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Tongewaltiger Auftritt

Frauenfeld/Kreuzlingen – Vier Sängerinnen des Campus-Kammerchors Kreuzlingen sangen am vergangenen Sonntag Seite an Seite mit den Profis des Vokalensembles Lux Sonora. Die Probenzeit beschränkte sich auf dieses einzige Wochenende, in nur wenigen Stunden erarbeitete Manuela Eichenlaub ein anspruchsvolles, doppelchöriges a cappella-Programm mit ihren 46 Sängerinnen und Sängern. Viele davon waren von weither angereist, um sich in der Pädagogischen Hochschule zu einem gemeinsamen Klang zusammen zu finden, etwa aus Salzburg, Hannover, Regensburg und Bassecourt.

Auftritt des Vocalensembles Lux Sonora. (Bild: W. A. Völker)

Alle hatten die Noten zuvor zu Hause selbstständig studiert, sodass es nur noch um den musikalischen Feinschliff ging. «Es ist unglaublich, was in dieser kurzen Zeit möglich war», schwärmt Flurina Schiesser (22) aus Bischofszell nach dem Konzert in der Katholischen Kirche Weinfelden, die trotz des sommerlichen Wetters beinahe voll besetzt war. «Ich habe noch nie solch ein schwieriges Repertoire gesungen, aber dank den beiden Sopranistinnen, die rechts und links von mir standen, fühlte ich mich getragen und habe sehr viel gelernt.» Wie Flurina hat auch Simone Hess (22) aus Herden gerade ihre erste Unterrichtswoche als Primarlehrerin hinter sich. «Es ist gerade eine strenge Zeit für uns, aber ich bereue es keine Sekunde, mitgesungen zu haben. Ich war schon beim letzten Lux Sonora-Projekt am 1. Advent dabei und wusste, dass ich im Fall einer Absage eine ganz besondere Chance verpassen würde. Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, mitten in einem solchen Klangkörper zu stehen und ein Teil dieser Musik zu sein.»

Ausser den Campus-Kammerchor-Sängerinnen erhielten auch noch einige Sänger aus dem Kath. Kirchenchor Weinfelden die Chance, einmal auf professionellem Niveau zu singen. «Das Mitsingen bei Lux Sonora ist für meine sehr guten und ambitionierten Laien-Sängerinnen eine Ehre und bedeutet einen riesigen Lern- und Motivationsschub», sagt Manuela Eichenlaub. Sie hat dem Ensemble mit den achtstimmigen Motetten von Bach, Mendelssohn und Brahms und weiteren Stücken von Bruckner und Rheinberger sehr viel abverlangt. Das Publikum war begeistert von der klaren Diktion, dem homogenen Chorklang, der abwechslungsreichen Dynamik, der musikalischen Ausgestaltung und der oft beinahe theatralischen Dramatik der Stücke. Langer Applaus und Vorfreude auf das nächste Lux Sonora-Projekt im kommenden Jahr.

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