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Ein perfekter Wassersportabend

Kreuzlingen – Wenn der Himmel leicht bedeckt ist und der See glatt und leer vor einem liegt, können es die Mit-glieder des Wassersportclubs kaum erwarten, aufs Boot zu klettern. Denn das sind die perfekten Bedingungen, um mit dem Wakeboard über das Wasser zu gleiten und mit Anlauf über die Heckwellen zu springen.

Auf dem glatten See lässt es sich wunderbar gleiten. Perfekte Bedingungen für WSC-Mitglied Andreas Santarsieri.  (Bild: sb)

«Bei superschönem Wetter sind immer viele Leute auf dem See und die grossen Boote werfen Wellen. Das stört beim Wassersport», erklärt Vorstandsmitglied Jonas Eberhardt einen Nachteil, wenn die Sonne die Menschen in Massen an und in den See lockt. Bedeckte Tage sind besser: Wenn es einen an der Luft leicht fröstelt, das Wasser aber etwas wärmer als die Lufttemperatur ist, haben die Wakeboarder den See fast für sich allein. «Oder früh morgens um sechs Uhr, da sieht es ähnlich aus», grinst Eberhardt, wohl wissend, dass diese Uhrzeit wirklich nur für eingefleischte Wassersportler infrage kommt.

Der Kreuzlinger ist seit zehn Jahren Mitglied im Wassersportclub. Der Verein besitzt ein Malibu Wassersportboot, das die Sportler mit 360 PS über den See zieht. Eberhardt ist einer der ehrenamtlichen Piloten, die sich mit den Einsätzen abwechseln. Jeder hat feste Tage im Monat, an denen er fährt. Über eine Telefonhotline können sich die interessierten Mitglieder anmelden; wenn mindestens drei an Bord sind, stechen die Wassersportler in See.

«Das Boot ist mittlerweile auch schon fast zehn Jahre alt», erzählt Eberhardt, während er sein Wakeboard anschnallt. Auch ein Helm und die obligatorische Sicherheitsweste dürfen nicht fehlen. Mit dem Brett an den Füssen hüpft er ins Wasser. Wenn er bereit ist, gibt er dem Fahrer ein Zeichen und der Spass beginnt. Mit knapp 30 Kilometer pro Stunde pflügt das Boot durch den See und erzeugt die perfekte Welle.

Jonas Eberhardt vom Wassersportclub Kreuzlingen.  (Bild: sb)

Wasserski ist out
Wakeboardfahren ist derzeit die beliebteste Wassersportart. «Wasserski fährt kaum noch jemand», sagt Eberhardt. Der Verein stellt zahlreiche Sportgeräte zur Verfügung. Ambitionierte Sportler bringen jedoch meist ihr eigenes Brett mit. Für Kinder gibt es auch einen Ring oder eine Banane. «Der Jahresbeitrag kostet bei uns 80 Franken, die erste und jede achte Fahrt ist dabei gratis», sagt er. «Für eine Probefahrt ohne Mitgliedschaft zahlt man 18, bei allen weiteren Fahrten ohne Mitgliedschaft 33 Franken.» Gegenüber kommerziellen Anbietern sind das sehr attraktive Preise. Möglich sind sie nur durch das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder.

Der Verein denkt derzeit über ein neues, etwas grösseres Boot nach. Denn Wakesurfen ist eine Trendsportart geworden. Sie funktioniert mit dem aktuellen Boot nur bei Sportlern, die weniger als 80 Kilogramm auf die Waage bringen. Beim Wakesurfen fährt man ohne Leine direkt hinter dem Boot und surft auf einer künstlich generierten Welle. Das Gefühl ist ähnlich wie beim Wellenreiten. Auch Wakeskaten – also das Skateboardfahren auf der Welle – bei dem man wie beim Wakesurfen ohne Bindung auf dem Board steht, ist derzeit hoch im Kurs. Dabei lässt sich der Fahrer mit einer Hantel-Leine vom Boot ziehen.

Wie im Tiefschnee
Wer das erste Mal Wakeboard fährt, muss sich ganz schön anstrengen, um aus dem Wasser zu kommen. «Auf Anhieb schafft es fast niemand», sagt Eberhardt. Und gibt Anweisungen: «Ganz unten bleiben, die Knie beugen und die Arme strecken. Das quergestellte Brett mit den Zehen leicht nach vorne drücken und lange unten bleiben. Lass dich eine Weile ziehen, bevor du aus der Hocke gehst!» Plötzlich geht es los, mit einem Ruck ist man aus dem Wasser und gleitet über die ruhige Wasseroberfläche wie ein Snowboarder über frischen Tiefschnee.

Bis zum Sturz: Wenn Neulinge ins Wasser plumpsen und dann etwas hilflos im Wasser strampeln, ist das für den erfahrenen Wassersportler kein ungewohnter Anblick. Mit brummendem Motor wendet er das Boot und es geht von vorne los.

Trainierte Wakeboarder versuchen, sich mit Tricks zu übertreffen. Sie drehen das Brett, fahren kurz rückwärts oder zeigen hohe Sprünge über die Wellen. Mehr als einige Minuten geht die Fahrt aber auch bei ihnen nicht – der Sport beansprucht die Muskeln sehr.

Nach einer Stunde drückt sich dann doch noch die Sonne zwischen den Wolken hindurch. Der menschenleere See im Sonnenuntergang bietet einen traumhaften Anblick. «Das ist wirklich ein perfekter Abend gewesen», freut sich Eberhardt bei der Einfahrt in den Hafen. «Aber eigentlich ist jede Ausfahrt mit dem Wakeboard perfekt.»

Sonntag ist Schnuppertag
Wer einmal Wakeboard, Wakeskate oder sogar Wakesurf ausprobieren will, ist beim Kreuzlinger Wassersportclub genau richtig. Auch Wasser- oder Monoski ist hier möglich. Beliebt bei Kindern sind Bananen- und Ringfahrten. Am Sonntag, 21. Juli, findet ab 10 Uhr ein Schnuppertag im Yachthafen Kreuzlingen statt. «Wake, Chill and Grill» heisst es dann, aber bitte mit Anmeldung: wakeup@wsk-bodensee.ch. Eine Schnupperfahrt wird für 18 Franken angeboten. Mehr dazu auch auf www.wsk-bodensee.ch oder auf Facebook. Neue Mitglieder sind im Verein willkommen.

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