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Tonstudio für junge Musiker

Im Haus Trösch in Kreuzlingen hat das Team der Offenen Jugendarbeit Kreuzlingen ein Tonstudio aufgebaut. Hier können Jugendliche und junge Erwachsene Musikaufnahmen unter professionellen Bedingungen realisieren. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Kreuzlinger, aber auch wer nicht in den Stadt- oder Bezirksgrenzen wohnt, ist willkommen.

Jugendarbeiter Bastian Ehrmann sucht junge Talente, die Musik im Tonstudio im Trösch aufnehmen wollen. (Bild: sb)

Kreuzlingen. «Musik ist ein wichtiger Teil der Jugendkultur. Logisch, dass viele Musik nicht nur anhören, sondern es auch ihren Vorbildern gleichtun und eigene Beats oder Musik produzieren wollen», weiss Bastian Ehrmann, Leiter der Offenen Jugendarbeit Kreuzlingen (OJA). Sich im professionellen Musikstudio einzumieten, sprenge das Portemonnaie von Jugendlichen allerdings in der Regel. Das weiss der 43-Jährige, selbst Musiker und früher in verschiedenen Bands tätig, aus Erfahrung.

Schon von Beginn an wurde bei der Planung des Begegnungszentrums Trösch ein Studioraum berücksichtigt und mit der OJA zusammen realisiert. 2017 stellte Ehrmann zunächst sein eigenes Equipment hinein. Das hatte sich im Laufe der Jahre angesammelt und genügte, um eine hörbare Aufnahme zu produzieren. Mittlerweile fördert der Kanton das Projekt und die OJA konnte immer mehr Geräte, Mikrophone und ein E-Schlagzeug anschaffen. Ehrmann hat ausserdem eine Ausbildung als Tontechniker an der Online-Schule Hofa College angefangen. «So kann ich meiner Leidenschaft weiter nachgehen und vertiefen, was ich mir bisher selbst beigebracht habe», findet er. «Und dem Studio-Projekt nutzt es auch.»

Rap und mehr
Vor allem Hip-Hopper sind im Tonstudio anzutreffen. Sie werden von Ehrmann oder einem involvierten Toningenieur begleitet, dürfen aber auch alleine an ihren Beats basteln oder Reime aufnehmen. Die aktuelle Ausstattung kann sich bereits sehen lassen: Die Aufnahmen werden mit einem Mac Mini und dem Programm Logic Pro X hergestellt; das E-Schlagzeug ist ein Mesh Kit, das heisst, es ist vom Spielgefühl vergleichbar mit einem richtigen Schlagzeug; die Abhörmonitore und Subwoofer sind von Yamaha aus der Reihe HS8.

«Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, in Eigenleistung und Engagement partizipativ das Tonstudio mitzugestalten», lautet das Konzept des Studios. Sie dürfen also auch Einfluss nehmen auf Neuanschaffungen. Derzeit stehen Effektgeräte für Gesangsaufnahmen ganz oben auf der Wunschliste. «Eine isolierte Aufnahmekabine wäre eine weitere Verbesserungsmassnahme», sagt Ehrmann.

Nicht nur Hip-Hop, auch andere Musikstile wurden schon im OJA-Studio verewigt, beispielsweise eine junge Kreuzlinger Sängerin, die sich am Synthesizer selbst begleitete. «Ich würde gerne mehr solche Singer-Songwriter-Sachen oder eine ganze Band produzieren», gesteht der Jugendarbeiter angesichts dieses Trends. «Ich fände es aber auch schön, wenn Kids aus der Musikschule eine Aufnahme als Weihnachtsgeschenk realisieren wollen oder Jugendliche einen Handyklingelton produzieren wollen.» Im Grunde sei im Studio alles möglich.

Die Kosten werden je nach Aufwand berechnet und sind für Schüler aus Kreuzlingen fast kostenlos. Im Grunde dürfen aber alle Musikerinnen und Musiker unter 26 Jahren aus dem Kanton Thurgau im Trösch ihre Musik aufnehmen. «Wir wollen das Projekt jetzt bekannter machen und ausweiten», ergänzt Ehrmann abschliessend.

Bands aufgepasst!
Die Mietkosten im OJA-Tonstudio betragen für einen halben Tag 50 Franken, für einen ganzen Tag 100 Franken. Ein Wochenende (Samstag/Sonntag) kostet 200 Franken. Für Fragen oder Terminvereinbarungen hier melden: Offene Jugendarbeit Kreuzlingen, Seestrasse 17, Kreuzlingen, Tel. 071 672 89 83 oder Mail: tonstudio@oja-kreuzlingen.ch.

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