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Spiel, Spass und wilde Räubergeschichten

Langrickenbach – Vom 13. bis am 20. Juli herrscht auf dem Felde bei Langrickenbach Hochbetrieb. 750 Teilnehmende tauchen eine Woche lang in die Welt von Astrid Lindgrens «Ronja Räubertochter» ein. Zwei Jahre lang tüftelte das OK an den Vorbereitungen für das erste regionale Sommerlager des Cevi Ostschweiz – mit dem wohl klingenden Namen Daraja.

Sicht von der Burgmauer hinunter über den Spielplatz Richtung Schlafstätte. (Bild: Sandro Zoller)

Es wird gekocht, geplant, umhertransportiert, gespielt, gerannt und gelacht. Das Bild gleicht einem Ameisenhaufen. Und doch scheint alles einem geregelten Ablauf zu folgen. Jeder scheint zu wissen, wo er hingehört und was gerade auf dem Programm steht.

Die Räuberburg – Herz des Lagers
Gleich beim Info-Point steht Mirjam Baumann, Verantwortliche für die Kommunikation. Zusammen mit Co-Projektleiter Curdin Canal alias Pixel führt sie durch die Zeltstadt. Baumann geht voran und bahnt sich einen Weg. Sie kommt kaum vorwärts, denn bei diesem tollen Wetter sind mehr Besucher als erwartet zum «Nachmittag der offenen Tür» erschienen. Sie zeigt zur Burgmauer oberhalb des Tors und erzählt: «Die Fahnen, die dort hängen, sind selbstgemacht und waren Bestandteil der ersten Aufgabe am Anreisetag.» Die 22 teilnehmenden Cevi-Abteilungen sind während des Daraja dem Thema entsprechend Räuberbanden, welche die Geschichte spielerisch nachstellen. Die Burg selbst besteht aus Holz und 300 Blachen, die während einer Woche verbaut wurden. Es kamen keine Schrauben oder Nägel zur Verwendung, nur Seile. Das ganze Lager braucht eine grosse Anzahl an Leitungen. 900 Meter Wasser- und 1000 Meter Stromleitungen sowie 2000 Meter Rundholz sind verlegt worden.

Im Innern der Burg steht ein Bistro, das sogar Twint akzeptiert. «Die Kinder fahren vor allem auf die Süssigkeiten ab», erzählt Baumann lächelnd. Da Smartphones eigentlich nicht benutzt werden sollen, gibt es auch keine Auflademöglichkeiten. «Daher ist wahrscheinlich einigen der Akku langsam auf Null gegangen», meint die Kommunikationschefin weiter. Bevor es auf den Turm geht, läuft Canal zur Burg in der Burg. Auf einer Crowdfunding Plattform konnte für eine Spende über 1000 Franken das Burgmodell erworben werden.

Von oben sind die Dimensionen des Lagers erst richtig zu erkennen. «Der Spielplatz ist nebst der Burg das Highlight des Camps», sagt er mit einem Strahlen im Gesicht. «Er war als aller erstes aufgebaut und gleich von den Leitern ausprobiert worden.»

So etwas wie ein Star
In einem der beiden Speisezelte probt gerade Julia Bollack auf der Bühne, so wie jeden Tag. Sie verkörpert die Hauptfigur des Stücks Ronja Räubertochter. «Wenn mich die Kinder grüssen, dann immer mit dem Charakternamen», sagt Bollack sichtlich amüsiert. «Sie ist so etwas wie ein Star hier», fügt Baumann hinzu. Sie mag die Schauspielerei und war daher nicht abgeneigt, im Werbevideo für das Crowdfunding und am Daraja selbst aufzutreten. Ihr Cevi-Name ist Lingua. Das kommt daher, dass sie schon seit klein auf gerne und viel redet. Sie sei daher hier perfekt aufgehoben, meinen die Beteiligten schmunzelnd. Auf dem Weg vorbei an der Waschstrasse und den Toi-Tois bis zu den Schlafplätzen erklärt Canal, wie es zum Namen Daraja kam: «Man sucht sich einen bedeutsamen Begriff wie Brücke aus und dann eine Sprache, in der er gut klingt. Suaheli ist dafür eine dankbare Sprache.» Das Thema Ronja Räubertochter sei losgelöst vom Lagernamen. «Aber natürlich geht es in der Geschichte auch um Brückenschlagen zwischen den beiden verfeindeten Räuberfamilien», fügt Baumann den Schilderungen hinzu.

Abenteuer Schlafplatz
In dieser Ecke des Lagers schlafen die Kids und Leiter nicht nur, sondern essen auch ihr Frühstück. In den jeweils selbst aufgebauten Gemeinschaftszelten aus J&S Blachen können die Cevi-Abteilungen unter sich den Tag einläuten. Gerne nutzen sie den Vorplatz am späteren Abend zum Feuermachen, Singen und Beisammensein. Um teilzunehmen, muss die 1. Klasse abgeschlossen sein. «Am Anfang gab es ein paar Jüngere, die meinten, dass ihnen das Lager zu gross ist. Das hat sich aber schnell gelegt», beschreibt Baumann die positive Wendung.

Für die Umwelt
Das Nachhaltigkeitskonzept existiert nicht nur auf dem Papier, sondern kommt jeden Tag zum Zug. Beim Entsorgung- und Sammelplatz zeigen der Projektleiter und die Kommunikationsbeauftragte ihr Handeln. «Es ist uns ein Anliegen, den Kindern die Mülltrennung nahe zu bringen.» Die Nahrungsmittel kommen aus der Region, wie etwa das Fleisch vom 300 Meter entfernten Hof «Guets Fleisch». Der Rundgang endet beim Veloparkplatz. Es freut die beiden, dass nicht nur alle Teilnehmer mit dem ÖV oder einem Drahtesel angereist sind, sondern auch sehr viele Besucher.

Auf hier klicken für mehr Bilder zum Daraja.

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