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In der Rolle der Herausforderer

Handball – Am nächsten Samstag, 31. August, starten die beiden Fanionteams des HSC Kreuzlingen in die mit grosser Spannung erwartete Saison 2019/2020. Als Aufsteiger in die NLA (Frauen) und NLB (Männer) sehen sie sich in der Rolle der Herausforderer, deren primäres Ziel der Klassenerhalt ist.

Trainerin Frauen Kristina Ertl. (Foto Gaccioli Kreuzlingen)

Die lange Saison 2018/2019 geht als eine der erfolgreichsten in die Geschichtsbücher des bald 50-jährigen HSC Kreuzlingen ein. Die Männer schafften den zweiten Aufstieg in die Nationalliga B mit 30 Siegen in Serie – oder eben 60:0 Punkten! Ernsthaft gefordert wurde die Mannschaft von Cheftrainer Marcel Keller erst in den beiden Playoff-Spielen gegen den HV Olten. Am Ende setzte sich der HSCK aber auch gegen die Solothurner mit zwei Siegen durch – in eigener Halle vor über 1000 Zuschauern. Ebenso souverän schafften die Kreuzlinger Frauen die sofortigen Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. Cheftrainerin Kristina Ertl Hug holte aus einem schmalen Kader das Optimum heraus und führte den HSCK als klarer Sieger der Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB (SPL1/SPL2) zurück ins Oberhaus. Damit ist der HSC Kreuzlingen neben GC Amicitia Zürich der einzige Verein, der in der Saison 2019/2020 sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein Nationalliga-Team stellt.

Punktuell verstärkt
Das NLB-Kader der Männer erfuhr in der Sommerpause doch die eine oder andere Veränderung. Rechtsaussen David Fricker (zum TSV St. Otmar St. Gallen/NLA), die Linkshänder Arie Thür (zum TSV Fortitudo Gossau/NLB) und Marco Kappenthuler (2. Mannschaft) sowie Routinier Marcel Briegmann (2. Mannschaft) gehören nicht mehr dem Kader an. Als Ersatz wurden der 23-jährige Grieche Kostantinos Tsamesidis, Topscorer des Erstligisten Einsiedeln, und Kreisläufer Robin Wipf (18) aus dem U19-Elite-Team von Pfadi Winterthur verpflichtet. Cheftrainer Marcel Keller ist sich bewusst, dass seiner Mannschaft in der zweithöchsten Spielklasse eine wesentlich steifere Brise entgegen wehen wird. Man wird wieder lernen müssen, mit Niederlagen umgehen und Rückschläge wegstecken zu können. «Unser Ziel in der ersten NLB-Saison wird es sein, uns mit guten Leistungen Respekt zu verschaffen und den Ligaerhalt ohne Zittern zu erreichen,» sagt Keller. Die Resultate in der Vorbereitung haben gezeigt, dass sein Team durchaus das Potenzial für einen NLB-Mittelfeldplatz besitzt.

Zum Saisonauftakt bekommt es der Aufsteiger vom Bodensee vor heimischem Publikum gleich mit einem Topteam zu tun. Stäfa gehört seit Jahren zur NLB-Elite und möchte auch im nächsten Frühjahr ein gewichtiges Wort im Kampf um den NLA-Aufstieg mitreden. David (Kreuzlingen) gegen Goliath (Stäfa) ist deshalb eine realistische Einschätzung der Kräfteverhältnisse beim NLB-Auftakt vom nächsten Samstag, 31. August, in der Sporthalle Egelsee. Die Partie wird um 18 Uhr angepfiffen.

Trainer Herren Marcel Keller. (Foto Gaccioli Kreuzlingen)

Abstand zur Spitze verkleinern
Vor einem Jahr befanden sich die Kreuzlinger Nationalliga-Handballerinnen in einer äusserst schwierigen Situation. Nach sechs Abgängen musste innerhalb weniger Wochen eine neue Mannschaft aufgebaut werden. Schlussendlich konnte Kristina Ertl Hug ihre zweite Saison als Cheftrainerin mit einem schmalen, aber durchaus kompetitiven Kader in Angriff nehmen. Dass man am Ende der langen Spielzeit 2018/2019 dann sogar als Sieger der Auf-/Abstiegsrunde die sofortige Rückkehr in die Topliga schaffen würde, damit hatte aber niemand ernsthaft gerechnet. Die Verantwortlichen des HSC Kreuzlingen haben aus den Erfahrungen im Sommer 2018 gelernt und agierten deshalb im Hinblick auf das zweite SPL1/NLA-Abenteuer überaus offensiv auf dem Transfermarkt. Mit der deutschen Rückraumspielerin Isabel Tissekker (25) vom 1. Bundesligisten Schwaben Hornets, der ungarischen Kreisläuferin Renata Juhasz (23) und der Rechtsaussen Anina Veit (21, von GC Amicitia Zürich) konnten wichtige Neuzuzüge vermeldet werden. Dazu stiessen aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse gleich vier neue Spielerinnen zum HSCK, darunter Torfrau Nathalie Wörner (26), die auch schon in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten stand. «Unsere Ausgangslage ist nun eine ganz andere», sagt Cheftrainerin Ertl Hug, «wir wollen uns nicht nur in der höchsten Spielklasse behaupten, sondern auch den Abstand zum Spitzenquartett verringern. Unser Ziel sind die Top 6.»

Das Startspiel bestreiten die Kreuzlingerinnen am kommenden Samstag ab 16 Uhr in Nottwil LU. Gegen den Titelanwärter Spono Eagles braucht es allerdings bereits einen Exploit für ein positives Resultat. Die erfolgsverwöhnten Luzernerinnen wollen nach einer verkorksten Saison 2018/19 (nur Rang 4) wieder voll angreifen und haben sich dementsprechend verstärkt. Spono-Trainer Carlos Lima macht aus seinen hohen Ambitionen denn auch kein Geheimnis. «Wir wollen Meister und Cupsieger werden!», betont der ehemalige Bundesliga-Profi und Nationalspieler. Folgerichtig erwartet er einen deutlichen Heimsieg über den Aufsteiger aus dem Thurgau. Das erste Heimspiel der NLA/SPL1-Saison bestreiten die Kreuzlingerinnen dann eine Woche später (Samstag, 7. September, 18 Uhr) gegen den HV Herzogenbuchsee.

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