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Viel Zuspruch fürs Trösch

Kreuzlingen – Leichtes Spiel hatte der Stadtrat gestern Abend mit seinem Anliegen, die Subventionen fürs Begegnungszentrum Trösch zu erhöhen. Fast alle Gemeinderats-Fraktionen winkten die Botschaft durch und schickten noch ein dickes Lob hinterher. Allein die SVP untersuchte das Geschäft mit kritischem Blick.

Passend: Das Logo des Begegnungszentrums in der Farbe der Liebe.  (Bild: sb)

Wenn bei einem städtisch geführten Begegnungszentrum die Zuschüsse beinahe verdoppelt werden sollen (auf 175’000 Franken), und das auf die nächsten zehn Jahre hinaus, dann muss man kein Zahlenfuchs sein, um erst mal kräftig zu schlucken. Vor allem, wenn es an der mangelnden Vermietung des Hauses nicht liegen kann: Die Verantwortlichen im Trösch können sich, so war zu hören, vor Anfragen kaum retten.

Bei den Mietpreisen setzte denn auch die Kritik der SVP an. Mit den günstigen Tarifen konkurrenziere man andere von der Stadt geförderte Örtlichkeiten wie Museum Rosenegg, Seemuseum oder Sternwarte, befand Barbara Hummel. Diese würden ebenfalls um Vereinsanlässe buhlen und seien auf Einnahmen aus solchen Vermietungen angewiesen. «Wir haben die Sternwarte für 400 Franken gemietet, um eine Generalversammlung durchzuführen. Im Trösch haben die Räumlichkeiten 120 Franken gekostet», berichtete sie ungläubig. Des Weiteren könne es nicht sein, dass gut betuchte Privatpersonen das Trösch zum «Dumpingpreis» als Partyraum mieten können, geisselte sie das Vermietungskonzept.

Fraktionskollegin Irène Herzog hinterfragte die Mietpreise der Wohnungen und Tiefgaragenplätze im Trösch. Und für Yvonne Hartmann war im Namen der SVP klar: «Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, ein Begegnungszentrum zu führen.»

Rückweisungsantrag schmetterte ab
Per Rückweisungsantrag wollte die SVP-Fraktion den Stadtrat dann dazu bringen, eine andere Organisationsform für den Betrieb des Tröschs zu finden.

Bei den Parlamentariern der anderen Fraktionen stiessen die drei SVP-Frauen allerdings auf taube Ohren. Der Antrag wurde abgeschmettert. Auch die anschliessende Schlussabstimmung sprach dieselbe Sprache: 30 Ja gegen acht Nein-Stimmen.

SP, Freie Liste und die FDP/CVP/EVP-Fraktionsgemeinschaft waren allesamt voll des Lobes für das Begegnungszentrum. «Das Konzept überzeugt uns», sagte Xaver Dahinden (FL). «Da wurde ein sehr guter Job gemacht. Eine Erhöhung der Mietpreise ist nicht möglich», befand René Knöpfli (FDP). «Das Trösch soll für alle da sein.» Ruedi Herzog erklärte das überzeugte Ja der SP mit dem Mehr an Lebensqualität, welche das Begegnungszentrum der Bevölkerung bringt: «Das Trösch hat einen Nerv getroffen. Das müssen wir uns leisten.» Christian Brändli (FDP) brachte als Präsident der vorberatenden Kommission auf den Punkt, was alle dachten: «Das Trösch ist eine Erfolgsgeschichte».

Jetzt kann der Stellenetat von 205 auf 265 Prozent für die Führung und Hauswartung aufgestockt werden. Neu soll eine Betriebsleiterin oder ein Betriebsleiter die Führung übernehmen, wobei der Betrieb weiterhin von der Stadt beaufsichtigt wird. Die Liegenschaft selbst stellen die Geschwister Monika und Christoff Roell kostenlos zur Verfügung. 

Gemeinderat Daniel Moos, FL/G, begründete anschliessend das Postulat zur Umsetzung einer Departements übergreifenden Smart-City-Strategie und überwies es dem Stadtrat. Kathrin Wittgen (SP) begründete die Motion gegen das Artensterben. Zudem beantwortete der Stadtrat die schriftliche Anfrage von Gemeinderat Daniel Moos, FL/G, zur Einheitsgemeinde. Dazu mehr in der kommenden Ausgabe der Kreuzlinger Zeitung. 

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