaket und Monitoring vorzuschlagen. Für Gebäude, Gründflächen und Landwirtschaftszonen im Besitze der Stadt sind die im Aktionsplan Stategie Biodiversität Schweiz empfohlenen Massnahmen verbindlich umzusetzen.»

Wie geht’s weiter? 
In einer der kommenden zwei Gemeinderatssitzungen können die Motionäre ihren Vorstoss begründen. Der Stadtrat hat dann sechs Monate Zeit für eine Antwort, bevor die Motion diskutiert wird. Wenn der Gemeinderat sie daraufhin für erheblich erklärt, muss der Stadtrat den Auftrag entgegen nehmen und innert Jahresfrist einen Plan vorlegen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.