/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Damit die Schoggi weiter duftet

Kreuzlingen – Die 1932 durch Heinrich Weibel gegründete Schokoladenfabrik hat bis in die Gegenwart zwei Renovationen durchlaufen. Den heutigen Bedürfnissen und geplanten Produktionsgerätschaften genügen die jetzigen Räumlichkeiten nicht mehr. Deshalb haben sich die Verantwortlichen unter der Leitung der Geschäftsführerin Monica Müller dazu entschieden, die Anlage zu erweitern. Am Donnerstag vor einer Woche fand der Spatenstich statt.

Der obligatorische Spatenstich durfte nicht fehlen. (Bild: Sandro Zoller)

Wer im Quartier Bernrain wohnt oder gelegentlich dort spazieren geht, hat schon sicher mehr als einmal den feinen Duft von frischer Schokolade in der Luft gerochen. Auch wenn die süssen Verführungen der Chocolat Bernrain in deren Laden oder unter anderen Namen in der Schweiz gekauft werden können, liegt der Schwerpunkt auf dem Export. Weltweit in über 50 Ländern sind die diversen Schoggi-Kreationen aus Kreuzlingen gefragt. Um mit der Zeit zu gehen und marktfähig zu bleiben, sind weitere Investitionen der einzig logische Schritt. Zudem fände die neue Giessanlage keinen Platz im bestehenden Gebäude.

Geschäftsführerin Monica Müller. (Bild: Sandro Zoller)

Wir fühlen uns willkommen
Trotz schlechten Wetterprognosen fanden sich über 50 Personen vor der Schokoladenfabrik ein. Geschäftsführerin Monica Müller stellte sich auf die erhöhte Laderampe und begrüsste alle Anwesenden herzlich: «Wir haben zwar schönes Wetter bestellt, aber zumindest sagt man, dass Regen schön macht.» Auch wenn das Wetter sich dadurch nicht auflockern liess, die Stimmung der Leute war heiter. Müller erwähnte die wichtigsten Abschnitte der Schokoladenfabrik Bernrain seit ihrer Gründung.

Dazu gehörte auch der Kauf der Chocolat Bernrain durch ihre Grosseltern Karin und Walter Müller im Jahr 1950. Als sie 1956 den Schritt von der gewerblichen Struktur zur industriellen Fertigung wagten und dafür den Bau einer modernen Fabrik in Angriff nahmen, war die Umgebung noch sehr ländlich geprägt. «Da stand ein Kuhbrunnen, ein kleiner Bauernhof und Marazzi Natursteine», berichtet die Geschäftsführerin und betont: «Seither fühlen wir uns als Chocolat Bernrain willkommen und sind gerne hier». Mit dem Bau möchte das Unternehmen in die Zukunft investieren und weiter Schoggiduft verströmen.

Beitrag zur Nachhaltigkeit
Markus Wyrsch, Projektleiter des Neubaus, sprach über die Verwendung der Räumlichkeiten. Nebst Garderoben im Untergeschoss für das Personal wird das Erdgeschoss für die Massenproduktion genutzt. Im Obergeschoss entstehen ein zeitgemässer Fabrikladen und ein kleines Café mit grandioser Terrasse. Einen Punkt hob Wyrsch besonders hervor: «Die Wärmerückgewinnungsanlage ist nicht nur eine Ansage, sondern ein aktiver Beitrag zur Nachhaltigkeit.» Bis die erste Schoggi vom Band geht, gehen noch zwei Jahre ins Land. Mit einem Dankeschön an die Beteiligten übergab der Projektleiter das Wort an Matthias Egger, Planer und Gesamtverantwortlicher des Baus.

Der Geschäftsführer von Egger Partner brachte den Anwesenden die Gebäudestruktur und die Herausforderung bei der Planung und Durchführung näher. Gerade bei einer Fabrik, die Schokolade herstellt, müssen alle eingebauten Materialien geschmacksneutral sein.

Mehr Leben im Quartier
Einst hatte Emmishofen eine eigene Feuerwehr und zumindest noch lange nach dem Zusammenschluss mit Kreuzlingen Restaurants und an der Bernrainstrasse einen Quartierladen. Ist das Café ein Beitrag zur Aufwertung des Quartiers? Bei einem kleinen Nachgespräch meinte Müller dazu: «Die Nachbarn haben die Idee gut aufgenommen und finden es toll, dass es hier sowas gibt.»

Dann war es an der Zeit, in die Hände zu spucken und mit der Schaufel anzufangen zu graben. Nebst Stadtpräsident Thomas Niederberger bekamen die Geschäftsführerinnen von Chocolat Bernrain und Stella sowie die jeweiligen Abteilungsleiter ein Werkzeug überreicht. Verspätet, aber zumindest noch pünktlich zum Spatenstich, kam die «vorbestellte» Sonne zum Vorschein.

Die liebevoll dekorierten Spaten warten auf ihren Auftritt. (Bild: Sandro Zoller)

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