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Solothurn im Zeichen von Natur, Mystik und Barock

Ermatingen – Eine grosse Gruppe von 24 Frauen traf sich am Samstagmorgen um 06.40 Uhr am Bahnhof. Via Schaffhausen und Zürich fuhren wir nach Solothurn. Dank Erikas altbewährtem Gügeli fanden immer alle den richtigen Zug. Unterwegs wurden wir mit Brezeli und Champagner verwöhnt, herzlichen Dank an Joli und Hildegard.

Frauenturnverein Ermatingen. (Bild: zvg)

Nachdem wir unser Gepäck in der Jugi deponiert hatten, schlenderten wir gruppenweise durch die Innnenstadt. Einige besuchten den grossen Wochenmarkt, andere stiegen auf den Kirchturm oder genossen einen Znünikafi.

Danach fuhren wir gemeinsam mit dem Zug zur Talstation der Weissenstein-Bahn. 9 Frauen erklommen den Solothurner Hausberg zu Fuss, immerhin mehr als 500 Höhenmeter waren zu bewältigen. Die andern erreichten den Gipfel bequem mit dem Gondeli machten dann einen Spaziergang auf der Jurahöhe. Die meisten stärkten sich anschliessend im Restaurant Sennhaus mit einer feinen Suppe oder einem Dessert. In Erinnerung bleibt vor allem die riesige Portion Meringue mit Rahm und Glace, die alleine kaum zu bewältigen war. Bis zur Talfahrt blieb genügend Zeit, die Aussicht zu geniessen. Trotz sehr schlechter Wetterprognosen sahen wir das ganze Aaretal und das Dreiseenland und erfreuten uns an der schönen Natur.

Zurück in der Stadt blieb Zeit für ein Nickerchen oder einen Apero, sogar im Freien bei Sonnenschein. Zum Abendessen trafen wir uns im geschichtsträchtigen Zunfthaus zum Wirthen und genossen ein traditionelles Schweizer Dreigangmenü mit feinem Salat, einer hausgemachten Gemüsebouillon und Fleischvögel mit Härdöpfelstock und Mischgemüse, alles sehr schmackhaft zubereitet. Zum Schluss durften wir auch noch ein warmes Schoggichüechli probieren. Nach dem Essen beobachteten wir die Teilnehmenden des Light Run. Aus sportlicher Sicht hätten wir da gut mithalten können, aber vom Alter her wären wir total abgefallen. Zum Zuschauen wars aber lustig und unterhaltsam. Vor dem Schlafengehen schlenderten die meisten nochmals der Aare entlang und genehmigten sich einen Schlummertrunk in einem der vielen Beizli. Kaum zu glauben, aber spätestens um Mitternacht lagen alle in ihren Betten. Werden wir langsam alt?!?

Der Sonntag begann mit einem sehr feinen Zmorge. Nur für den Kaffee musste man lange anstehen, wurde dann aber mit einem sehr feinen und sehr heissen Getränk belohnt.
Den Vormittag verbrachten wir in der Verenaschlucht. Die Einsiedelei und diversen Kirchli in der mystischen Umgebung liessen niemanden unberührt. Wir trafen sogar den Einsiedler an, der zeitweise dort lebt. Obwohl der Himmel mit dunkelgrauen Wolken verhangen war, blieben wir auch dort trocken.

Zu Fuss oder mit dem ÖV gings wieder zurück in die Innenstadt. Einige schauten sich noch den bekannten Marmoraltar und -Taufstein in der Kathedrale an, andere bestiegen den Turm und brachten dabei die Turmwärterin gehörig ins Schnaufen. Ungefähr die Hälfte unserer Gruppe gönnte sich in der Pizzeria zum grünen Eck feine Pizza und Pasta. Chapeau, wie wir vom charmanten Kellner und seinem Team auch unangemeldet verwöhnt wurden.

Um 14 Uhr trafen wir uns zu einer etwas anderen Stadtführung. Marie-Christine Egger führte uns als Dienstmädchen durch das barocke Solothurn. Zwei Stunden lang fesselte sie uns mit ihren Geschichten aus der Barockzeit, führte uns in die Fächersprache ein, lehrte uns den vereinfachten Minuet-Tanzschritt und wie wir anständig dastehen und dem Ambassador und seinen vielen Frauen standesgemäss die Ehr erweisen sollen. Unglaublich, was sie uns alles erzählte. Wer will sich für einen Ballbesuch schon die Taille auf 33 cm einschnüren lassen oder eine 90 cm hohe Perücke auf dem Kopf balancieren. Ich nehme auch lieber ein lebensgefährliches Bad in Kauf, als dass ich meine Flöhe und Läuse in einem Flohei sammeln muss und wegen des Gestanks meines Liebhabers während der Hochzeitsnacht in Ohnmacht falle.

Unterwegs zeigte sie uns auch das riesige Zeughaus und die bekannte Uhr am roten Turm in Solheure sur l’Aar. Im Palais Besenval machten wir Pause. Dank der Grosszügigkeit von Heidi Boltshauser konnten wir uns sogar das teure schwarze Modegetränk leisten. Wir nahmen damit in Kauf, dass wir uns entwässerten anstatt auf den Rat unseres Dienstmädchens zu hören und unsere Körpersäfte mit gesundem Wein oder einer heissen Schokolade aufzufrischen. Ganz zuletzt mussten wir dann doch noch unsere Schirme aufspannen und die Regenjacken auspacken.

Wohlbehalten aber müde kehrten wir mit dem Zug nach Ermatingen zurück, wo wir von unserer treuen Heidi Boltshauser empfangen wurden und uns bei ihr persönlich für die gespendeten Getränke bedanken konnten.

Ein riesiges Dankeschön geht auch wieder an Erika Michel und Hildegard für dieses abwechslungsreiche Wochenende in Solothurn. Auch diese Reise habt ihr wieder toll organisiert. Das Gügeli ist schon bei den Organisatoren für die Turnfahrt 2020.

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