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Der Thurgau präsentiert seine Anziehungskraft

Thurgau – Der Thurgau bietet zahlreiche Standortvorteile und profitiert davon. Die Zahlen des von der Wirtschaftsförderung Thurgau veröffentlichten Ansiedlungsreports 2019 widerspiegeln aber sowohl den volkswirtschaftlichen Erfolg als auch die Herausforderungen des Standortmarketings. Im Betrachtungshorizont 2012-2017 verzeichnet der Thurgau konkret 69 angesiedelte, existente Unternehmen mit daraus resultierenden 550 Vollzeitarbeitsstellen.

Der Thurgau bietet zahlreiche Standortvorteile und profitiert davon. (Bild: zvg)

Der Ort, den das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) und die Wirtschaftsförderung Thurgau für die Präsentation ihres Ansiedlungsreports gewählt haben, ist bezeichnend für die Dynamik und die Komplexität des Standortmarketings. Auf der Grossbaustelle der V-Zug Kühltechnik AG in Sulgen wird vergleichbar ersichtlich, welche Faktoren aufeinander abgestimmt sein müssen, bis eine nachhaltige Firmenansiedlung erfolgen kann.

Engagement für ansässige Firmen
Die Verfügbarkeit von Bauland in der Nähe des bisherigen Standortes Arbon war für Beat Weiss, Geschäftsführer der V-Zug Immobilien AG, hauptsächlich ausschlaggebend für den Verbleib der V-Zug Kühltechnik AG im Thurgau. Sulgen ist ideal, weil der Standort in der Nähe von Arbon ist und das Knowhow in der Firma erhalten bleibt. Durch die Umzonung in Sulgen erhielt die V-Zug Kühltechnik AG Bauland und damit die Möglichkeit, die neue Fabrik ideal nach den Bedürfnissen der Unternehmung zu realisieren. Nebst dem Engagement der Wirtschaftsförderung setzte sich auch AWA-Amtsleiter Daniel Wessner ein, damit nicht nur Arbeitsplätze erhalten bleiben, sondern diese sogar ausgebaut werden können. Die Pflege und Unterstützung ansässiger Unternehmen ist für Marcel Räpple, Leiter der Wirtschaftsförderung Thurgau, ebenso relevant wie das Standortmarketing zu Gunsten von Unternehmen aus dem Ausland.

Klare Vorgaben
Eines der im Ansiedlungsreport aufgeführten Unternehmen ist die SIS Medical AG in Frauenfeld. Die Kriterien waren für das Unternehmen klar, als es 2015 nach signifikantem Wachstum und dem Einstieg eines neuen Hauptaktionärs einen zukunftsträchtigen Standort suchte. Willi Zwahlen, CEO der SIS Medical AG, erinnert sich: «Der neue Standort sollte sowohl in räumlicher und logistischer Hinsicht als auch in Bezug auf die Personalressourcen ein möglichst optimales Angebot vorweisen. Diese Anforderungen wurden in Frauenfeld erfüllt. Der Kanton Thurgau liegt zudem in der Mitte des MedTech-Clusters Zürich – Süddeutscher Raum, in der Nähe des Flughafens Zürich, und Kliniken sowie Universitäten mit internationaler Reputation sind schnell erreichbar.» Nach wie vor ist Zwahlen überzeugt von seinem damaligen Standortentscheid, auch weil für ihn die weichen Faktoren wie attraktiver Lebensraum, gute Schulen und kulturelle Angebote im Thurgau stimmen.

Engagement in Zahlen
Aus Überlegungen der Effizienz und Wirkungsoptimierung hält der Thurgau seine Aktivitäten für die Standortpromotion und die nachhaltige Ansiedlungsbegleitung auf einem vernünftigen Niveau. Im berücksichtigten Zeitraum von 2012-2017 bearbeitete die Wirtschaftsförderung jährlich zwischen 90 und 160 Anfragen, im Durchschnitt 125 Anfragen pro Jahr. Rund ein Viertel davon wurde vertieft behandelt. Daraus ergaben sich 92 realisierte Ansiedlungen. Per Ende 2017 waren von diesen noch 69 Unternehmen existent. Acht Unternehmen zogen in einen anderen Kanton oder ins Ausland, 15 Unternehmen wurden aufgelöst. Die «Überlebensrate» einer neu angesiedelten Firma liegt im Thurgau daher bei rund 75 Prozent.

Entwicklung der angesiedelten Unternehmen
Die 69 existenten Unternehmen boten am 31. Dezember 2017 551 Vollzeitstellen aus. Kumuliert über den Betrachtungshorizont investierten die angesiedelten Firmen im Kanton Thurgau rund 280 Millionen Franken und lösten im Umkreis von 50 Kilometern ein Auftragsvolumen von 54 Millionen Franken aus. Das Gesamtsteuervolumen der juristischen wie auch der in den Unternehmen tätigen natürlichen Personen kommt auf rund 32 Millionen Franken.

Unsicherheitsfaktoren bremsen die Dynamik
«Trotz pulsierender Wirtschaft und unseren Standortvorteilen wie wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und attraktiver Lebensraum spüren wir auch im Thurgau die aktuellen Unsicherheitsfaktoren», sagt Daniel Wessner. Als Leiter des Amts für
Wirtschaft und Arbeit sieht er sich besonders gefordert in den Bereichen Fachkräftepotential, räumliche Entwicklungsmöglichkeiten, Beziehung zur EU, Währungsschwankungen, internationaler Steuerwettbewerb und der Steuerreform. «Im Thurgau sind wir bestrebt,» betont Räpple, «mit persönlichem Engagement eine Vertrauensbasis zu schaffen und uns mit vielbeachteten Innovationsforen, smarten Strukturen, cleveren Marketingaktionen und wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen weiterhin für nachhaltige Unternehmensansiedlungen stark zu machen.»

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