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Ein Rückwärtsgang beim Stadthaus

Leserbrief – Dino-Gerardo Lioi aus Kreuzlingen, empfiehlt die Initiative gegen das Stadthaus, für die Erhaltung der Festwiese, nicht zu unterschreiben.

{Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Seit fast 30 Jahren hat man sich mit dem Bau des Stadthauses auseinandergesetzt. Es wurde auch abgeklärt ob eine Miete machbar wäre. Damals war der Ausbau des Löwenareal aktuell. Die Planung des Stadthauses wurde im Dezember 2011 im Gemeinderat genehmigt. Die Standortbestimmung wurde ausführlich in der Gemeinderatssitzung im November 2012 diskutiert. Die eidgenössische Kommission für Denkmalpflege nahm damals auch Stellung. Die Vorabklärungen sind gemacht worden und hat man gute Arbeit geleistet. Von drei Projekte, Stadthaus, Tiefgarage und Gestaltung der Festwiese wurde in Eins zusammengeführt.
Es hat mehrere Gelegenheiten gegeben des Stadthauses in Frage zu Stellen. Jetzt kommt die Initiative viel zu spät. Hat die Gruppe die das Stadthaus verhindern will sechs Jahren lang geschlafen? Es kommt mir vor wie ein Auto, das schon vorwärtsfährt, den Rückwärtsgang einzulegen. Nach dem schon 1.5 Millionen ausgegeben worden ist soll man wieder anfangen Planen. So geht man mit dem Steuergeld nicht um.

Das Stadthaus ist mindestens für die nächsten 100 Jahre bestimmt. Der Schreibende und der Club der älteren Herren, das Initiativekomitee, werden ganz wenig nutzten haben. Die Jungen und die nächsten Generationen werden mehr davon haben. Immerhin sind es über 170 Arbeitsplätze. Vielleicht meine Enkelkinder und deren Kinder werden einmal dort arbeiten. Die wollen wir in Kreuzlingen behalten, für sie wollen wir attraktive Arbeitsplätze bitten, sonst wandern die Junge Leute nach Zürich oder Bern.

Die Initiative ist schädlich für Kreuzlingen. Die Initiative hat keine vorwärts Strategie. Ich empfehle die Initiative gegen das Stadthaus, für die Erhaltung der Festwiese, nicht zu unterschreiben. Sie ist gegen die Entwicklung unserer Stadt und wirft das Vorhaben 10 Jahre zurück. 30 Jahre planen und Abklärungen sind genug.

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3 thoughts on “Ein Rückwärtsgang beim Stadthaus

  1. Bruno Neidhart

    Kein Rückwärtsgang – Herr Dino-Gerardo Lioni! Dass dieses „über 111 Meter lange Ding“ „mindestens 100 Jahre“ dort zu stehen hätte, ist nun mal eine apokalyptische Vorstellung für viele Stadbewohner – von jung bis alt. Das müssen Sie begreifen. Ausgerechnet mit „170 Arbeitsplätzen“ zu argumentieren, ist erstaunlich. Ihre „Enkelkinder und deren Kinder“ werden dort arbeiten, wo ein neues Stadthaus steht, sollte es einmal gebaut sein. Sogar an der jetzigen Stelle lässt es sich gut arbeiten. So einfach ist das.

    Wenn die Stadtbehörde „seit fast 30 Jahren“ keine überzeugende Lösung präsentieren konnte, welche eine grosse Mehrheit der Bevölkerung zu überzeugen vermochte, nun dazu u.a. nachträglich sogar baurechtliche Zweifel entstanden sind, ist es nur verständlich, dass sich „etwas bewegt“ – bewegen muss, das den erkennbaren Stillstand zu durchbrechen versucht. Zumal Einsprachen vorliegen, die in ihrer Komplexität zu mehrjährigen Verzögerungen führen könnten – oder müssten. So ist denn erstaunlich, dass Sie hier u.a. unsichere baurechtliche Angelegenheiten einfach negieren wollen und dafür noch werben. Dass Sie zudem offen gegen die Erhaltung der Festwiese plädieren, ist noch ein anderes Feld.

    Die Initiative „ist“ ja geradezu diese „Vorwärts Strategie“, die Sie (allerdings umgekehrt!) anmahnen! Denn die Initianten möchten, so kann es gedeuten werden, dass die rund 50 Millionen nicht derart falsch geplant herumgeistern und in die Stadtgeschichte eingehen, dass daraus womöglich ein „Nichts“ entsteht durch einen Zustand, der sich immer weiter in die Länge ziehen könnte, nicht beherrschbar sein würde, nur noch weitere Schwieigkeiten erzeugen müsste. Ganz zuletzt politische.

    Es ist ja nicht so, dass Ihre Meinung, Herr Dino-Gerardo Lioni, auch wenn sie von einer falsch Prämisse ausgehen sollten, nicht zu akzeptieren wäre. Dazu tut eine Feststellung gut – sie hat selbstverständlich auch für Sie zu gelten -, die mal der Schauspieler Morgan Freeman als Grundsatz aussprach: „Es ist die Verantwortung von allen, die in Freiheit leben, ihre Meinung zu äussern“. Und genau das tun auch – nach meiner Ansicht – diese Initianten. Ihr Ziel soll es sein, ein Dilemma, in das sich die Stadt nach ihrer Ansicht nach verstrickte, in einer sachbezogenen Art zum Wohl der Gemeinschaft einer machbaren, sinnvollen, letztlich besseren Lösung zuzuführen. Dazu braucht es Befürworter, die sich dieser Darstellung anschliessen. Und diese Befürworter deformieren keineswegs, wie es gelegentlich kolportiert wird, die Demokratie. Ganz im Gegenteil! Sie nehmen sie „in Verantwortung“ wahr.

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    1. Bruno Neidhart

      Es geht doch, Herr Alexander Meier, nicht mehr nur darum, ob einem „das Ding“ gefällt – oder nicht. Ihnen „gefällt es sehr“ – ist ja o.k. ! (Für andere bleibt es weiterhin eine Horrorvorstellung!). Und nun gesellt sich derzeit die Frage hinzu, ob dort überhaupt das gebaut werden darf, was wohl viele der damals Abstimmenden noch als „selbstverständlich“ empfanden. Herr Lioni meint, alles sei sachgerecht gelaufen. Nun scheinen sich dem Projekt plötzlich grundlegend u.a. sogar baurechtliche Zweifel in den Weg zu stellen , die den Abstimmenden womöglich nicht vollständig bewusst gemacht wurden. So zumindest könnten laufende Einsprachen interpretiert werden, welche nun zur Verzögerungen in der Sache beitragen, dazu gleichzeitig berechtigte Fragen aus der Bevölkerung über die Zukunft des vorliegenden Projekts aufkommen liessen. Daher werden schon mal Alternativen in den Raum gestellt, sollte tatsächlich eines Tages „politischer Schiffbruch“ gemeldet werden.

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