/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Augenmerk auf Innenentwicklung

Kreuzlingen – Nach drei intensiven Jahren steht der neue Rahmennutzungsplan. Die Stadt bekommt ein Konzept, das für die nächsten 20 Jahre standhaft ist. Darin ist klar ersichtlich, wohin sich Kreuzlingen entwickeln soll. Die öffentliche Auflage des Baureglements und des Zonenplanes ist ab Freitag, 6. September, bis Mittwoch, 25. September, einsehbar.

Stadtpräsident Thomas Niederberger vor einem Stadtplan. (Bild: Sandro Zoller)

Die Eröffnung der Informationsveranstaltung vom 21. August im Dreispitz begann Stadtpräsident Thomas Niederberger mit einem Dankeschön an die verantwortlichen Kommissionen und überreichte das Mikrofon an Raumplaner Beat Rey.

Mobilisierung innerer Nutzungsreserven
Rey lenkte seine Rede sehr früh auf den wahrscheinlich wichtigsten Punkt der Raumnutzungsplanung, die verstärkte Innenentwicklung. Bereits überbaute Gebiete mit Entwicklungspotenzialen haben Priorität gegenüber noch frei liegenden Flächen am Rande der Stadt. Dabei soll eine sinnvolle Mischung zwischen Verdichtung und Bewahrung der charakteristischen Stadt- und Quartierstrukturen zum Tragen kommen. «Um das maximale Bauvolumen nach neuem Baureglement voll ausschöpfen zu können, müssen benachbarte Parzelleneigentümer ihre Grundstücke zusammenlegen», sagte der Raumplaner.

Kreuzlingen wird eingeteilt
Während die Anpassung der Zonenbezeichnungen eher etwas Abstraktes ist, sind die fünf neu eingeführten Zonen greifbarer. In den Quartieren Emmishofen, Egelshofen und Bodan sind drei Strukturerhaltungszonen vorgesehen. Der Artikel 23 BauR schreibt unter anderem vor, dass ein hoher Anteil an Grünflächen entlang von Strassen, herausragende Einzelbäume, Zäune und geschnittene Hecken zu erhalten sind.

Immer noch weite Teile von Kreuzlingen sind durch Hochwasser gefährdet. Gemäss Rey ist die Stadt aber laufend daran die Gefahrenherde zu eliminieren. Bis dahin müssen potenzielle Mieter und Käufer darauf aufmerksam gemacht werden. Aufgrund vieler Eingaben, die die vorgesehene Regelung für hohe Bauten kritisch beäugten, kam es zu einer totalen Überarbeitung. Gebäude bis 40 Meter Höhe dürfen ausschliesslich entlang der Löwen- und Bahnhofstrasse gebaut werden. Häuser bis 30 Meter finden im Zentrum, Wolfacker und Sonnenwiesen ein Zuhause.

Dem Schloss Brunegg wird eine Spezialzone im Norden und eine Freihaltezone im Süden zugeteilt. Im bebauten Teil sind nur Konstrukte erlaubt, die das Schutzobjekt in keiner Weise beeinträchtigen. Der unbebaute Abschnitt soll so bleiben, wie er ist.

Und zuletzt ist da noch die Deponiezone Typ A. Sie soll auf dem Areal Ziegelhütte bei der Autobahnzufahrt Kreuzlingen Süd entstehen und beschränkt auf unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial sein.

Boni für platzsparendes Bauen
Zusätzlich zu den kantonalen Zuschlägen für unterirdische Parkierung und erhöhte Energie-Anforderungen dürfen sich Bauherren auf weitere kommunale Boni freuen. Kann dem Bau hohe architektonische, städtebauliche und gestalterische Ansprüche angerechnet werden, liegt ein Zuschlag von zehn Prozent im Möglichen. Im Detail sieht das zum Beispiel eine vertikale Begrünung vor. Sind auch die Besucherparkplätze unter der Erde zu finden, darf das Projekt um weitere fünf Prozent grösser ausfallen.

Nach Auswertung und Beratung der Einsprachen kann ab 2020 mit der Verabschiedung des Rahmennutzungsplans durch den Gemeinderat und der Genehmigung des Zonenplans und Baureglements durch das Departement für Bau und Umwelt gerechnet werden. Wann dies in Kraft tritt, ist von den vorherigen Schritten abhängig.

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