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1150 Unterschriften gegen den Antennenwildwuchs

Kreuzlingen – Mitten in den Sommerferien wurden die noch anwesenden Betroffenen in den Quartieren um das Blaue Haus durch den Verein strahlungsfreies Kreuzlingen bei einer Sammeleinsprache gegen den geplanten Ausbau einer Mobilfunkantenne unterstützt. Bereits über die Osterferien half der Verein bei einer Sammeleinsprache gegen einen geplanten Antennenmast beim Viadukt im Alp-Quartier. Insgesamt kamen rund 1150 Unterschriften gegen diesen Antennenwildwuchs zusammen. Die Erwartungen an Behörden und Politik sind entsprechend hoch.

Salt Antenne an der Hauptstrasse 132. (Bild: Sandro Zoller)

Beim Baugesuch für den 30 Meter hohen Antennenmast auf der Alp, hatte Salt unrechtmässig ein viel zu kurzes Bauvisier gesetzt, damit die Ausmasse des riesigen Mastes nicht erkennbar waren. Beim Baugesuch für die Erweiterung des Antennenmastes auf dem Gebäude an der Hauptstrasse 132 beim Blauen Haus, hat Salt gleich ganz auf die gesetzlich vorgeschriebenen Bauvisiere verzichtet. In Kreuzlingen wird bekanntlich verlangt, dass für Bauvorhaben in und auf Hausdächern entsprechende Markierungen anzubringen sind. Das gilt eigentlich auch für die Mobilfunkantenne von Salt, denn deren Bauvolumen soll in etwa verdoppelt werden, womit diese im Quartier optisch noch beeinträchtigender wirken wird. Zudem soll die gesamte Sendeleistung verdreifacht werden.

Trotz vieler Ferienabwesenheiten, belegt die erfreulich hohe Zahl von rund 1150 Unterschriften, dass sich das Wissen um die gesundheitlichen Risiken von Funkstrahlung immer mehr verbreitet. Den dreisten Verharmlosungen und Unwahrheiten der Mobilfunklobby wird offensichtlich nicht mehr so leicht geglaubt.

Obwohl die Einsprecher bislang nicht informiert wurden, muss der Stadtrat inzwischen erste Konsequenzen gezogen und Salt signalisiert haben, dass er das Baugesuch für die geplante Antenne auf der Alp aus formalen Gründen nicht bewilligen könne. Darauf hat es Salt scheinbar vorgezogen, das ursprüngliche Baugesuch zurückzuziehen und diese Woche ein neues auflegen zu lassen. Es ist nun offen, wie sich der Stadtrat – im Sinne der Rechtsgleichheit – bezüglich des Antennenmastes beim Blauen Haus verhalten wird.

Diese Woche liegt ausserdem das Baugesuch für den «Umbau» des Swisscom-Antennenmastes
bei der Kaserne Bernrain öffentlich auf. Es wird bereits darauf gewettet, dass es sich dabei ebenfalls um den Ausbau der Anlage mit einer massiven Leistungserhöhung handelt. Betroffene die sich gegen das Vorhaben wehren wollen, werden vom Verein ebenfalls unterstützt. Betroffene der Antenne auf der Alp, welche sich wegen Ferienabwesenheit über Ostern nicht an der Einsprache beteiligen konnten, können dies nun nachholen.

Unterschriftenlisten sind auf der Homepage von strahlungsfrei.ch erhältlich.

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