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Erneut Antennenwildwuchs in der Ferienzeit?

Kreuzlingen – Der Verein strahlungsfreies Kreuzlingen kritisiert, Mobilfunkanbieter, Stadtrat und kantonale Behörden würden die Ferienzeit nutzen, um möglichst unbemerkt «schädliche» Mobilfunkantennen zu bewilligen. Vereinspräsident Stefan Zbornik schreibt von einer «schäbigen Praxis», die in Kreuzlingen besonders ausgeprägt sei.

Der massive Ausbau der Antenne soll als Umbau getarnt sein. (Bild: zvg)

Bereits über die Osterferien wurde ein Antennenmast beim Viadukt ausgeschrieben (wir berichteten). Jetzt, zu Beginn der Sommerferien, wurde der geplante Ausbau der Mobilfunkanlage auf dem Gebäude an der Hauptstrasse 132 beim Blauen Haus angekündigt. Gemäss Zbornik sind die wenigen nicht in den Ferien weilenden Anwohner aufgebracht und organisieren eine Sammeleinsprache gegen das Baugesuch. Zbornik schreibt: «Unzulänglich ist in der Bauanzeige der Stadt und im Baugesuch der Salt Mobile SA verharmlosend die Rede von einem Antennentausch. Offensichtlich ist es Salt gelungen, unseren Stadtrat und dessen Baubehörde auszutricksen, sonst würde in der Bauanzeige nämlich die wahre Tatsache stehen.»

Salt plane gemäss den detaillierten Baugesuchsunterlagen nämlich nicht bloss einen Antennentausch, sondern einen massiven Ausbau der Anlage. Die abgestrahlte Gesamtleistung der Anlage soll laut Zbornik verdreifacht werden und zusätzlich auch noch im kürzlich versteigerten 700 MHz Band senden. «Damit möchte Salt besser in Wohnungen und Häuser strahlen und eine grössere Sendereichweite erreichen können», erklärt Zbornik das Motiv des Unternehmens. Die unerwünschte und dauernde Zwangsbestrahlung in den eigenen vier Wänden werde dadurch weiter verstärkt. Er spricht von einer «unkontrollierten Entwicklung». Diese können schon lange gelenkt werden, wenn Stadt- und Gemeinderat das angefangene Antennenreglement gegen den Antennenwildwuchs endlich fertigstellen würden.

Die betroffenen Bewohner im Stadtzentrum, in Kurzrickenbach, am Remisberg und am Gaissberg können sich noch bis 3. August an der Sammeleinsprache beteiligen. Sammellisten und weitere Informationen sind auf strahlungsfrei.ch erhältlich.

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3 thoughts on “Erneut Antennenwildwuchs in der Ferienzeit?

  1. Marc Portmann

    Interessant, Interessant.
    Da schreibt Herr Zbornik, die Salt AG ist der Bauherr (unter Verschleierungstaktik) und im gleichen Schachzug nennt er den Konkurrenten
    Sunrise der diese Antenne zum strahlen nutzt?
    Da geht glaub ich so einiges nicht auf oder??
    Herr Zbornik, wenn Sie in der Welt vorankommen möchten, dann müssen Sie mit der Technologie gehen, denn ich denke
    auch Sie benützend ein Handy und das Internet und somit benützen auch Sie die Antennen die gebaut oder ausgetauscht werden.
    Mit freundlichen Grüssen
    Marc Portmann

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  2. Adrian Lang

    Der Antennentausch als solcher zu deklarieren ist schweizweit bei allen Anbietern gängige Praxis und weder verschleiernd noch verharmlosend. Dass bei neuen zusätzlichen Frequenzbändern die Sendeleistung insgesamt steigt, wenn bisher nur im hohen Frequenzband und dies erst noch relativ schwach gesendet wurde, ist auch nicht unüblich. Die Grenzwerte gem. NISV (Bundesverordnung) müssen IMMER eingehalten werden.
    Herr Zbornik geht bei DIESEM konkreten Antennentausch deshalb besonders auf die Barrikaden (war ja auch in den Kreuzlinger Nachrichten), weil er unweit dieser Antenne wohnt… Er scheint wohl einen guten Draht zu Herrn Böker und Frau Rabener zu haben…
    Die betreffende Salt Antenne sendet – verglichen mit anderen Anlagen egal welchen Anbieters – relativ schwach.
    Von einer besonders starken Antenne kann wirklich keine Rede sein. Sämtliche heutigen Antennen (ob nun Kathrein oder Huawei) sind Multibandantennen im Bereich 700-900 und 1400-2600 MHz. Auch daran ist NULL UND NICHTS speziell. Ein Sturm im Wasserglas und verhindert lässt sich ein solches Gesuch nicht. Nur verzögern. Man schaue auf die Bundesgerichtsurteile…

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