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Am ersten Tag in die hinterste Reihe versetzt

Kreuzlingen – Schwups und die fünf Wochen Sommerferien sind vorbei. Nicht nur für manche Kinder war es die erste Schulwoche, sondern auch für manch frisch gebackenen Lehrer. Dazu gehört auch Medina Mahmudi, sie ist die neue Klassenlehrerin von der vierten bis zur sechsten Klasse und auch sie war vor der ersten Stunde nervös.

Medina Mahmudi ist froh eine kleine Klasse für ihr Debüt als Lehrerin erhalten zu haben, so kann sie besser auf jeden einzelnen Schüler eingehen. (Bild: av)

«Ich habe die ganze Woche vor dem Schulbeginn schlecht geschlafen und letzte Nacht kein Auge zugetan», sagt Medina Mahmudi zu ihrem ersten Schultag als Lehrerin. Die 23-jährige Konstanzerin ist eine der vielen neuen Lehrer, die im Juni die Pädagogische Hochschule (PH) abgeschlossen haben, und am Montag auch ihren ersten Schultag hatten. Sie ist von der vierten bis zur sechsten Klasse die neue Klassenlehrerin im Schulhaus Seetal in Kreuzlingen. Im Mai hatte die frisch gebackene Lehrerin einen Besuchstag, um die Kinder schon mal kennenzulernen und sie erhielt Infos über die Kinder von der Lehrerin, welche die Kinder von der ersten bis zur dritten Klasse hatte. «So konnte ich im Vorfeld die Namen der Kinder lernen, aber als es los ging, sahen sie schon wieder ganz anders aus», sagt Mahmudi und muss lachen. Sie und die 14 Kinder haben vorläufig noch Namensschilder an den Pulten.

Eine gewisse Strenge muss sein

Von der PH fühle sie sich theoretisch gut vorbereitet, aber praktisch wurde sie ins kalte Wasser geworfen. «Wir hatten viele Praktikas, aber während dessen sass immer jemand zur Unterstützung im Hintergrund. In der Realität steht man alleine vor der Klasse und muss mit den verschiedenen Situationen zurechtkommen», sagt Mahmudi. Aber in einem der Praktikas sah sie einen Lehrer, denn sie heute als Vorbild betrachtet. Er unterrichtete authentisch und locker, blieb aber dabei der Chef im Klassenzimmer. Dies zeigte sie auch bereits am ersten Tag, sie setzte einen Schüler an einen separaten Tisch zuhinterst im Klassenzimmer, weil er hörte trotz dreimaligem Warnen nicht auf den Unterricht zu stören. «Jetzt zu Beginn werde ich strenger sein, aber ich gehe nicht so weit die Kinder zu erziehen, das ist nicht meine Aufgabe. Aber ich möchte, dass die Kinder Disziplin und Höflichkeit, lernen», sagt die Konstanzerin zu ihrem Unterrichts-Stil. Klingt als sei mit ihr nicht zu Scherzen, aber sie hat immer ein offenes Ohr für die Kinder, auch für private Angelegenheiten. Dennoch ist und bleibt sie die Lehrerin und keine Kollegin. Den Unterricht gestaltet sie kreativ und spielerisch. So geht die trockene Mathelektion damit los, dass die Kinder Zahlen über 1000 aufschreiben und an die Tafel pinnen müssen. Gemeinsam sortieren, sie diese nach der Grösse und sagen warum gerade sie diese Zahl aufgeschrieben haben, bis es zu den eigentlichen Aufgaben ging.

War nicht die beste Schülerin

«Ich freute mich immer nach den Ferien wieder in die Schule zugehen, weil ich dann wieder alle meine Freunde sah», sagt Mahmudi über ihre Schulzeit und ergänzt: «Aber ich war nicht die Beste, eher eine verträumte Maus.» Sie liebe es Menschen um sich herum zu haben und als Kind brachte sie schon ihrer kleinen Schwester und Cousins immer etwas bei. «Es ist toll zu sehen wie lernwillig meine Schüler sind», sagt die 23-Jährige zu ihrer jetzigen Schulzeit. Zu ihren Zielen als Lehrerin gehört es authentisch zu bleiben und im Unterricht trotz dem Spielerischen keine Zeit zu verplempern. Denn die Kinder sollen so viel wie möglich lernen, so die junge Lehrerin.

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